STONER ROCK BRAUCHT KEINE WÜSTE – DIE ÖSTERREICHISCHE STONER ROCK-SZENE IM PORTRÄT

Wir befinden uns in einer Zeit, in der Rock-Musik jeglicher Art mehr und mehr von anderen Musikformen verdrängt wird. Solchen, die man schneller auch mal alleine im Home-Studio aufnehmen kann und welche teilweise weniger instrumentales Können verlangen. Allerdings gibt es einige Genre-Bastionen, die die Fahne respektive die Gitarre hochhalten…eine davon: Stoner Rock!

Fans der tiefer gestimmten E-Gitarren, die durch Bass-Verstärker gejagt werden, haben ein beinahe spirituelles Verhältnis zu schwingenden Saiten und geschwungenen Mähnen.

Dafür braucht es nicht unbedingt die Wüste, Kakteen und einschlägige Substanzen, wie die österreichischen Vertreter:innen der Stoner-Szene unter Beweis stellen.
Kaum eine Fan-Szene ist dankbarer, lebendiger und treuer als jene des Stoner Rock. Konzerte sind immer gut besucht und man ist beinahe eher Fan aller Bands als nur vereinzelter Acts. Auf den Konzerten verschmelzen die Fans zu einer von – man muss es so sagen – fetten Riffs hypnotisierten homogenen Masse die voll und ganz im Einklang mit der Musik ist. Unbesorgte Feste der Live-Musik, bei denen es dazugehört, dass der Schweiß tropft und man sich gegenseitig nahe ist, wie es sie leider in letzter Zeit all zu wenig gegeben hat.

Im Folgenden soll die florierende österreichische Stoner Rock-Szene mit einigen anderen genre-nahen Acts aus den Bereichen Heavy Rock, Hard Rock, Doom sowie Psychedelic und Progressive Rock vorgestellt werden.

Fuzz-ten your seatbelt!

Die Crème de la Crème der österreichischen Stoner Rock-Szene

Die vier Linzer von Parasol Caravan – teils nun in Wien verwurzelt – hatten im Raum Oberösterreich bereits vor der Veröffentlichung der ersten LP „Para Solem“ (Panta RE) einen beinahe kultigen Status. Die Band ist ein wahrer Live-Garant: man versteht sich gekonnt die ekstatischen Momente des Stoner Rock auszukosten, nur um dann mittels 70’s angehauchter Gitarren-Soli seine eigene Note drüber zu streuen. Der höchst amerikanisch anmutende, kraftvolle Gesang – Americana und Country lassen ein bisschen grüßen – verpasst dem Vierer dann noch die nötige Eingängigkeit, welche der Band einen potentiell wesentlich breiteren Radius als vielen anderen Stoner-Bands beschert. Ein absoluter Maßstab der Szene.

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Das auch eine tirolerische Alpenlandschaft zu ähnlichen musikalischen Ergüssen wie Sky Valley führen kann, beweisen einige umtriebige Bands aus dem Großraum Innsbruck, wie etwa Mother’s Cake. Diese geben sich vielfältiger als viele andere Stoner Rock-Bands und sind nicht zu Unrecht mittlerweile eines der österreichischen Aushängeschilder in Sachen Gitarren-Musik-Export überhaupt sind. Progressive & Psychedelic Rock, Funk, Stoner Riffs, ausufernde instrumentale Jams und eine Prise Wahnsinn in den Augen des Frontmanns Yves Krismer sind die Zutaten des Erfolgs. Das neueste Album „Cyberfunk“ (Membran Records) zeigt auch, dass sich das Trio immer weiterentwickelt.

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Die Sahara Surfers aus Tirol mit dem klingenden Namen beschwören trotz Alpenüberhand in der näheren Umgebung den Spirit der Wüste – welcher seit jeher mit Stoner Rock verschlungen ist – mit einer Leichtigkeit herauf, die ihresgleichen sucht. Hier jagt ein Fuzz-Lick kompromisslos das Nächste, bis in den Gehörgängen des geneigten Zuhörenden nicht mehr viel übrig bleibt außer diese gewisse Welle, auf die einen die Sahara Surfers mitnehmen. Leider ist es um die einstigen Vorreiter der österreichischen Stoner Rock Szene ruhiger geworden.

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Die steirischen Witchrider, vertrieben über die international renommierten Fuzzorama Records, begeistern mit minimalistischen Rock Beats – die andernorts in der Vergangenheit als Robot Rock beschrieben wurden – und einer charismatischen Stimme, welche immer wieder an die personifizierte Rock-Persona der letzten zwanzig Jahre erinnert: Dave Grohl. Witchrider erfreuen sich dementsprechend aufgrund ihrer Grunge’esquen melodischen Eingängigkeit in Verpartnerung mit tanzbaren Grooves in Österreich und auch über die Grenzen hinaus hoher Beliebtheit.

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Minus Green aus Wien verstehen es vorzüglich in ihren Kompositionen Spannung zu erzeugen und auch atmosphärische Wechsel vorzunehmen. Obwohl es auch hier immer wieder wie klassisch im Stoner Rock groovig und rhythmusbetont zugeht, biegt man immer wieder in Post-Rock-Gefilde ab, um die Instrumente noch mehr sprechen zu lassen und eine andere Art von Spannungsbögen zu erzeugen. Minus Green sind definitiv einer der schon länger dienenden Eckpfeiler der österreichischen Stone Rock-Szene und nach wie vor eine Bereicherung.

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Das Grazer Trio Savanah gehört mittlerweile zur Speerspitze der österreichischen Szene in Sachen energetischem Rock der schweißtreibenden Sorte – Wah-Wah gepeitschte Gitarrensoli, verhallte psychedelische Instrumental-Parts und ein inbrünstiger Sänger, der sich dann doch ein bisschen so anhört, als käme er „straight from the desert“. Savanah vereinen gekonnt die spannendsten Elemente des Stoner Rock-Genres ohne sich davon gefangen nehmen zu lassen.

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Noch eine weitere Soundfacette bringen die Wiener von Triptonus ins Spiel: mit traditionellen Trommeln und anderen Instrumenten, wird der Trip, welcher der Band schon im Namen steckt, mit ganz eigenen Klangfarben heraufbeschwören, die mit der restlichen Rock-Besetzung nicht konkurrieren, sondern verschmelzen. Live wird eindrücklich als Einheit zu sechst eine Wall-Of-Sound heraufbeschworen, der man beinahe nicht entrinnen kann.

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Die ursprünglich aus Graz stammenden Ultima Radio blicken etwas über den Tellerrand des Stoner Rock hinaus: neben Einsprengseln aus Progressive Rock und Crossover – mit instrumental durchaus versierten Parts – ist es insbesondere Sänger Zdravko Konrad, welcher der Band einen eigenständigen Stempel aufdrückt. Mit einer Vergangenheit im Singer-/Songwriterbereich weiß er seinen charismatischen Gesang gekonnt beizusteuern – sei es klassisch mittels Aktivierens der Stimmbänder oder allerhand Effektpedalen, welche über den Gesang gelegt werden.

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Riffs, Riffs, Riffs

Bei den Wienern von Great Rift muss man sich beinahe fragen, ob sie das zweite „f“ im Namen vergessen haben, den hier regiert das Riff! Und zwar kompromisslos. Hier verschmelzen Einflüsse aus unterschiedlichen Dekaden E-Gitarren-Musik von Blues über Psychedelic Rock bis zu Stoner Rock beinahe chronologisch zu einer homogenen Masse, die äußerst interessant imponiert.

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Gebrüllter Gesang, geballte Schlagzeugwucht, getriebene Gitarre. Und vor allem: die Orgel! Ozymandias sind eine der exotischsten Bands der österreichischen Stoner-Szene, neben den aggressiven Vocals ist es die tonangebende Orgel mit der heutzutage kaum eine andere Band mithalten kann. 70er-Orgel-Ekstase gepaart mit 90er-Gitarren und einem ikonischen Hippster-Artwork aus den 21ern funktioniert in Kombination ausgesprochen gut. Ozymandias sind eine echte Bereicherung im Soundspektrum der österreichischen Stoner-Szene.

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Swanmay aus Linz zelebrieren das Genre des Stoner Rock richtiggehend mit Albentiteln wie „Stoner Circus“ (Independent Audio Management) und hüllen sich auch mit Songtiteln wie „Dopechild“ oder „So High So Low“ nicht unbedingt in Schweigen, sondern eher in Rauchwolken. Hymnen auf bestimmte natürliche Substanzen brachten seinerzeit schon Bands wie Black Sabbath mit Songs wie „Sweet Leaf“, dessen Riff durchaus auch bei einer Stoner Rock-Band perfekte ins Repertoire passen würde. Fans des Genres kommen hier jedenfalls voll auf ihre Kosten: laut, voller Energie und bis man nicht mehr kann.

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Mothers of the Land kredenzen einen Sound der alten Schule. Hier gibt es keine Über-Produktion, sondern man hört noch die Menschen hinter den Instrumenten im Studio, was durchaus Spaß macht, wenn sich Licks und Soli duellieren, um sich immer wieder in einer Welle zu bündeln, die alles oberhalb der Halswirbelsäule mitreißt.

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Bei Intra fehlt ein wenig der Dreck im Sound, um wirklich beim lupenreinen Stoner Rock anzudocken. Nichtsdestotrotz agiert die sehr moderne und vielfältige Interpretation von gitarrendominiertem Songwriting sehr eigenständig und wird quasi zur Intrapretation“: insbesondere auch durch die selbstbewussten und erfrischenden Vocals von Sängerin Bianca Ortner – moderner Rock mit Riffs aus dem Stoner-Universum. 

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Die fünfköpfigen Liquid Maze aus Wien liefern ein eklektisches Sounddickicht mit Versatzstücken aus Stoner Rock, Art Rock und Alternative Rock. Hier geben sich Groove, komplizierte Breaks und eingängige Hooklines des durchaus radiotauglichen Sängers die Klinke in die Hand.

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Eine eigenständige Melange aus Hard Rock, Stoner Rock und mehrstimmigem Männergesang liefern Animal Machine. Gäbe es keine Instrumentierung, würden Animal Machine beinahe als A Cappela Gruppe durchgehen – ein wahres Alleinstellungsmerkmal der Band ist, wie alle drei Instrumentalisten gemeinsam die klaren Stimmen erheben und zu dem harten Rock Sound einen spannenden Kontrapunkt setzen.

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Weddings aus Wien mit kanadischen Wurzeln sind keine Hochzeitsband, sondern liefern eine Melange aus Grunge, Stoner und Classic Rock, welche insbesondere durch die in Harmonie gesungenen weiblichen und männlichen Vocals aus der Masse hervorsticht. Energische Rock Musik mit einem Händchen für Melodien.

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Das Linzer Trio von Timestone ist ein gutes Beispiel dafür, dass es oftmals nicht mehr als drei Bandmitglieder benötigt, so diese ihre Instrumente mit Finesse beherrschen. Man weiß zu dritt alle Frequenzen und allerhand stilistische Ecken abzudecken – neben klassischen Stoner Rock-Passagen gibt es hier immer wieder psychedelisch angehauchte Momente. Auch eine gewisse Doom-Affinität mit vielen schleppenden und unheilvollen Parts verhilft Timestone zu einem eigenständigen Sound.

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Nicht ganz unähnlich operieren Les Lekin aus Salzburg – hier rücken die Stoner Anleihen vermehrt in den Hintergrund und psychedelische Note gewinnt an Oberhand und vereint sich mit ebenfalls vorhandenen Post-Rock-Einflüssen zu regelrechten Trips. Diese Trips werden bei Live-Konzerten insbesondere durch Live-Visuals als regelrechte Ganzkörper-Erlebnisse heraufbeschworen.

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Die Wiener von Monsters Of The Ordinary liefern klassischen Stoner Rock der Marke rhythmische Gitarrenarbeit, satter Sound und eine gehörige Portion Groove. Das Gesamtpaket ist roh, energievoll und zugleich instrumental auf einem ansprechenden Niveau – das letzte Album namens „Edelschrott“ ist mit einem Augenzwinkern durchaus eine passende Bezeichnung.

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Wo der Pfeffer beziehungsweise andere Pflanzen wachsen ist bei Sativa Root aus Salzburg klar – der instrumentale Vierer bietet mit tonangebenden verzerrten Bass-Gitarren, Sludge-Effektierung und hypnotischen Riffs, die perfekte Spielwiese für Jüngerinnen und Jünger der eingangs erwähnten Pflanze.

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Von der Wüste zur Quelle des Kaleidoskops

Wenn sich die Mitglieder einer Band als Space Captain, Low Frequency Commander und Galactic Thrust Engineer bezeichnen und auf dem Cover des Artworks ein Gurkenglas mit eingesperrter Katze durch das Weltall fliegt, ist die Marschroute klar! Oder auch nicht?

Ähnlich kreativ wie das Außenbild ist jedenfalls die jam-lastige Psychedelic Rock-Atmosphäre, die die Band selbst als „high energy space kraut“ beschreibt. Wie es bei Trios des Öfteren der Fall ist, bleibt mehr Raum für auffällige Bass-Gitarren-Arbeit, so auch auffallend positiv bei SPECK.

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Erst eine EP namens „The Great Journey To Outer Space” (Grazil Records) haben die Grazer von Another Now in petto und darauf ist der Name Programm. Synthesizer Sounds und psychedelische Akkordfolgen bestimmen das Klangbild.

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Diamond Skull aus Wien gehen es dagegen eher geradlinig an und haben Stoner und Classic Rock mit einem starken Einschlag der 70er und 80er zu bieten. Insbesondere die Vocals des Frontmanns wissen zu gefallen und veredeln den Sound der Band.

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Die Linzer von Tentacula bestechen mit sehr eigenständigen Vocals, die man so selten im Genre hört und sowohl an Post-Punk als auch als auch an Gothic Rock denken lassen. Unter dieser einnehmenden Präsenz wabert eine wunderbar LoFi produzierte Ursuppe aus allerlei Versatzstücken der unterschiedlichsten Rock Genres.

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Ryte aus Wien operieren vermehrt psychedelisch und es darf auch schon mal ein Theremin eine verquere Soundscape beisteuern. Vereinzelte Gesangseskapaden machen das Spektrum der Band lebendiger, letztlich regiert nichtsdestotrotz das Riff!

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Dos Brujos aus Graz sind ein spannendes Jam Session Projekt: das Duo trifft sich monatlich im eigenen Studio um einfach und schnörkellos zu improvisieren, was in ihnen vorgeht. Was in ihnen vorgeht: eine spontane Mischung aus allen möglichen E-Gitarren-Subgenres aber immer lebendig und instrumental. Das die Steirer vor Kreativität nur so strotzen zeigt ein nach ähnlichem Prinzip operierendes Projekt namens II.

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Psycho Toaster haben beim Thema Groove ebenfalls ein Wörtchen mitzureden und wissen darüber hinaus, mit einer Mischung aus Stoner Rock und Hard Rock und gekonnt amerikanisch klingenden Vocals auf sich aufmerksam zu machen.

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Grey Czar aus Salzburg verbinden groovigen Heavy und Stoner Rock mit Männerchor mit einer dadurch vorhandenen Prise Wahnsinn. In einem Genre, dass oft nicht zu weit über den Tellerrand beziehungsweise das sechssaitige Griffbrett hinausschaut sind sie auf jeden Fall einer der einzigartigsten österreichischen Stoner Rock Vertreter.

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Ebenfalls eher ausgefallen sind Succopuss – hier warten neben bluesigen Parts auch Surf Rock-Einflüsse, eine gewisse Laid Back-Atmosphäre und ein Saxophon auf. Nicht zuletzt aufgrund der wunderbar rauchigen Whiskey-Stimme des Sängers eine absolute Empfehlung!

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Von Doom, Gitarrensoli und dem Hochleben der E-Gitarre

Little Hole Filled mit Wurzeln im Mühlviertel gibt es bereits seit 1996, mit ihrem ersten kompletten Album ließen die Herren mit dem breiten und schweren Sound allerdings satte 24 Jahre auf sich warten. Hypnotisierender Gesang – der mitunter stellenweise an einen gewissen Fürsten der Finsternis erinnert – und ein Klanggewand mit mehreren Metal-Anleihen im Sound verorten Little Hole Filled am härteren Ende der Stoner Szene, wenn sie nicht eigentlich sogar eher als Doom Metal Band zu bezeichnen sind. Sakral, gewaltig und hörenswert sind sie in jedem Fall!

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Avalanche walzen tatsächlich einer Lawine gleich alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Am härteren Ende des Genres angesiedelt, ist fast von einer Sludge-Band und gewissen Post-Metal-Anleihen zu sprechen – nicht zuletzt auch dem modernen Gitarrensound der Wiener geschuldet.

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Die Grazer von KRPL mäandern irgendwo zwischen Noise Rock, Stoner Rock und machen sich alle möglichen Subgenres zur Spielweise. Knackige Rhythmusgitarren, eine tighte Bass-Schlagzeug-Kombo und ein tendenziell durchgetretenes Gaspedal befeuern die Adrenalinausschüttung.

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Bei den Caged Wolves aus Wien wird der Stoner Rock durch ein paar doomige Einsprengsel aufgelockert oder wohl eher zäher gemacht – dies allerdings durchaus im positiven Sinne! Neben einer eindringlichen Stimme finden sich hier auch immer wieder ruhigere Songabschnitte, was der Dynamik durchaus guttut.

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Das Wiener Trio Tokan hat mit „Teil einer vulnerablen Gruppe“ erst ein Studio-Album zu Buche stehen, teilt auf diesem dafür aus als gäbe es keinen Morgen. Gitarre, Bass und Schlagzeug agieren in Synergie und grooven sich sukzessive ins Nirwana.

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High Brian aus Graz hauchen dem in der Musiklandschaft in die zweite Reihe zurückgetretenen Gitarrensolo neues Leben ein und liefern als Backing für die mannigfaltigen Soli soliden und teilweise selbstironischen Psychedelic Hard Rock.

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The Heavy Minds aus Oberösterreich machen schon in ihrem Bandnamen keinen Hehl daraus, wonach ihnen der Sinn steht. Weniger Stoner Rock und mehr im klassischen Hard Rock verwurzelt besticht das Quartett mit einer angenehmen analog wirkenden Produktion, lässigen Vocals und stilvollen Gitarrensoli.

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Liquid Earth entführen einen als Zuhörenden auf einen wahren Trip mit unterschiedlichen Haltestellen im Progressive Rock der 70er, des Hard Rock der 80er und natürlich dem Stoner und Desert Rock aus den 90ern, um letztlich ihren eigenen Weg zu gehen.

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Neben den Bands und Musiker:innen selbst gibt es natürlich weitere Akteur:innen der österreichischen Stoner Rock-Szene, die selbige pulsieren lassen. Seien es Labels wie Panta RE, Stone Free Records oder Independent Audio Management, die die Musik veröffentlichen oder Veranstaltungsreihen, die klassische Szene-Treffpunkte sind. Hier sind spezielle Konzertreihen wie etwa die Night of Fuzz oder der bereits legendäre Roadtrip To Outta Space in der Arena Wien hervorzuheben sowie Festivals wie das stets idyllische Lake On Fire, das Stone Break oder das Dome Of Rock.

Der Rock’n’Roll im weitesten Sinne als Lebensgefühl wird zum Glück in Österreich durch einige moderne Vertreter:innen der Stoner Rock-Sparte nach wie vor heraufbeschworen. Hoffentlich können die vielen umtriebigen und auch international erfolgreichen Stoner Rock-Bands in Zukunft auch wieder vermehrt live agieren. Denn Stoner Rock funktioniert live und laut letztlich am besten! 

Sebastian J. Götzendorfer