Bild Shake Stew
Shake Stew (c) Andreas Waldschuetz

SHAKE STEW – „Rise And Rise Again“

Nicht wenige sehen in dieser Truppe eine der österreichischen Jazzbands der Stunde. Warum, das zeigt deren nun erscheinendes zweites Album. SHAKE STEW liefern mit „Rise And Rise Again“ (Traumton Records) abermals eine umwerfende Kostprobe der hohen Kunst des stilistisch erweiterten modernen Jazz ab.

Das nennt man wohl einen Start nach Maß. Gerade erst vor zwei, drei Jahren auf der Bildfläche erschienen, hat sich die sich um den aus Kärnten stammenden Bandleader, Kontrabassisten und Komponisten Lukas Kranzelbinder scharrende All-Star-Truppe Shake Stew binnen kürzester Zeit zu einer der heißesten Aktien der österreichischen Jazzszene entwickelt. Ein denkwürdiger Auftritt beim Internationalen Jazzfestival Saalfelden, ein von allen Seiten euphorisch rezensiertes Erstlingswerk und aufsehenerregende Auftritte rund um den Globus – die Band spielte Konzerte von Mexiko bis Marokko –  haben dazu beigetragen, dass die siebenköpfige Truppe in die internationale Auslage gerückt ist.

Mit „Rise And Rise Again“ folgt nun der zweite Streich der in Wien ansässigen Truppe. Und eine erste Hörprobe verrät, dass dieser erneut in der ersten Liga Eingang finden wird. Was auf Album Nummer zwei erklingt, ist ein Jazzsound, der mitreißt, verführt und einfach süchtig macht. Lukas Kranzelbinder und seine kongenialen Partner Mario Rom (Trompete), Johnny Schleiermacher (Tenorsaxofon), Clemens Salesny (Altsaxofon), Manuel Mayr (Bass), Niki Dolp (Schlagzeug) und Mathias Koch (Schlagzeug) knüpfen im Grunde genommen genau dort an, wo sie auf dem Debüt „The Golden Fang“ aufgehört haben. Mit dem Unterschied vielleicht, dass sie ihre Vorstellungen noch weiter zugespitzt und klarer auf den Punkt gebracht haben.

Jazz einer packen bildhaften Note

Shake Stew – den bei den Aufnahmen niemand geringerer als der britische Ausnahmesaxofonist Shabaka Hutchings zur Seite gestanden ist – zelebrieren auf „Rise And Rise Again“ den Klang der stilistischen Vielfalt, einen, der vor Ideenreichtum nur so strotzt und wirklich auf seine ganz eigene Art wirkt. Die Nummern von Lukas Kranzelbinders Truppe erwachsen zu echten Erlebnissen, es reiht sich in ihnen ein packender Moment an den anderen, ein spannungsgeladener Bogen verdichtet sich auf umwerfende Weise hin zum nächsten, die vielen spontanen Wechsel führen immer wieder auf neue Wege, in neue musikalische Umgebungen, wodurch das musikalische Geschehen ein durchgehend aufregendes bleibt.

Die Geschichten, die Shake Stew zu Gehör bringen, erzählen sich mit einer sehr abwechslungsreichen Note zwischen virtuoser Verspieltheit, mächtigem Groove, leisen bis geheimnisvollen Momenten, die eine wunderbare Anziehungskraft entwickeln und einen in eine andere Dimension wegtauchen lassen, großformatigen Ausbrüchen, ausladenden Solopassagen und ungewöhnlichen und zum Teil exotisch anmutenden Soundexperimenten. Das Schöne ist, dass die verschiedenen Elemente perfekt ineinander übergehen, sie sich zu etwas sehr Bildhaftem verweben, das in hohem Maße die Fantasie anregt und Gefühle freisetzt.

Bedurfte es tatsächlich noch eines Beweises für die außergewöhnlichen musikalischen Qualitäten dieser Band – mit „Rise And Rise Again“ haben Shake Stew diesen nun auf jeden Fall in beeindruckender Manier abgeliefert.

Michael Ternai

Rise And Rise Again – Release-Tour
20.04. Schlachthof, Bremen, jazzahead DE
01.05. THEaterOben, Kempten, Jazzfrühling DE
02.05. Stadtwerkstatt, Linz AT
08.05. Jazzlab, Hamburg DE
10.05. Privatclub, Berlin, XJAZZ Festival DE
11.05. Jazzclub Tonne, Dresden DE
21.06. Winnipeg Jazz Festival CAN
22.06. Saskatchewan Jazz Festival CAN
23.06. Vancouver Jazz Festival CAN
25.06. Ottawa Jazz Festival CAN
27.06. Rochester Jazz Festival US
25.07. Glatt & Verkehrt, Krems AT

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