OPEN CALL DIGITAL SPRING FESTIVAL 2018: “TRANSHUMANISM UPDATES ARE AVAILABLE”

DIGITAL SPRING ist ein biennales Medienkunstfestival, das von ARGEKULTUR, SUBNET, SALZBURGER KUNSTVEREIN, CENTER FOR HUMAN-COMPUTER INTERACTION (HCI) der UNIVERSITÄT SALZBUG und weiteren PartnerInnen in Salzburg im März 2018 veranstaltet wird. Inhaltlich wird sich die nächste Festival-Ausgabe mit dem Thema „Transhumanismus“auseinandersetzen.

Bis zum Jahr 2045 soll der Mensch seine biologischen Grenzen überwunden haben – das prophezeit der Futurologe und Google-Chefentwickler Ray Kurzweil, ein Vordenker der sogenannten Transhumanismus-Bewegung. Der Transhumanismus untersucht die Möglichkeiten, biologische Grenzen durch Technologie zu überwinden durch die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Maschine. In einer posthumanen Zukunft soll der heutige Mensch, mit all seinen biologischen Gebrechen und Fehleranfälligkeiten, überwunden werden. Höchstes Ziel ist es, die Einheit von Körper und Geist ganz aufzulösen. (Radikale) Transhumanist-Innen hoffen, dass es uns künftig gelingt, unser Wissen, unsere Fähigkeiten und unsere Persönlichkeit zu digitalisieren. Dieses digitale Ich könnten wir dann in beliebige virtuelle Körper und virtuelle Welten hochladen und könnten somit, nicht mehr auf unsere sterbliche Hülle angewiesen, ewig leben.

Das Potential zur Befreiung von gegenwärtigen Beschränkungen der Menschen sehen TranshumanistInnen in der Verbindung verschiedener Forschungsfelder – Medizin, Genetik, Biochemie, Nanotechnologie und Informatik, die es uns ermöglichen sollen, den Menschen oder einzelne seiner Teile künstlich nachzubilden. Das EU-finanzierte „Human Brain Project“ will beispielsweise einzelne Abschnitte von menschlichen Gehirnen gegen künstliche Gehirnteile, gegen Computerchips, austauschen und damit Krankheiten wie Parkinson besiegen. Viele TranshumanistInnen wollen noch früher ansetzen und Krankheiten erst gar nicht entstehen lassen, in dem sie den Genpool der künftigen Kinder modifizieren. Die SingularistInnen wiederum setzen auf künstliche Intelligenz und den ihrer Meinung nach nicht so fernen „Day of Singularity“, den Moment, an dem Maschinen intelligenter sind als Menschen.

SCHÖNE NEUE DIGITALE WELT?

Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven und wer hat Zugang zu diesen Technologien? Werden wir Cyborgs in einer postmodernen, postpatriarchalen, postkapitalistischen und postgender Gesellschaft leben, wie sie Donna Haraway in ihrem „Cyborg Manifesto“ in Aussicht stellt? Kann es damit tatsächlich zu egalitärer Verteilung von Bildung und der Minderung von physischem wie psychischem Leid kommen?

Oder werden wir dadurch anfällig für Cyber- und Virenattacken, die nicht nur unsere persönlichen Daten sondern sogar unsere Gedanken abgreifen können oder unsere Körper hacken, um z. B. unsere Herzschrittmacher außer Kraft zu setzen?

Welche Auswirkungen sind auf gesellschaftliche Organisationsformen denkbar? Besteht die Gefahr neue kapitalistische Klassensysteme zu schaffen und die Gesellschaft zu teilen in jene, die sich die Updates leisten können und die anderen, die das nicht können? Werden rassistische und sexistische Gegenwartstendenzen und der Eugenik-Wahnsinn der Vergangenheit direkt in die Zukunft transformiert in die „Schöne neue Welt“ der TranshumanistInnen, in der es nur mehr weiße, gesunde, attraktive und intelligente Heteros gibt? Welche Folgen hat die Technisierung des Menschen für die Industrie, aber auch das Militär und die Kriegsführung von morgen?

Und ist die Entwicklung von vollständig künstlicher Intelligenz tatsächlich das Ende der menschlichen Spezies, wie Stephen Hawking, Tesla– und SpaceX-Chef Elon Musk oder Apple-Mitgründer Steve Wozniak warnend mahnen?

WE WANT YOU!

Gesucht werden nicht-kommerzielle Medienkunst-Projekte, die sich inhaltlich mit den Chancen wie Risiken, die der Transhumanismus für die Gesellschaft birgt, beschäftigen und diese künstlerisch innovativ ausloten.

Die eingereichten Arbeiten können sowohl für die teilnehmenden (Kultur-)Institutionen (ein oder mehrere Orte) als auch den öffentlichen oder/und virtuellen Raum konzipiert sein, sollen jedoch nicht schon woanders präsentiert worden sein. Je nach Umfang und Art des Projekts werden Förderungen zwischen mindestens 300 bis maximal 3.000 Euro gewährt sowie Räumlichkeiten, (technische) Infrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen dieser Ausschreibung können auch Bewerbungen für ein Arbeitsstipendium des Landes Salzburg für Medienkunst in Höhe von 5.000 Euro eingereicht werden. Dieses wird erstmals vom Land Salzburg im Rahmen des kommenden digital spring festivals vergeben; Voraussetzung: einreichen können KünstlerInnen, die einen biographischen Bezug zu Salzburg haben (Geburtsort, Hauptwohnsitz, laufende künstlerische Tätigkeit, Arbeitsschwerpunkt im Land Salzburg). Dieser ist explizit darzulegen (Nachweis).

Einreichfrist
01. November 2017
an: office@digitalspring.at

Unterlagen:
Synopsis (max. 500 Wörter), detaillierte Projektbeschreibung inkl. Technical Rider, Budgetplan, CV der beteiligten KünstlerInnen.

Zusätzlich erforderliche Unterlagen für das Arbeitsstipendium des Landes: Nachweis über den Salzburg-Bezug.

Die gesamte Einreichung sollte die Maximalgröße von 10MB nicht überschreiten!

Produktionszeit:
Dezember 2017 – März 2018

Festival/Präsentation:
12. bis 18. März 2018

Rückfragen:
Cornelia Anhaus, Festivalleitung: office@digitalspring.at

Links:
digital spring festival