ORTUNG Stuhlfelden

Das 3-wöchige, mit 6 KünstlerInnen besetzte Symposium richtet die Aufmerksamkeit auf Prozesse. Die Zusammensetzung der Gruppe, die mehrere künstlerische Sparten oder Disziplinen umfasst, sowie der kleine Ort Stuhlfelden im Oberpinzgau sind der Kontext, in dem Kommunikation und (Zusammen-) Arbeit, also Gemeinschaft entstehen wird.

Die Auswahl der teilnehmenden KünstlerInnen berücksichtigt verschiedene Genres, so dass eine Oszillation zwischen den künstlerischen Disziplinen, zwischen Theorie und Praxis, zwischen Konzept und künstlerischer Technik, künstlerischer Produktion, ihrer Kontextualisierung und Vermittlung stattfinden kann.

Aus der Begegnung der KünstlerInnen untereinander und aus der Begegnung der KünstlerInnen mit dem Ort und seinen BewohnerInnen könnte das entstehen, das Nancy als die Wirklichkeit der Fremdheit bezeichnet hat, als Affirmation des nackten Vertrauens, der vertrauenden Nacktheit […], welche jene der gewöhnlichen Begegnung ebenso ist wie jene der unbekennbarsten Verbindung.

Man muss auch bedenken, dass es schon, immer schon ein „Werk“ der Gemeinschaft gegeben hat, eine Operation des Teilens, die stets jeder singulären oder generischen Existenz vorausgegangen ist, eine Kommunikation und eine Ansteckung, ohne die es, absolut generell, keinerlei Präsenz und keinerlei Welt geben könnte, …” Jean-Luc Nancy, Die herausgeforderte Gemeinschaft. Zürich, Berlin 2007, S 32.

Küchentisch und Partnerschaften

Ausgangspunkt dieser Begegnungen ist der Küchentisch, das Kochen in den Küchen der potenziellen GastgeberInnen, das gemeinsame Essen als Zeremoniell der Gemeinschaft, als Grundlage für den Aufbau von Beziehung, Austausch und Interaktion. Am Küchentisch werden Meinungen diskutiert und Pläne geschmiedet. Kein zentraler Ort des Verortens, sondern viele ausgesuchte Orte und Räume.
Der Küchentisch, das Kochen als Metapher für Schaffen, Experimentieren, Brodeln, Schmieden, Planen, Aushecken, Genießen.
Gemeinschaft wird also langsam entstehen, Partnerschaften zwischen den TeilnehmerInnen und den EinwohnerInnen sich nach und nach etablieren. Das Auskundschaften von Arbeitsräumen oder Arbeitsmöglichkeiten etwa, das Suchen und Finden von Material (unterschiedlich jeweils für Skulptur, Bild, Musik oder Wort), Situationen, von Orten und Gedanken. Die Erfahrungen und Prozesse sind Quelle für Weiteres, außerhalb des Symposiums Liegendes vielleicht.

Konzeption und Durchführung:
Wolfgang Seierl

31. August bis 20. September 2015

Billyjean (Antwerpen/BE)
Stephen Mathewson (Salzburg/Wien/A/USA)
Veronika Mayer (Wien/A)
Esther Moises (Salzburg/A)
Teresa Präauer (Wien/Linz/A)
Benoit Tremsal (Eitorf/D/F)

http://www.seierl.com/ortungstuhlfelden.htm