Bild Peter Kronreif
Peter Kronreif (c) Severin Koller

PETER KRONREIF WAYFARERS – „Aeronautics“

Der Salzburger Schlagzeuger PETER KRONREIF und seine Band WAYFARERS durchwandern auf ihrem Album „Aeronautics“ (Fresh Sound New Talent; VÖ 5.2.) auf wunderbar stimmige und spannungsgeladen wechselhafte Weise die Welt des zeitlos gediegenen Jazz.

Es ist schon eine Weile her, dass der in New York lebende österreichische Schlagzeuger und Komponist Peter Kronreif als Bandleader in Erscheinung getreten ist und ein Album veröffentlich hat. Exakt sind es zehn Jahre, die seit dem Erscheinen von „Gloaming“ – dem Debüt seiner Band Wayfarers – vergangenen sind. Aufgenommen hatte es der damals eben frisch mit dem Hans-Koller-Preis ausgezeichnete Schlagzeuger, um bei der wenige Monate später stattfindenden Preisverleihung ein abendfüllendes Konzert spielen zu können. Warum es seitdem nicht mit einem weiteren Album seines Projektes geklappt hat, begründet Peter Kronreif mit seiner sehr hohen Auslastung als Sideman in den letzten Jahren.

Jetzt aber darf man sich wieder über neue Musik von Peter Kronreif freuen. Der aus Salzburg stammende Schlagzeuger, der trotz seines vollen Terminkalenders trotzdem auch immer wieder ein wenig Zeit zum Komponieren gefunden hat, meldet sich nun in Form des Albums „Aeronautics“ zurück. Und das in richtig toller Manier.

Ein elegant verspielter Jazzklang

Peter Kronreif, der für die Realisierung seines zweiten Albumprojekts mit Andrew Gould (Altsaxofon), Lucas Pino (Tenorsaxofon), Addison Frei (Piano), Martin Nevin (Bass) und den beiden Gitarristen Matthias Löscher und Alex Wintz eine Schar hochkarätiger Musiker um sich geschart hat, verwirklicht mit diesen auf „Aeronautics“ einen Jazzklang, der in einer ungemein facettenreichen Form und einem ausgesprochen eleganten und zugleich luftig leichten Ton seinen Ausdruck findet.

Kronreifs Stücke bauen viel Spannung auf, mit schönen Melodien und Harmonien, die sich wie von Geisterhand zu vielschichtigen Bögen verweben und dabei ungemein viel Atmosphäre entwickeln, mit wunderbar verspielten Passagen, die immer wieder auch den Raum für das Experimentelle und Schräge öffnen, mit ruhigen und einfühlsamen Tönen, die einen sanft umschmeicheln, und spontanen Wendungen, die immer wieder auf andere Fährten locken.

Es ist ein Vergnügen, sich durch das Album von Peter Kronreif zu hören. Der Schlagzeuger und seine Wayfarers treffen genau den Ton, der ohne Umwege die Seele durchflutet und von der ersten Sekunde an die Einladung ausspricht, sich voll und ganz von dem musikalischen Schauspiel und dessen warmen Klangfarben verzaubern zu lassen.

Michael Ternai

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