Bild Shake Stew
Shake Stew (c) Severin Koller

SHAKE STEW – „The Golden Fang“

Eine musikalische Konstellation, die das Besondere, das Ungewöhnliche und weit aus dem Rahmen Fallende garantiert. LUKAS KRANZELBINDER – seines Zeichens einer der Aktivposten des aktuellen österreichischen Jazzgeschehens – hat sich für sein neues Projekt SHAKE STEW eine echte All-Star-Band zusammengestellt, eine, die auf dem nun erscheinenden Album „The Golden Fang“ (Traumton Records) genau das umwerfend Geniale abliefert, das man von ihr erwartet.

Der aus Kärnten stammende Kontrabassist und seine kongenialen partners in crime Clemens Salesny (Altsaxofon, Flöte), Johannes Schleiermacher (Tenorsaxofon, Flöte), Mario Rom (Trompete, Flöte), Manuel Mayr (Kontrabass, E-Bass), Niki Dolp (Schlagzeug, Percussion) und Herbert Pirker (Schlagzeug, Percussion) erheben sich auf „The Golden Fang“ über nahezu alles musikalisch Dogmatische und fest Definierte. Sie ziehen ihre Linie auf unkonventionelle Weise und in eigenwilliger instrumentaler Besetzung – zwei Bässe, zwei Schlagzeuger, ein Bläsertrio – quer durch die unterschiedlichsten Genres hin zu einem Sound, der den Jazz in einer musikalisch ungemein vielschichtigen, spannungsgeladenen und sehr eigenen Form zum Ausdruck bringt.

Ein musikalisches Erlebnis der packenden Art

Die klangliche Palette, die das Septett – das in diesem Jahr das renommierte Jazzfestival Saalfelden eröffnen durfte und in den kommenden Monaten als Porgy-&-Bess-Stageband fungieren wird – darbietet, offenbart sich als eine richtig breit gefächerte. Es gibt kaum eine Richtung, in die das Pendel nicht einmal ausschlägt. Es wird ebenso in lässiger Manier einfach nur nach vorne gegroovt („Shake The Dust“) wie sich auf wunderbar berührende Weise dem Reduzierten, Verträumten und Eleganten („Can‘t Reach“) hingegeben. Man wird auf faszinierende musikalische Reisen mitgenommen, die irgendwo im geheimnisvollen orientalisch Angehauchten ihren Anfang nehmen und über aufregende verspielte Wege ihr Ziel in dem von allem Regelwerk Losgelösten und wild Improvisierten finden („Stone of Mu – Part I-III). Auch darf es durchaus einmal traditioneller werden, nur eben mit modernem Schwung und Klang („Beware Of The Golden Fang“) und, und, und.

Richtig spürbar ist die enorme Freude, die die Beteiligten am Entstehen von „The Golden Fang“ gehabt haben. Die Energie und Dynamik, der an den Tag gelegte Spielwitz von Shake Stew lassen den Funken sofort überspringen. Man wird richtiggehend eingefangen und in das Geschehen, in den aufregenden, abwechslungsreichen musikalischen Erzählstrang des Albums hineingezogen. Lukas Kranzelbinder und seiner Truppe ist hier ein wirklich außergewöhnliches musikalisches Statement gelungen, das definitiv die Runde machen wird.

Michael Ternai

Links;
Stake Stew
Traumton Records