Bild Powernerd
Powernerd (c) Clemens Schneider

POWERNERD – „Nerd Power“

Drei nicht identifizierbare Gestalten im Discokugelgewand veröffentlichen am 16. September 2016 endlich ihr Debütalbum – die Rede ist von POWERNERD und dem langersehnten Release von „Nerd Power“ (Seayou Records).

Nach diversen Singles, einer EP und nun dem Debütalbum weiß man immer noch nicht, wer diese drei in den 1980er-Jahren hängen gebliebenen Typen sind. Sind es Menschen? Oder sind es zu Robotern mutierte Ghostbusters? Wer Powernerd noch nie gehört hat, kann sich deren Musik folgendermaßen vorstellen: ein Android mit Yngwie-Malmsteen-Programmierung, ein Synth-Technopriester und ein Drumroboter schließen sich zusammen, um den Film „Ghostbusters“ mit „Dirty Dancing“ zu mixen und so eine dystopische Zukunft der 1980er zu schaffen. Klingt verwirrend, aber ist es eigentlich nicht – wenn man das Album hört.

Die 80er from outer space

Cover "Powernerd"
Cover “Nerd Power”

Es ist nicht klar, ob die Band beabsichtigt hat, so spacig zu klingen, aber sie tut es. Und dabei ist ihre Musik so lässig, dass man nicht anders kann, als sie cool zu finden. So zum Beispiel das Lied „Powernerd Anthem“, welches wirklich eine Menge Power hat. Die E-Gitarre ist anfangs sehr präsent, wird jedoch nach und nach vom Synthesizer überlagert. Kick und Bass sind im mittleren Temop, also nicht zu schnell, aber auch nicht wirklich langsam. Die Stimmung ist gelassen, als wäre es die Musik für die Opening Credits eines Films. Ein ganz anderes Kaliber ist das darauffolgende Lied „White Cars“ feat. Ankathie Koi von Fijuka. Das Lied ist witzig und unterhaltsam, es ist nicht ganz typisch Powernerd, aber es passt in das Konzept des Albums und ist einfach zu lustig, um es außen vor zu lassen.

Die Songs des Albums fließen ineinander, als wären sie ein großer Track, was übrigens ein Talent der drei ist, denn auf der EP „Vendigo“ konnte man diese fließenden Übergänge auch schon hören. Die Gitarre hat auf jedem Track eine eigene Bühne, sie spielt die aufregendsten Riffs, während der Synthesizer ganz im Stil der 80er mehr oder weniger monotone Tonfolgen spielt. Das Album ist abwechslungsreich, aber dennoch ein rundes Ganzes. Die Erfolgssingle des Trios „BMX“ findet man auch auf dem Album, was das Publikum sicher freuen wird, denn das Lied ist eines der Besten von Powernerd. Gefangen in der Vergangenheit oder nicht: Die drei Unbekannten sind weder altvaterisch noch von gestern, sie machen den Musikstil der 80er einfach nur wieder salonfähig – ebenso wie Fijuka, mit denen sie – im musikalischen Sinne – übrigens hervorragend zusammenpassen.

Antonia Seierl

Links:
Powernerd (Facebook)
Seayou Records