Sketchbook Orchestra (c) Pressefoto

SKETCHBOOK ORCHESTRA – „Ungatz“

LEONARD SKORUPA und sein SKETCHBOOK ORCHESTRA öffnen auf „Ungatz“ (Ö1 Edition) der musikalischen Vielfalt alle Tore und zeigen auf begeisternde Weise, wie anders der klassische Bigband-Sound klingen kann.

Einst als Quartett gestartet, ist Formation des Saxofonisten und Klarinettisten Leonard Skorupas mittlerweile zu einem echten Orchester angewachsen. Das Sketchbook Orchestra zählt mittlerweile 14 Köpfe und vereinigt durch die Bank gestandene Persönlichkeiten der heimischen zeitgenössischen Musikszene. Mit von der Partie sind unter anderem Wolfgang Puschnig, seines Zeichens einer der bekanntesten österreichischen Jazzsaxofonisten, sowie das renommierte Koehne Quartett, das wohl wie nur wenige andere Ensembles den Spagat zwischen den verschiedenen Stilen so famos zu meistern in der Lage ist.

Eine Supergroup, die ihrem Namen alle Ehre macht

Und auch die Namen der anderen Beteiligten lassen nicht zu wünschen übrig: Andi Tausch (Gitarre), Raphael Preuschl (Bass Ukelele), Michael Tiefenbacher (Piano) und Konstantin Kräutler (Schlagzeug) um nur einige wenige zu nennen. Dirigiert wird das Orchester von niemand geringerem als Gerd Hermann Ortler, der ebenfalls zu den führenden Vertretern seiner Zunft zu zählen ist. Man kann also durchaus von einer Supergroup sprechen, die sich Leonard Skorupa hier zusammengestellt hat.

Und so spektakulär, wie sich dieses Orchester in seiner Besetzung zeigt, so spektakulär agiert es sich auch musikalisch. Die Art und Weise, wie das Sketchbook Orchestra Leonard Skorupas Komposition mit Glanz und Leben erfüllt, geht schon als großes Kino durch. Was auf dem Programm steht, ist ein Klangschauspiel im Bigband-Format, das an Facetten nicht reicher sein kann.

Es wird in den unterschiedlichsten Stilen nach Einflüssen gefischt: im Jazz, im Rock und Funk, in der Neuen Musik und Klassik. Die musikalischen Bögen spannen sich weit, vom Filigranen zum hochenergetisch Bombastischen, vom melodiereichen Gediegenen hin zum verspielten Experimentellen, vom Vertrackten zu Geradlinigen, vom klassischen Sound hin zur Klangkunst. In den Stücken tut sich etwas, unentwegt und unvorhersehbar. Man weiß nie, in welche Richtung sich die Geschichte erzählt, und genau dieser Aspekt ist es auch, der dieses Album zu einem so aufregenden macht.

Michael Ternai

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