Music Education Day 2018 / Ars Electronica (c) Christoph Gruber

Rückblick auf den Music Education Day

Am 8. September fand im Rahmen des ARS ELECTRONICA Festivals in der Postcity der MUSIC EDUCATION DAY statt.  Durch das Programm führte PETER TSCHMUCK, stellvertretender Leiter des Instituts für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 

Österreichische Musikinstitutionen und -initiativen haben sich zusammengeschlossen, um die jüngere Generation Musikschaffender zu unterstützen und deren Verständnis für die Abläufe des Musikbusiness zu erweitern. Ausgehend vom Music Summit, einer Arbeitsgruppe, die sich beim Ars Electronica Festival 2017 erstmals formiert hat, wurde ein Programm für Musikerinnen und Musiker, Lehrerinnen und Lehrer und Musikinteressierte zusammengestellt, dessen thematischer Fokus auf der Zukunft von Musikindustrie und -ausbildung liegt. Der Music Education Day liefert auf der Ars Electronica die ersten Impulse dazu.

Music Education Day 2018 (c) Hans Christian Merten

Das Ziel jedes Musikschaffenden ist es, mit der eigenen Musik einmal etwas Geld zu verdienen, vielleicht sogar von ihr einmal leben zu können. Der Weg bis dorthin ist allerdings ein langer und kein einfacher. Alleine einen guten Song zu schreiben oder eine klasse Platte aufzunehmen, reicht schon lange nicht mehr aus, um im großen Stile durchzustarten. Man agiert als Musikschaffender in der Welt des Musikbusiness, und diese beinhaltet verschiedene Akteure, Bereiche, Regeln und Herausforderungen. Wer begleitet dich auf deinem musikalischen Weg? Wer sind deine Partner? Was tun Labels und Managerinnen und Manager für dich? Wie kommt man an Gigs? Was hat es mit Verlagen und dem Urheberrecht auf sich auf sich? Wie promotest du – vor allem in der heutigen Zeit – dich und deine Musik? Was muss man beim Veranstalten von Konzerten beachten? Diesen und vielen weiteren Fragen widmete sich der Music Education Day des Ars Electronica Festivals.

QUIZ

Um 11:00 startete der Music Education Day mit einem Quiz zum Musikbusiness, konzipiert und umgesetzt von mica – music austria. 25 Fragen aus Bereichen wie Förderungen, Selbstständigkeit, Tonträger, Konzertveranstaltungen und Urheberrecht forderten die vier TeilnehmerInnen. Der klare Gewinner, ein Schüler vom Pop-Borg Linz, durfte sich über eine Ableton Live Suite im Wert von € 800.- freuen. Das Quiz wurde moderiert von Christoph Gruber (mica – music austria).

Out of Tune

Im Anschluss präsentierten Samuel Daurer und Christoph Baumann ihr Ars Electronica Gewinnerprojekt „Out of Tune”.

Ingesamt 180.000 Artists aus 1500 Genres können von dem Online-Tool in einer interaktiven Musiklandkarte dargestellt werden. Diese soll beim Entdecken neuer Musik helfen. Um eine übersichtliche Darstellung zu gewährleisten, hatten die Schüler sich für eine Visualisierung durch die Graphentheorie entschieden. Mit der zusätzlichen Einbindung von Spotify können die so gefundenen Musiktitel auch gleich angehört werden. Die Webapplikation wurde von den Schülern der IT-HTL Ybbs als Diplomarbeit entwickelt. Sie gewann den Prix Ars Electronica 2018 in der Sparte Netidee den Spezialpreis.

ABLETON LIVE

Es folgte ein interaktiver Workshop mit Brian Smith,  Mitarbeiter der deutschen Software-Firma Ableton, der die Möglichkeiten der Musiksoftware LIVE in der Musikproduktion und beim Produzieren von Klangcollagen und Radiobeiträgen erklärte. Vor allem für Jugendliche, die keine musikalische Ausbildung erhalten hatten, sollen Geräte wie der MIDI-Controller Push die Möglichkeit bieten, sich kreativ und musikalisch zu betätigen. Auf der Website Learning Music wird darüber hinaus grundlegendes Wissen zum Musikmachen erklärt.

Music Management & Music for Applied Media

Als Abschluss des Music Education Days stellte Eva-Maria Bauer die Lehrgänge Music Management und Music for Applied Media an der Donau-Universität Krems vor. Ziel des postgradualen Masterstudium Music Management ist der traditionellen Unterscheidung zwischen Musikschaffenden, -produzenten, -vermittlern und Musikmanagern ein neues Berufsbild entgegensetzen, das künstlerische, wissenschaftliche und Managementaspekte vereint. Damit wird der traditionell vorgegebene musikalisch-künstlerische Arbeitsbereich erweitert und an die durch neue Informationstechnologien und einen globalisierten Musikmarkt radikal veränderten Bedingungen angepasst. Studierende sollen sich durch die Verknüpfung von musikwissenschaftlichen, ökonomischen, medienwissenschaftlichen und rechtlichen Kompetenzen für die Anforderungen eines sich schnell wandelnden nationalen und internationalen Musikmarktes qualifizieren. Auch das Master-Studium Music for Applied Media ermöglicht es, auf die sich rasch ändernden Technologien und Trends unmittelbar zu reagieren und diese in das Studium mit einfließen zu lassen. Als modulare fachspezifische Weiterbildung konzipiert, verbindet es die es  praktisches Training, theoretische Kenntnisse und Ästhetik.

 

Links:

Music Education Day
Out of Tune
Ableton: Learning Music
Donau-Universität Krems