
Etwas, dass das sympathische Zweiergespann aus dem Burgenland im positiven Sinne aus der Reihe tanzen lässt, ist seine Fähigkeit, in jedem Moment alle Natürlichkeit zu bewahren. In einer Zeit, in der im Popzirkus oftmals das Drumherum mehr zum Thema gemacht wird als die Musik selbst, ist das alles andere als eine Selbstverständlichkeit. An dem Punkt, an dem andere Acts in der Hoffnung auf den schnellen Erfolg sich von ihrem eigenen Stil, ihrer eigenen musikalischen Sprache verabschieden und dabei Gefahr laufen, etwas aus sich zu machen, was sie eigentlich gar nicht sind, genau an diesem überzeugen Philipp Kogler (Gesang, Gitarre) und Julia Prötsch (Gesang, Schlagzeug, Klavier) mit einem hohen Grad an Authentizität. Nichts wirkt bei ihnen irgendwie gekünstelt, bemüht oder aufgesetzt, die in ihrer Stimmung von fröhlich bis melancholisch reichenden Songs der beiden kommen frei von jedem unnötigen Pathos aus dem tiefsten Inneren. Und genau das hört und spürt man auch.
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Wiewohl die Zahl der musikalischen Ingredienzen des Duos eine überschaubare ist, gelingt es dem burgenländischen Zweiergespann aus den zur Verfügung stehenden Mitteln dann doch ein etwas Mehr herauszuholen, auch weil die beiden Beteiligten ganz offensichtlich dieses besondere Händchen fürs spannende Songwriting haben. Die irgendwo zwischen Acoustic- und Indiepop angesiedelten und erfreulicherweise alles andere als überproduzierten Nummern zeigen sich in ihrer Art sehr abwechslungsreich, vielfältig und stimmungsvoll. Mal sind es ruhige und berührende Balladen, die zum Erklingen gebracht werden, dann wiederum wechseln Philipp & Julia auf eine etwas flottere Spur und, und, und. Die Songs wachsen mit jedem Durchlauf, weil sie ein jedes Mal auch immer wieder neue kleine Geheimnisse, Details und Zwischentöne offenbaren.
Man kann durchaus sagen, dass Philipp & Julia mit ihrem Erstlingswerk “so einfach” mehr als nur eine Talentprobe abliefern. Das Duo hat seine Prüfung meisterhaft absolviert, und zwar auf eine Weise, die genauso Spaß macht, wie sie auch jedem Anspruchsdenken gerecht wird. (mt)
Termine:
11.04. Chelsea, Wien
12.04. Proestl, Mannersdorf
16.04. Rockhouse, Salzburg
17.04. Parkhaus, Klagenfurt
18.04. Becks Bar, Zwettl a.d.R.
24.05. Black Eagle, Kirchschlag
29.05. Club Wakuum
18.06. Tatue, Rohrbach