PROZOROV TRIO: „Porto Franco“

Blickt man auf die vielen verschiedenen Projekte, an denen Andrej Prozorov beteiligt ist (u.a. Fatima Spar & Freedom Fries, Karl Ritter Trio, Bulut Band), kann man es sich in etwa schon ausmalen, man hat es hier definitiv mit einem Musiker der etwas vielseitigeren Sorte zu tun. Der 1975 in der Ukraine geborene und seit vielen Jahren in Wien lebende Saxophonist fühlt sich in den unterschiedlichsten musikalischen Umfeldern wohl, was er jetzt auch auf seiner eben erschienenen CD „Porto Franco“ (Freifeld Tonträger) auf sehr schöne Weise zum Ausdruck bringt. Andrej Prozorov unternimmt gemeinsam mit Walter Singer (Kontrabass) und Christian Bakanic (Akkordeon) eine höchst unterhaltsame und von jedem Traditionsgedanken befreite Erkundungsfahrt an die Grenzbereiche des Jazz, die einfach großen Spass macht.

Andrej Prozorov, der in seiner Karriere unter anderem schon mit so namhaften Größen wie Joe Zawinul, Wolfgang Puschnig, Alegre Corea und John Sas auf der Bühne gestanden ist, zeigte sich, das verrät zumindest seine Biographie, eigentlich immer schon als ein Liebhaber vieler Musikstile. Ursprünglich klassisch ausgebildet, entdeckte der Saxophonist doch recht schnell seine Liebe auch zum Jazz und zu anderen Formen der Weltmusik. Ein Umstand, der vor allem in der Musik seines Trios unüberhörbar durchklingt.

Kraftvoll und variantenreiche Melodien

Seine von einer sanften lyrischen Note getragenen Nummern kommen einer Reise durch die unterschiedlichsten Klanglandschaften gleich. Den Jazz in vielschichtiger Weise mit Elementen aus der Klassik, dem Tango Nuevo und Klezmer, der französischen Musette und der Musik vom Balkan anreichernd, formen sich Andrej Prozorov und seine beiden Mitstreiter Walter Singer und Christian Bakanic eine musikalische Sprache, an der man vor allem wegen ihrer sehr abwechslungsreichen Note Gefallen findet.

Viel setzt der Saxophonist auf die Wirkung seiner kraftvollen und mit viel Spielwitz variantenreich dargebrachten Melodien, deren Spektrum von gediegen elegant bis hin zu fast schon poppig reicht. Man fühlt sich von den Stücken wohlig angezogen, lassen sie doch erfreulicherweise jede Sperrigkeit missen. Es geht auf „Porto Franco“ einzig um die Lust an der Musik, und die wird von den Beteiligten in richtig mitreißender Art vorexerziert und ausgelebt. Ein wirklich in vielen Farben hell erleuchtendes musikalisches Feuerwerk.
Michael Ternai

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