Bild Playing Savage
Playing Savage (c) Severin Wurnig

PLAYING SAVAGE – „Wild“

Die österreichische Funk-/Rock-Band PLAYING SAVAGE veröffentlicht am 21. Oktober 2016 ihr Debütalbum „Wild“ (Seayou Records). Die erst vor Kurzem gegründete, verrückte Truppe zeichnet sich vor allem durch das Songwriting der Frontfrau SAVAGE aus.

Die Gründerin und Frontfrau der Band, Savage, kommt eigentlich aus den USA, genauer gesagt aus New York, und ist eine klassisch ausgebildete Musikerin. Um ihr Studium abzuschließen, zog sie nach Wien, erkannte dann jedoch, dass sie in eine andere Richtung wollte. So arbeitete sie mit dem Produzenten des Singer-Songwriters Julian LePlay zusammen und schrieb einen Song für Thorsteinn Einarsson, welcher dann prompt ausgezeichnet wurde. Im Wind des Erfolgs gründete die Amerikanerin mit einer jungen verrückten Truppe die Band Playing Savage und zog dank ihrer herausragenden Songwriting-Fähigkeiten die Aufmerksamkeit von Wanda-Produzent Paul Gallister auf sich. So entwickelte sich der Weg zu ihrem ersten Album, dessen Lyrics sie allesamt innerhalb von zwei Wochen geschrieben hat.

„When is my time to shine?“

Das Album steigt sofort mit der vorab veröffentlichten Single „Bigger“ ein: Funky, witzig und cool zugleich, gepaart mit Savages soulig-verrauchter Stimme bewegt der Song das Publikum unweigerlich zum Tanzen. Ähnlich cool ist auch „This Is Love“, der darauffolgende Track, der – passend zum Titel – voller Verliebtheit steckt und sofort Schmetterlinge im Bauch flattern lässt. Die Band mischt den funky 80er-Jahre-Sound geschickt mit modernem Pop und Soul; das Ergebnis ist eine Musik, die alles andere als gewöhnlich klingt. So ist zum Beispiel der Song „Sing“ trotzig und fröhlich, man will lachend zu tanzen anfangen, im Regen herumrennen und fremde Menschen küssen. Doch auch die aufgewecktesten Menschen sind zerbrechlich: Dies zeigt Savage unter anderem mit dem Lied „Unstable“, welches so gefühlvoll und melancholisch ist, dass man sofort Gänsehaut bekommt.

Cover Wild
Cover “Wild”

Die traurige Stimmung schlägt jedoch gleich wieder in waschechte Tiefen-Coolness um, die an Amy Winehouse erinnert. Es bleibt mit „Time To Shine“ zwar ruhig, aber diese Ruhe zeugt mehr von Lässigkeit als Melancholie. So wild wie am Anfang wird es nicht in den nächsten Songs, die Atmosphäre schwankt weiterhin zwischen Coolness, Hoffnung und Zerbrechlichkeit. In einem der Lieder treffen sogar alle drei Stimmungen zusammen: „Diving Into Love“ ist ein wahres Gefühlsbad, denn obwohl es generell fröhlich ist, sind sowohl traurige als auch hoffnungsvolle Elemente dabei. Das Album schließt mit dem Track „Recover“, der noch einmal den vollen 80er-Jahre-Funk zur Geltung bringt – zuerst eher entspannt, aber der Refrain ist tanzbar wie sonst was.  Playing Savage hat es wirklich drauf – sowohl im Songwriting als auch im instrumentalen und musikalischen Bereich. Hoffentlich bleibt Savage uns noch lange in Österreich erhalten, denn diese Art von Musik hört man hier wirklich außerordentlich gerne!

Antonia Seierl

Links:
Playing Savage (Facebook)
Seayou Records