
Vor Jahren schon war man auf sich aufmerksam geworden. Eine junge und hochtalentierte Jazzsängerin in der Person der Salzburgerin Sabina Hank, die es in ihren verschiedenen Projekten liebt, neue künstlerische Wege zu beschreiten, und mit Willi Resetarits ein echtes Urgestein der heimischen Popszene, ein Künstler, der dieser wie kaum ein anderer in den vergangenen Dekaden seinen Stempel aufdrücken konnte. Nein, normal kann man diese Konstellation nicht gerade nennen. Dennoch funktioniert sie, vielleicht gerade aufgrund dieser wunderbaren Abweichung vom Herkömmlichen, auch so wunderbar.
Es ist eine einfühlsame, intime und zugleich sehr intensive Annäherung an die anspruchsvollen literarischen Vorlagen von Jura Soyfer, HC Artmann und Else-Lasker-Schüler, die Sabina Hank und Willi Resetarits in ihrem gemeinsamen Programm „Abendlieder vornehmen. Mt einem Klavier, einem Bass und einem Saxophon behutsam instrumentiert machen sich die Beiden gemeinsam mit ihren Mitmusikern Herbert Berger und Alex Meik auf eine musikalische Reise, welche von einer enormen atmosphärischen Dichte getragen wird. Ohne jeglichem Pathos werden in diesem Projekt die Texte in Lieder übersetzt, die vom ersten Moment an fesseln und emotional berühren. Trotz aller spielerischen Virtuosität, welche die Beteiligten an den Tag legen, agieren diese gekonnt zurückhaltend, um so den Raum für Interpretationen zu schaffen.
Was dürfen sich die BesucherInnen erwarten? Auf jeden Fall ein Musikprogramm, welches vom Niveau und von der Qualität her über jeden Zweifel erhaben ist. Liebhaber anspruchsvoller Klänge, die sich auch gerne einmal auch auf etwas anderes Hörerlebnis einlassen, werden bei diesem außergewöhnlichen Konzert mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen. (mt)
Foto: Joyce Rohrmoser