SATUO (c) Matt Observe

SATUO – “Earned”

Ein wunderbarer Klang der verschiedenen musikalischen Sprachen. SATUO unterstreichen auf ihrem nun erscheinenden zweiten Album „Earned” (Lindo Records) auf beeindruckende Weise, dass sie ihre ganz eigene Form des Folk gefunden haben.

Dass diese Band das Songschreiben wirklich draufhat, weiß man eigentlich seit ihrem selbstbetitelten und viel gelobten 2015er-Debüt. So gesehen verwundert es eigentlich wenig, dass auch Album Nummer zwei mehr als nur zu überzeugen vermag. Und doch, man wird beim Durchhören der neuen Nummern von Aron Saringer (Gitarre, Gesang), Laura Korhonen (Gesang), Fabian Baumgartner (Banjo, Gesang), Walter Hof (Bass) und Raphaela Fries (Schlagzeug) schon ein wenig überrascht. Man durfte zwar erwarten, dass Satuo schon einen Schritt nach vorne machen würde, aber dass es gleich drei, vier geworden sind, zeugt dann schon von einer besonderen Qualität dieser Truppe.

Cover “Earned”

Die österreichisch-finnisch-italienische Band hat hörbar an Reife gewonnen, was sich vor allem am noch ausgeklügelteren Songwriting zeigt. Mehr als noch auf dem Erstlingswerk gelingt es den Beteiligten, genau jene musikalischen Akzente zu setzen, die hängen bleiben und in hohem Maße zu begeistern wissen. Der Folk, den Satuo erklingen lassen, hat eine sehr eigene Sprache, eine, die auf sehr eigenständige und auch unerhört lässige Art in einer großen musikalischen Vielfalt ihren Ausdruck findet.

Ein erfrischend anderer Folksound

Mit einem zu früher deutlich gesteigerten rockigen Anteil im Gesamtsound erfahren die Songs der Combo eine neue Dynamik, einen Schwung, der den bisherigen Folk-Jazz-Pop-Bluegrass-Blues-Chanson-Sound auf mitreißende Weise belebt. Bewegte sich der Fünfer auf seinem Debüt noch vorwiegend in einem musikalisch ruhigeren Gewässer, geben Sängerin Laura Korhonen und ihre Mitstreiter dieses Mal auch schon einmal so richtig schön Gas. Der Bogen des Dargebotenen spannt sich von schwungvollen Bearbeitungen österreichischer und finnischer Traditionals über stimmungsvoll reduzierte und manchmal leicht melancholische Einwürfe bis hin zu ausgelassenen leichtfüßigen Tanznummern, die einfach nur dazu animieren, sich aus den Sitzen zu erheben und in Bewegung zu setzen.

Satuo legen mit „Earned“ auf jeden Fall ein Album vor, das unterstreicht, dass hier eine Band am Werken ist, die ihre eigenen spannenden musikalischen Vorstellungen hat und weiß, wie man diese in aufregender Art umsetzt. Es macht wirklich Freude, sich durch die abwechslungsreichen Nummern dieses jungen, talentierten Fünfers zu lauschen, sind sie doch von dieser besonderen Note, die einen in schönster Weise packt.

Michael Ternai

Satuo live
10.08. WUK, Wien (CD-Präsentation)
11.08.  Black Horse Inn, Wels
23.09. Syrnau, Zwettl

Links:
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Lindo Records