
Lebenslauf
Entschlossen und engagiert eröffnet Pia Palme Wirkungsfelder zwischen Konzept und Kontext, Komposition und Improvisation, zwischen akustischer und elektronischer Musik. Sie entwirft feingliedrige Konzepte in unterschiedlichen Dimensionen und stellt Vokal- und Instrumentalmusik in raumgreifende Anordnungen, um Zwischentöne aufzunehmen und zu verlautbaren.
Facettenreich ist ihr Ansatz nach ganz unterschiedlichen Studien: Musik am Konservatorium Wien (heute Privatuniversität), Mathematik und Geometrie an der TU Wien, Improvisation an der Naropa University in Colorado.
Im Mittelpunkt ihres Schaffens steht derzeit die Stimme, oft mit seltenen Instrumenten, Apparaturen und Elektronik kombiniert, sowie die kontinuierliche Arbeit mit Audio-Partituren. Seit 2011 forscht und arbeitet sie außerdem an einer künstlerischen Dissertation in Komposition bei Liza Lim an der Universität Huddersfield, GB.
Neues Terrain begeht sie auch als gefragte Musikerin und Improvisatorin mit der 2007 entwickelten Subbassblockflöte des Schweizer Instrumentenbauers Küng. Weiters setzt Palme ein elektronisches Setup ein, mit dem sie ihr bisweilen zerlegtes Instrument oder andere Klangquellen moduliert und verarbeitet.
Zusammen mit Gina Mattiello gründete sie 2007 das Festival e_may für neue und elektronische Musik. Sie lebt in Wien, wo sie mehrfach Arbeitsstipendien und Kompositionsförderungen erhielt.
Werke
LIP OF THE REAL (2012)
woman / composer / (m)other
für Stimme (Mezzosopran) mikrofoniert mit Kehlkopfmikrofon, Schlagwerk und 4-Kanal Elektronik.
Texte: Margret Kreidl (Deutsch), Anne Waldman (Englisch), Pia Palme (Englisch)
Libretto: Pia Palme
UA in der Reihe Elektronischer Frühling, Alte Schmiede Wien mit Lore Lixenberg, Mezzosopran; Bernd Thurner, Schlagwerk; Pia Palme, Live-Elektronik; Alfred Reiter, Sounddesign; weiters beim Festival RAFLOST, Reykavik.
CANTU FOLIATO (2012)
Komposition mit Audio-Partitur/Baukasten für Vokalensemble SATB, 2-4 Kopfhörer,
für 4 bis 20 Stimmen. Optional: Live-Elektronik.
Mit Texten/Textteilen aus IOVIS von Anne Waldman.
Dauer variabel von 7:30 bis 15 min.
DER KÜHNERE ENTSCHLUSS. (2011)
Entwurf für Stimme, Oboe da Caccia, Elektronik und die Sprechmaschine von Kempelen; für das Festival Klangspuren Tirol und e_may
Besetzung: Oboe da Caccia, Stimme, Sprechmaschine mikrofoniert (DPA 4099 vorne am Schalltrichter und ein Kontaktmikrofon C411 unten am Boden des Blasebalgs),
Elektronik (Ableton live, 2 Ringmodulatoren, analoge und digitale Effektgeräte)
Texte aus: Margret Kreidl: „Meine Stimme“, Hansjörg Zauner: „seiltänzergerümpel“ sowie aus dem Exerzierreglement für die k.u.k. Fusstruppen 1911.
Libretto: Pia Palme
UA mit Gina Mattiello, Stimme; Molly McDolan, Oboe da Caccia; Pia Palme, Sprechmaschine und Elektronik beim Festival Klangspuren, Innsbruck, weiters in Wien, Moozak Festival.
BARE BRANCHES (2012)
im Auftrag von wien modern und e_may, UA 25.10. bei wien modern
Foto: © Nikolaus Karlinsky