Projekt EchtZeit: Karlheinz Essl trifft auf Heinrich von Kalnein

Zu einem hoch interessanten musikalischen Aufeinandertreffen kommt es am 16. Juni im Grazer Stockwerk Jazz. Mit dem Elektroniker, Komponisten und Sounddesigner Karlheinz Essl und dem Saxophonisten und Flötisten Heinrich von Kalnein begegnen sich auf der Bühne zwei der renommiertesten Vertreter der österreichischen Avantgarde-Szene. Und das zum allerersten Mal. Was die BesucherInnen erwarten dürfen, ist eine spannende, vielschichtige, experimentelle und vom Geiste der Improvisation getragene Klangreise, deren Ziel zu Beginn keinem der Protagonisten bekannt ist. Ein außergewöhnliches Hörerlebnis ist garantiert.

Das Schöne an dieser erstmaligen Kollaboration dieser beiden Ausnahmekünstler ist, dass es wirklich nahezu unmöglich ist, vorherzusagen, welche Richtung das Duo im Rahmen dieses Konzertes einzuschlagen gedenkt. Beide, Karlheinz Essl und Heinrich von Kalnein, sind bekannt dafür, dass sie sich in ihren avantgardistischen und ungemein facettenreichen Arbeiten nicht unbedingt an herkömmlichen musikalischen Mustern und Strukturen orientieren, sondern immer wieder den Versuch unternehmen, vollkommen neue Zugänge und Ansätze für sich und das Publikum erlebbar zu machen.

Im Laufe seiner musikalischen Karriere betätigte sich der 1960 in Wien geborene Karlheinz Essl, der unter anderem bei Friedrich Cerha Komposition und bei Dieter Kaufmann elektroakustische Musik studiert hat, in nahezu allen Genres, egal ob es nun in einem Jazzensemble oder in einem Rockprojekt war. Heute zählt er zu den führenden zeitgenössischen Klangkünstlern Österreichs. Grenzen, wenn es darum geht, sich musikalisch auszudrücken, kennt Karlheinz Essl nicht. Das Experiment steht im Vordergrund seiner Arbeit, in der er sich intensivst mit der Erschaffung neuer Klänge beschäftigt. Der Musiker, Komponist und Sounddesigner arbeitet dabei vorwiegend mit seinem Laptop, den er zu einem Live-Elektronik-Instrument umgewandelt hat. Im Rahmen des Konzertes in Graz spielt der Professor für elektroakustische und experimentelle Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien auf dem von ihm selbst entworfenen elektronischen Instrument m@ze°2.

Wie Karlheinz Essl fühlt sich auch sein Partner an diesem Abend, Heinrich von Kalnein, vorwiegend  in den freien Spielformen beheimatet. Was den Saxophonisten und Flötisten, der unter anderem für die Big Band Graz (JBBG) tätig ist, neben seiner spielerischen Virtuosität noch auszeichnet, ist sein ausgeprägtes Verständnis dafür, unterschiedlichste Ansätze unter einen gemeinsamen Hut zu bringen. Beispiele seines vielschichtigen Repertoires sind seine Zusammenarbeit mit dem Bassist Adelhard Roidinger (Filmmusik „Architekturen“), die Band „X-tra“ (mit Keyboarder Uli Rennert), sowie sein eigenes Trio KAHIBA („Orbital Spaces“).

Wenn sich also zwei solch musikalische Freigeister gemeinsam die Bühne teilen, ist ein wunderbarer Konzertabend quasi garantiert. Aus diesem Grund sollten sich Liebhaber anspruchsvoller Klänge diese wunderbare Gelegenheit auch nicht entgehen lassen. (mt)

http://www.essl.at/
http://www.heinrichvonkalnein.com/
http://stockwerkjazz.mur.at/