Release Radar: Sigrid Horn, Tape Moon, Grand Hotel Schilling, uvm!

Welche Single-Releases laufen derzeit ON REPEAT im mica-Büro? Itta Francesca Ivellio-Vellin fasst unsere Favoriten monatlich im Release Radar für euch zusammen!

Sigrid Horn ft. Felipe Scolfaro Crema & David Raddish – Baun21
(VÖ: 10.09.2021)

Mit ihrem Song „baun“ hat die Sängerin Sigrid Horn 2019 den FM4-Protestsongcontest gewonnen. Damals reduziert und akustisch präsentiert, hat sie nun eine Studioversion veröffentlicht, die dank gefühlvoller Streichinstrumente, elektronischer Elemente und beinahe tanzbaren Beats nichts an der ursprünglichen Message verliert. Im Gegenteil, die Zusammenarbeit mit den Produzenten Felipe Scolfaro Crema (bekannt von Sketches on Duality) und David Raddish fügt eine weitere Ebene hinzu. Sarkastisch-anklagend singt Sigrid Horn Zeilen wie „Das bissl menschliches Leid muss man halt inkludieren, wenn man Fortschritt will“ und kritisiert so den unaufhaltsamen Bauwahn in Stadt und Land. Unweigerlich lässt „Baun21“ an Joni Mitchell denken: „They paved paradise and put up a parking lot“.

Tape Moon – Friend Hazelnut
(Mottalon Music, VÖ: 10.09.2021)

Das erste, was bei Tape Moons neuester Single „Friend Hazelnut“ auffällt, sind die schön poppigen Synthie-Sounds, die die Hörerin bzw. den Hörer ebenso einlädt wie der Musiker im Video, der mit auffordernden Worten und Gestik die Zuseherinnen und Zuseher tiefer ins Video und in den Song hineinzieht: „Pleased to meet you, my friend!“ Ein bisschen hippieskes Getanze, ein bisschen Lametta und ein bisschen 80s-Ästhetik im Video beschwören eine ganz besondere Art von Sehnsucht herauf, die von einer teils apathischen, teils verträumten Stimme optimal unterstrichen wird.

Grand Hotel Schilling – Ich denke nicht
(Wohnzimmer Records, VÖ: 27.08.2021)

Neuer Indie-Rock aus Graz! Gleichzeitig mit dem Song „Ich denke nicht“ veröffentlichten Grand Hotel Schilling Ende August ihr neues Album mit dem Titel „Mir wär lieber wir bleiben hier“. „Ich denke nicht“ thematisiert ambivalente Gefühle gegenüber dem Status Quo: „Eigentlich wär’s besser besser, doch es eilt ja nicht“. Änderungen sind gut, aber anstrengend. Und was, wenn es sich dann gar nicht lohnt? Das sind die Fragen, die Grand Hotel Schilling auch auf ihrem Album beschäftigen. Gleichzeitig repräsentieren sie damit die Fragen, die sich eine ganze Generation von Menschen Mitte Zwanzig stellt. Und Ohrwurm-Potential haben Grand Hotel Schilling sowieso.

KØLEEN – Be Yourself
(DIEgital Records, VÖ: 06.08.2021)

„Be Yourself“ heißt nicht nur der neueste Song von KØLEEN, sondern auch ihre Debüt-EP, die Ende August das Licht der Welt erblickt hat. Und was für eine EP das ist! Vor allem das titelgebende Lied überzeugt: Es startet mit rhythmischer Bass-Gitarre und Synthie-Sounds, bevor die Stimme der Musikerin aus Wien ertönt. Es ist einer dieser Songs, von denen man nie genug bekommt – vor allem wegen der Message: „now is all that you got – why not be, be yourself?“ Eine Hook, die sofort ins Ohr geht, schadet auch nie. Persönliche Empfehlung: „Be Yourself“ in der Früh nach dem Aufstehen hören und am Bett tanzen – dann kann nichts mehr schiefgehen!