RELEASE RADAR: BAD IDA, LUPIN, TÜNDE JAKAB, LUKE ANDREWS BAND, UVM!

Auf der Suche nach neuen Songs mit Ohrwurm-Potenzial? Die aktuellsten Veröffentlichungen aus Pop/Rock/Elektronik hat Katharina Reiffenstuhl zusammengefasst.

BAD IDA – „YOU GOTTA CHANGE” – (VÖ: 29.10.2021)

Mit der Single “You Gotta Change” gibt die Sängerin Ines Dallaji unter dem Künstlernamen BAD IDA ihr musikalisches Debüt. In dem doch sehr minimalistisch gehaltenen Song teilt sie mit, dass ihr niemand mehr zu sagen hat, wie sie sein soll und sie sich von der Gesellschaft nicht verändern lässt. In einem ausdrucksstarken Musikvideo in Schwarz-Weiß-Optik lässt BAD IDA ihren Gefühlen freien Lauf und zieht mit ihrer Stimme beinahe hypnotisch in ihren Bann. Eine spannende Mischung aus Garage-Soul, RnB und Pop.

Bad Ida


LUPIN – „GOKART“ (VÖ: 05.11.2021)

Mit viel Melancholie und fragiler Stimme bringt das Duo LUPIN eine neue Single auf den österreichischen Musikmarkt. „Gokart“ thematisiert die Unaufhaltsamkeit der Zeit und verlorene Freundschaften. Der Song mit größtenteils akustischer Instrumentierung lässt sich in den Bereich des Chamber-Pop mit einigen Folk- und Indie-Elementen eingliedern. Mit gefühlvollen Melodien, beispielsweise durch gezupfte Westerngitarren, sowie ihrem weichen Gesang verzaubern die beiden jungen Musikerinnen das Publikum. Das fast schon düstere Musikvideo gibt dem Lied schließlich eine ganz eigene magische Wirkung. 

Lupin


MIRJAM CATAL – „NIGHTLIGHTS“ (VÖ: 05.11.2021)

Einen passenden Song für die dunkle Herbst- und Winterzeit liefert MIRJAM CATAL mit ihrer neuen Single „Nightlights“. Sie beschreibt damit die Situation einer Person, die sich selbst verloren hat und nun von Lichtern nachhause geführt werden muss. Die Sängerin gelangt zu der Erkenntnis, dass dieser Weg jedoch eigenhändig bestritten werden muss und sich demnach jeder nur selbst retten kann. Getextet von ihrem älteren Bruder YKO, vertont die junge Wienerin die Zeilen mit ihrer gefühlvollen Stimme und Begleitmusik am Klavier. Verfeinert mit ein paar Synth-Beats entsteht schließlich ein wunderschönes, melancholisches Musikstück.

Mirjam Catal (Facebook)


TÜNDE JAKAB – „STOP TALKING“ (VÖ: 05.11.2021)

Eine Art künstlerische Wiedergeburt ist die neue Single von TÜNDE JAKAB, die sich mit modernen Disco-Beats vom eigentlichen musikalischen Werdegang der slowakischen Künstlerin sehr abhebt. In „Stop Talking“ singt sie über eine toxische Beziehung, von der man sich loslösen muss. Dass Konflikte auch durch Tanzen gelöst werden können, wird im Musikvideo, das in einem 1960er-inspirierten American Diner spielt, deutlich. Der Retro-Look und die Funk-Elemente verleihen dem Song eine gewisse Lebendigkeit und bringen Nostalgie hervor.

Tünde Jakab


LUKE ANDREWS BAND – „LONDON’S MORE BEAUTIFUL WITH YOU” (VÖ: 05.11.2021)

Dass auch Österreicher Country-Musik können, beweist die LUKE ANDREWS BAND mit einem neuen Album und der gleichnamigen Single „London’s More Beautiful With You“. Begleitet von Gitarre und Schlagzeug, singt Band-Leader LUKE ANDREWS über die magische Hauptstadt und bringt damit ein romantisches Feeling auf. London stellt für die vierköpfige Band nicht nur irgendeine Stadt dar, sondern den Ursprung ihrer Musikkarriere. Welch große Bedeutung die englische Metropole für die Musiker hat, lassen vor allem die emotionsgeladenen Textpassagen im Song durchblicken.

Luke Andrews Band


SANNA LU UNA – “THE GATE” (VÖ: 07.11.2021)

Eine neue Single aus der Richtung des Avantgarde Pop bringt die Wienerin SANNA LU UNA mit „The Gate“ heraus. Mit einer fragilen und zugleich sehr mächtigen Stimme singt sie über die Verbindung zu sich selbst und kreiert ein Spannungsfeld zwischen Experimentellem und Pop, Mechanischem und Organischem sowie Distanz und Intimität. Eindruck hinterlässt vor allem das zugehörige Musikvideo: Auf 1700 Metern Höhe tanzt die Sängerin, die in einem neongrünen Kleid eine Art mythische Gestalt verkörpert, auf Felsen. Bekannt ist SANNA LU UNA vor allem in der Wiener Undergroundszene, wo sie seit Anfang 2020 regelmäßig auftritt und mit verschiedenen Klangeffekten eine ganz eigene Welt um sich herum projiziert. Wer sich für unkonventionelle Musik interessiert, sollte da unbedingt einmal reinhören.

Sanna Lu Una (Facebook)


THE BASE – „LET’S SAY YOU WENT HONOLULU” (VÖ: 12.11.2021)

Passend zum Gedenkmonat November erscheint mit „Let’s Say You Went Honolulu“ ein Song, der trotz traurigem Hintergrund zum Tanzen einlädt. Das Trio von THE BASE zeigt, wie man mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgehen kann – und zwar, in dem man ihn gedanklich auf eine paradiesische Insel schickt. Mit einer klassischen New-Orleans-Melodie und tiefer Stimmlage wandelt die Band das Thema Tod in etwas Positives um und spendet damit all jenen Trost, die gerade etwas Ähnliches durchmachen. Musik ist ja bekanntlich die beste Therapie!

The Base


IVERY – “LOST DREAMS” (VÖ: 12.11.2021)

IVERY nennt sich das künstlerische Projekt von Verena Koppendorfer, die mit ihrer allerersten Single nun ein musikalisches Debüt gibt, das sich hören lassen kann. In „Lost Dreams“ singt sie über das Verblassen von Träumen, bei denen man eigentlich nicht möchte, dass sie enden. Beruhigende Vocals verbünden sich hier mit einer präzisen Mischung aus Gitarre, Drums und Synths. Ein souliger Alternative-Pop-Song, der schnell einmal zum Tagträumen verführt.

Ivery


PRESSYES – “PURPOSE” (VÖ: 12.11.2021)

Mit „Purpose“ veröffentlicht PRESSYES einen neuen Psychedelic-Indie-Pop-Hit, der vor allem durch sein farbenfrohes Musikvideo im Kopf hängenbleibt. Gedreht wurde dieses während eines Roadtrips auf Sardinien mit einer Analogkamera aus dem Jahr 1971, die den Stil der Musik toll visualisiert. Auf der Suche nach der Bestimmung des Lebens wirft PRESSYES aka René Mühlberger in einem rosa-violetten Farbenmeer einen Koffer von einem Berg hinunter, der das Befreien von unnötigem Ballast symbolisieren soll. Vor allem die Kameraführung gibt dem Song hier das ganz besondere Etwas.

Pressyes (Facebook)


DEXPLEEN – “RIDE OR DIE” (VÖ: 12.11.2021)

Harmonische Harfenklänge und eingängige Beats erwarten einen in der neuen Single „Ride or Die“ von DEXPLEEN. Der Song dreht sich um eine intensive Beziehung zwischen zwei Menschen, die nur in deren eigener Bubble funktioniert, ohne jegliche äußere Einflüsse. Wie schön es sich in dieser Bubble lebt, wird vor allem in den wunderschönen Aufnahmen des Musikvideos deutlich: Man wird in die magische Atmosphäre des Sonnenuntergangs praktisch hineingezogen. Absoluter Wow-Effekt.

Dexpleen (Facebook)


PHILIPP SPIEGL – “HINTERHUT” (VÖ: 12.11.2021)

Ein musikalisches Auf und Ab präsentiert PHILIPP SPIEGL mit seiner neuen EP: Von einer bedrückenden Stimmung geprägt, erzählt der Titeltrack „Hinterhut“ von SPIEGL‘s Geburtsort Vorarlberg und beschreibt dabei, wie eigenartig sich das Nachhausekommen anfühlen kann. Begleitet vom sanften Sound der Akustikgitarre, drückt der heute in Tschechien lebende Sänger in seinen Texten persönliche Reflexionen aus. Eine mitreißende EP, die hinter die Fassaden blicken lässt.

Philipp Spiegl (Facebook)


HOLM – „WHITE MILES“ (VÖ: 19.11.2021)

Mit einer Autobahnfahrt durch die Nacht präsentieren HOLM ihren neuen Track „White Miles“, der mit minimalistischem Text, aber umso schwereren Riffs Eindruck hinterlässt. Die düstere Stimmung des Songs passt perfekt in die November-Playlist hinein. Wer also noch einen guten Song für den nächsten nächtlichen Roadtrip sucht, wird hier sicherlich fündig.

Holm (Facebook)


VON SEITEN DER GEMEINDE – „WOLFFREIE ZONE“ (VÖ: 19.11.2021)

Was Wölfe mit der Flüchtlingskrise gemeinsam haben? Auf den ersten Blick vermutlich nicht allzu viel. In der ersten Single des Albums „Almen aus Plastik“, das im Jänner 2022 erscheinen wird, zeigt das Tiroler Trio VON SEITEN DER GEMEINDE Parallelen zwischen diesen polarisierenden Themen auf – und vermischt dabei gekonnt gesellschaftliche Kritik mit dem notwendigen bisschen Witz. Extrem beeindruckend ist hier auch das in mühseligster Kleinarbeit aufbereitete Musikvideo zu „Wolffreie Zone“, das mit Stop-Motion-Effekt aus etwa 6000 Einzelbildern mit 30 beweglichen Puppen produziert wurde. Reinschauen lohnt sich – alleine wegen des Videos.

Von Seiten der Gemeinde (Facebook)


LAIKKA – „MOVING SLOW“ (VÖ: 19.11.2021)

Auf faszinierende Art und Weise vereint das Duo LAIKKA in „Moving Slow“ Elemente von verträumtem Pop, experimenteller Elektronik und düsterem Techno. Wie auch viele Werke zuvor, handelt der Song vom Abtauchen und Treiben lassen durch die Musik und vermittelt Mut zum Ausbruch aus starren Strukturen. Dass sie auch ein Händchen für Ästhetik haben, beweisen LAIKKA mit dem Musikvideo zur Single, das mit musikalisch abgestimmten Lichteffekten den Vibe des Songs noch einmal umso stärker zum Vorschein bringt. Eine vielversprechende, junge Band des digitalen Zeitalters, von der man mit Sicherheit noch viel hören wird.

Laikka (Facebook)


85 MILD – „GIVE/TAKE“ (VÖ: 19.11.2021)

Als ein weiteres Lockdown-Endprodukt ist seit letzter Woche die Debüt-EP „Give/Take“ von 85 MILD, dem Indiepop-Duo Lucia Leena und Bernhard Höchtel, zu hören. Entstanden ist die EP durch einen kreativen Austausch im Ping-Pong-Modus, in dem sich die Sängerin und der Pianist gegenseitig Ideen und Skizzen hin und hergeschickt haben. Mit diesem „Geben und Nehmen“ als Grundlage haben 85 MILD fünf Songs produziert, die sich inhaltlich mit zwischenmenschlichen Beziehungen und der damit einhergehenden Ambivalenz von Nähe und Distanz auseinandersetzen. Dass die EP sehr experimentell entstanden ist, fällt beim Hören vor allem durch die verschiedenen Synths auf. Auch die kurzen Piano-Einspieler zwischendurch, wie beispielsweise in „Tar“, geben der Musik einen hohen Wiedererkennungswert.

85 Mild (Facebook)


VELVET WASTED – „BLAME IT ON THE NIGHTS” (VÖ: 12.11.2021)

Eine neue Single hat auch die Grazer Indie-Rock-Band VELVET WASTED veröffentlicht. Diese konnten trotz der schwierigen Covid-19 Verhältnisse in den letzten eineinhalb Jahren große Erfolge feiern und sind mit ihrer Musik mittlerweile sogar Teil der Jugendbewegung „Fridays For Future“. So stößt die vierköpfige Band vor allem bei der jungen Generation auf Zuspruch. Mit Zeilen wie „Blame it on our hearts for wanting more” ist auch der neu erschienene Song stürmischen Jugendzeiten gewidmet.

Velvet Wasted (Facebook)