Scattah Barin (c) Ina Aydogan

SCATTAH BRAIN – „Electric Mind State“

Der perfekt getroffene andere Ton, der sich in wirklich aufregender Weise vom Einheitsbrei abhebt: Der Wiener Dreier SCATTAH BRAIN zeigt auf seinem Debüt „Electric Mind State“ (Duzz Down San) einen spannenden Weg auf, wie man aus der Mischung Hip-Hop, Jazz und Rock etwas Neues entstehen lässt.

Nein, diese Band zeigt hörbar keinerlei Lust daran, sich in irgendeiner Form dem musikalisch Gewöhnlichen zu unterwerfen. Jahson The Scientist (Vocals), Andi Tausch (Gitarre) und Andreas Lettner (Schlagzeug), die drei Köpfe hinter Scattah Brain, zeigen sich auf ihrem Erstlingswerk als eine Band, die hin zu neuen Ufern strebt und die ausgetretenen musikalischen Pfade ein für allemal verlassen will, um sich an die Entwicklung eines eigenen Sounds zu machen, der kompromisslos anders klingt. Ein Vorhaben, welches das Dreiergespann mit Bravour in die Tat umgesetzt hat.

Ein bärenstarker Einstand

Cover “Electric Mind State”

„Electric Mind State“ ist ein Album geworden, das einmal eine wirklich andere Geschichte erzählt. Und das noch dazu auf eine unverschämt lässige Art. Es sind vor allem der eigenwillige musikalische Mix und dessen wirklich aufregende Umsetzung, die  hier die begeisternden Akzente setzen. Scattah Brain ziehen ihre musikalische Linie auf wunderbar kantige und sehr variantenreiche Weise vom Hip-Hop über den Jazz und Funk bis hin zum Rock und Punk. Die Band vermengt die verschiedenen Stile auf eine sehr unkonventionelle und vor allem ungemein abwechslungsreiche Art.

Man lässt es richtig schön grooven, wie auch im Rhythmus etwas vertrackter werden. Mal regiert ein dunkler, schräger und richtig spannender Ton, wie etwa bei Opener „Not Digital“, dann wieder wendet man sich dem zum Teil mehr räudig-rockigen („Dictionary Definitions“, „Imperfect Magnificence“) oder experimentellen, schrägen und wechselhafteren Klang zu („Castile“). Auch gelegentlichen Poptunes verschließen sich Scattah Brain nicht, wie unter anderem die Nummer „Worlds and Wonders feat. Chris Neuschmid“ zeigt.

So wie sich die Band musikalisch in keinster Weise einzuschränken gedenkt, so wenig angepasst zeigt sich auch textlich. Jahson The Scientist erhebt seine Stimme macht keinen Hehl aus seiner kritischen Sicht. Er thematisiert Missstände und spricht die Sachen, die in unserer Gesellschaft falsch laufen, in aller Offenheit an.

Scattah Brain feiern mit ihrem Debüt auf jeden Fall schon einmal einen bärenstarken Einstand. „Electric Mind State“ offenbart sich als eine Sammlung durchgehend erstklassiger Tracks, die unglaublich viel Stimmung machen und ihre wirklich ganz eigene Schwingung besitzen. Sehr empfehlenswert.

Michael Ternai

Links:
Scattah Brain (Facebook)
Duzz Down San