
Mehr durch Zufall als durch pubertären Verstand kam es zu einer Bandgründung. In der oststeirischen Bezirkshauptstadt Weiz nahm alles seinen Anfang: Für ein kleines Filmprojekt des Sängers und Kreativkopfes Wolfgang Möstl wollten die Kollegen gewissermaßen bloß an einem zugehörigen Soundtrack basteln. Man war sich jedoch bald einig, dass es auch ohne Soundtrack-Projekt enormen Spaß macht, gemeinsam an den Klampfen, Schlagzeug und Keyboard zu werkeln und so wurde aus einem kleinen Hobby eine große Passion. Im Mittelpunkt des Zeitvertreibs: Die Erschaffung einer fulminanten Lärm-Architektonik, die es in Österreich nicht alle Tage zu hören gibt.
Im Herbst 2002 wurde beim heimischen Festival „Rock gegen Rechts“ das erste mal Bühnenluft geschnuppert, damals noch unter dem Namen „The Lacerations“. Anscheinend hatten die Jungs ein gutes Gespür dafür, dass Bands welche mit „The“ beginnen einem Hype folgen, der mittlerweile an Langweile nicht mehr übertroffen werden kann. Und der englische Terminus für „Fleischwunde“ klingt dann doch ein bisschen zu sehr nach tiefst provinzieller Trash-Metal Band. Könnte leicht sein, dass man nach einer starken Apfelmost-Infusion und des gemeinsamen Stromkreis-Bastelns auf den Gedanken eines neuen Bandnamens kam. Zumindest klingt alleine der Name Killed by 9Volt Batteries alles andere als gewöhnlich und lässt Großes erwarten. Das Quartett fasst sich aus Sänger, Gittarist und Songschreiber Wolfgang Möstl, Bassist Mario Zangl, Schlagzeuger Mario Loder und Keyboarder Philipp Ludersdorfer zusammen. In der anfänglichen Formation nahm Stefan Christandl den Platz des Bassisten ein, verließ die Band aber noch in den Zeiten, als die Noise-Formation auf dem selbst gegründeten Label Numavi Records ihre Erstlingswerke wie „Comercial Suicide“ oder „Wild Rascals Kill Wilder Rascals“ in kleinen Auflagen veröffentlichten.

Ein neues Album steht schon in den Startlöchern, der Veröffentlichungstermin ist auf Ende September dieses Jahres angelegt auch ein Werkstitel ist schon gefunden. „The Crux“ soll die Platte getauft werden. Einen kleinen Vorgeschmack darauf bietet bereits die Single “Impulse Control“, die seit Anfang März als Gratis-Download auf der Label-Homepage zur Verfügung steht. Darf man dem Gehörten Glauben schenken, kann man sich auf eine Noise-Operette in mehreren Akten und einer extrem bombastisch plärrenden Kulisse einstellen. Jene mit sensiblen Lauschern sollten sich schon jetzt mal eine Multipackung Ohropax besorgen, denn leise Töne werden auch diesmal kaum angeschlagen werden.
Für die Produktion zeigt sich übrigens kein anderer als Patrick Pulsinger verantwortlich, der – obwohl in der Elektro-Sparte heimisch- keine Scheu zeigt, sich neuen Dingen zu widmen. Nachdem die Vierer-Kombo im Studio ordentlich in die Seiten und Tasten gehauen hat, gönnt man sich derweil eine kleine Ruhepause. Auf der Homepage lässt sich derzeit nur ein einziger Auftritt beim Augsburger Noisefest Anfang Mai herauslesen. Doch spätesten bei der angekündigten Veröffentlichung von „The Crux“ Anfang Herbst, wird man die Batteries wieder in gewohnter Lo-Fi Manier live zu hören und zu sehen bekommen. (bw)