
Durch die Bank begannen die jungen Musikanten bereits im Kindesalter mit den ersten Ausbildungsschritten. So startete ein Großteil der Besetzung mit der klassischen Blockflöte, die sie im sukzessiven Wachstum gegen entsprechend größere Blechblasinstrumente zu tauschen begannen. Gemein ist ihnen auch die Ernsthaftigkeit in Bezug auf ihre künstlerische Entwicklung, sind sie doch allesamt Studenten der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Nichts desto weniger ist die musikalische Signatur von Federspiel nachhaltig geprägt durch die Herkunft und den Hintergrund jedes einzelnen Musikers – alle (musik-)biografischen Elemente fließen unweigerlich in die Gruppe ein.
Was Federspiel von der allgemeinen Renaissancekultur und insbesondere von anderen zeitgenössischen Inkarnationen europäischer Folklore wohltuend abhebt, zeigt sich auf verschiedenen Ebenen. Da ist zum einen der regional ausgeweitete Begriff volkstümlicher Tradition, der neben der alpinen Heimeligkeit auch ehemalige Kronländer Österreich-Ungarns mit ins Auge fasst. Somit gehört neben den vertrauten Polkas, Walzern und Märschen beispielsweise auch der ungarische Csárdás zur musikalischen Sprache von Federspiel. Immer wieder blinzeln auch slawische oder mexikanische Brass-Rhythmen aus den Arrangements und Melodien hervor, was zumindest die prinzipielle Offenheit des Septetts unterstreicht.

Somit gelingt der jungen Formation ein souveräner Spagat zwischen volksmusikalischer Sittenpflege und zeitgemäßer Öffnung und Adaptierung; zwischen dem Aufspüren der Ursprünglichkeit, welche allmählich durch kommerzialisierte Zerrbilder und Schlagerstadl-Idiotien verdeckt wurde, und der Lebendighaltung vermeintlich schon erstarrter Tradition. Dass diese Leistung von sieben Musikern im Alter von Anfang 20 vollbracht wurde, verheißt für deren Zukunft nur das Allerbeste.
Line up:
Simon Zöchbauer – Trompete/Flügelhorn
Philip Haas – Trompete/Flügelhorn
Ayac Jimenez-Salvador – Trompete/Flügelhorn
Frederic Alvarado-Dupuy – Klarinette
Thomas Winalek – Posaune/Basstrompete
Matthias Werner – Posaune
Robert Puhr – Tuba
David Weidinger
Fotos Federspiel © Julia Wesely