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Open Call der Kärntner Kulturstiftung „Umbrüche“:

Am 10. September fiel der Startschuss für den ersten Call der KÄRNTNER KULTURSTIFTUNG KKS. Kunst-und Kulturschaffende sowie Veranstalter aus ganz Österreich sind eingeladen, über die Website www.kulturstiftung.at Projekte zum Thema „Umbrüche“ zu entwickeln und einzureichen. Das Ziel ist die Förderung von herausragenden künstlerischen Ideen, Talenten und freien Kulturinitiativen, innovativen, zukunftsorientierten Projekten sowie Produktionen mit internationaler Ausrichtung, die Kärnten als Kulturland international sichtbar machen und grenzüberschreitendes Denken fördern.

Nach dem Ende der Einreichfrist am 31. Jänner (Fristverlängerung aufgrund erneut erschwerten Bedingungen) vergibt der Vorstand der KKS die Projektförderungen auf Grundlage einer Bewertung durch die Fachjury, das Kuratorium. Die Mindest-Antragshöhe eines Projektes beträgt 30.000.-Euro, die Vergabe für alle geförderten Projekte beträgt bei diesem Call insgesamt bis zu 200.000.-Euro. Die eingereichten Projekte haben nicht nur die Chance auf monetäre Unterstützung, die KKS wird in einzelnen Fällen auch bei der Vernetzung mit potenziellen Partnern, Unternehmen und Einrichtungen unterstützen, um die erstgereihten kulturellen Projekte zu realisieren.

Die Kärntner Kulturstiftung wurde 2019 von den Vorständen Monika Kircher, Ina Maria Lerchbaumer und Adolf Rauschins Leben gerufen. Sie ist österreichweit die erste allgemeine, gemeinnützige Kulturstiftung die nicht firmen-, personen-oder anlassbezogen agiert und konnte innerhalb kürzester Zeit namhafte Förderer wie die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, die KELAG Kärntner Elektrizität AG, die Privatstiftung Kärntner Sparkasse, die WH Holding GmbH Riedergarten Immobilien oder das Land Kärnten für sich gewinnen.

Nach dem Rotationsprinzip agiert das hochkarätige Kuratorium in wechselnder Besetzung. Es empfiehlt Schwerpunkte der Ausschreibungen und schlägt dem Vorstand nach unabhängiger Beurteilung Projekte für die Vergabevon Fördermitteln vor. Die Einreichungen des ersten Open Calls werden von den neu ernannten Juroren Tanja Prušnik, Daniel Wisserund Wolfgang Waldner sowie dem bestehenden Kuratoriumsmitglied Julia Malischnig unter der Leitung von Martin Traxl bewertet.

Die Vorstände der 2019 ins Leben gerufenen Kärntner Kulturstiftung – Monika Kircher, Ina Maria Lerchbaumerund Adolf Rausch – bedanken sich bei den ausgeschiedenen Jurymitgliedern Maja Haderlap, Robert Hoffererund Klaus Littmannfür ihren Einsatz bei der Entwicklung des ersten Calls.

„Wir wollen Bindeglied zwischen den Kulturschaffenden und dem Publikum sein und allen potenziellen Förderern die Gewissheit geben, dass sie mit ihrer Unterstützung die spannendsten und schlüssigsten Kunstprojekte ermöglichen. Unsere Kriterien sind allein Qualität, künstlerische Umsetzung und gesellschaftliche Notwendigkeit. Wir haben eine hochkompetente Jury aus Vertretern aller Sparten zusammengestellt, um die Kreativität im Land abzuholen und zu fördern. Wir freuen uns schon auf die Begutachtung der Ideen und Projekte!“ so Martin Traxl, Vorsitzender des Kuratoriums.

Der Call

Um den aktuellen Bedürfnissen der Kunstschaffenden gerecht zu werden, widmet sich das Kuratorium im ersten Call dem Begriff „Umbrüche“.

Die außergewöhnlichen Entwicklungen der letzten Monate haben Umbrüche in der Gesellschaft deutlich sichtbar gemacht – in der kulturellen Produktion wie auch im gesellschaftlichen Kontext. Bislang selbstverständliche Prozesse geraten schnell an die Grenze des Machbaren, der Austausch geistiger und kreativer Leistungen unterliegt drastischen Einschränkungen. Die verordnete Isolation führt zur Vereinzelung und zu einer Fragmentierung der Gesellschaft, besonders Kunstschaffende sind auf sich selbst zurückgeworfen, die Reaktion des Publikums bleibt zwangsläufig aus, die Kommunikationslinie ist unterbrochen, die Berührung fehlt.

Wir leben in einer Zeit des Übergangs. Neue Vermittlungsformen sind notwendig, alternative Herstellungsmethoden werden eingefordert, eine Abkehr von aufwändigen Produktionsformen und überbordenden Ausstattungen ist das Gebot der Stunde. Die zentrale Frage ist, ob das Verlangen nach Reduktion und Nachhaltigkeit eine neue Chance für die Kunst darstellt oder zum moralischen Imperativ wird, der die Unmäßigkeit und subversive Kraft der Kunst in Frage stellt. Auch die Diversität und Freiheit der Kunst steht auf dem Prüfstand, die Bedeutung der Kultur als Lebensmittel, das nicht nur nach den Kriterien der Markttauglichkeit bemessen werden kann.

Die Kärntner Kulturstiftung lädt Künstlerinnen und Künstler aller Sparten dazu ein, herausragende, deutlich sichtbare und nachhaltige Projektezu entwickeln, die den Zeitenbruch künstlerisch nach den Hauptkriterien thematisieren.

Das Ziel ist die Förderung von Kulturprojekten, die weit über die Grenzen Kärntens hinaus Strahlkraft entwickeln und sich interdisziplinär in verschiedenen Zugängen undSichtweisen dem programmatischen Fokus UMBRÜCHE nähern.

Mindestens zwei der folgenden Hauptkriterien müssen in einem Projekt, das zur Förderung eingereicht wird, berücksichtigt sein:

  • Positionierung Kärntens als Kulturland
  • Projekte mit Nachhaltigkeit und Multiplikator Wirkung
  • sparentenübergreifende Kooperationsprojekte
  • Projektideen von gesellschaftlicher Relevanz
  • Innovation und Zukunftswelten

Der CALL ist seit 10. September 2020 offen, die Bewerbungsfrist endet am (neu) 31. Jänner2021. Das elektronische Einreichformular und alle weiteren relevanten Informationen sind auf der Homepage der KKS abrufbar. Die inhaltliche Bewertung der eingelangten Einreichungen erfolgt durch das Kuratorium, die Ergebnisse werden von der KKS bis ca. Ende März 2021 unter www.kulturstiftung.at veröffentlicht.

Die Stiftung

Schätzen – Fördern – Vernetzen

Die Stiftungsvorstände Monika Kircher, Ina Maria Lerchbaumer und Adolf Rausch haben sich mit der Gründung der Kärntner Kulturstiftung das Ziel gesetzt, Kärnten als einzigartigen Kreativraum mit herausragenden Talenten national und international sichtbar zu machen. Als Plattform und Kulturbotschafterin möchte die KKS die geistige und kulturelle Zukunft und Identität des Landes positiv mitgestalten und zukunftsweisende Impulse im Kunst- und Kulturbereich setzen. Im Falle besonderer kurzfristiger Chancen, aber auch in Krisensituationen, werden auch Projekte ohne Ausschreibung verwirklicht, sofern sie dem Stiftungszweck entsprechen.

Grundsätzlich vergibt die Kärntner Kulturstiftung finanzielle Mittel nur im Zusammenhang mit der öffentlichen Ausschreibung eines durch das Kuratorium vorgegebenen Projektes. Die Gründungserklärung der Kärntner Kulturstiftung sieht jedoch auch Kooperationsmöglichkeiten verschiedenster Art außerhalb dieser Calls vor. Insofern sieht sich die Kärntner Kulturstiftung auch als Vermittlerin und Förderin und möchte durch Veranstaltungen verschiedenster Art die interne Vernetzung und Weitergabe von relevanten Informationen forcieren.

„Für uns sind Kunst und Kultur geistige Qualitäten und machen einen Wirtschaftsstandort aus. Aber unabhängig vom unmittelbaren Nutzen machen uns Kunst und Kultur reicher und innovativer. Mit der KKS machen wir keine Kulturpolitik und wollen die öffentliche Hand nicht aus ihrer Verantwortung entlassen aber durchaus bewirken, dass ein klareres Bekenntnis zu Kunst und Kultur entsteht und sich dies auch in den Budgets niederschlägt. Wir wollen vernetzen, stärken und unterstützen, denn Kärnten braucht nach den letzten Jahrzehnten mehr ziviles Engagement“, so Stiftungsvorstand Monika Kircher.

Bild Vorstand der Kärntner Kulturstiftung (v.l.) Ina Maria Lerchbaumer, Monika Kircher, Adolf Rausch
Vorstand der Kärntner Kulturstiftung (v.l.) Ina Maria Lerchbaumer, Monika Kircher, Adolf Rausch (c) Kärntner Kulturstiftung

Der Stiftungsvorstand

Mag. Dr. h. c. Monika Kircher (Vorstandsvorsitzende) ist ehemalige Vizebürgermeisterinund Kulturreferentin der Stadt Villach, war Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG und ist Aufsichtsrätin in verschiedensten Unternehmen.

Mag. Ina Maria Lerchbaumer ist Geschäftsführerin der Antonina Betriebs-und Verwaltungs-GmbH und nachgelagerter Gesellschaften.

Dr. Adolf Rausch ist Wirtschaftsberater, Stiftungsexperte sowie Kärntens Vertreter im Verband für gemeinnütziges Stiften.

Das Kuratorium

Martin Traxl (Vorsitzender des Kuratoriums) ist ORF-TV-Kulturchef und als Autor, Regisseur und Moderator tätig.

Dr. Wolfgang Waldner ist ehemaliger Staatssekretär im Außenministerium, Botschafter in den USA, Kulturlandesrat in Kärnten sowie langjähriger Direktor des österreichischen Kulturinstitutes in New York und des Museumsquartiers in Wien.

Daniel Wisser studierte in Wien Germanistik und ist seit 1994 als Schriftsteller, Herausgeber und Musiker tätig. Sein jüngster Roman Königin der Berge wurde 2018 mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet.

DI Tanja Prušnik ist freischaffende Architektin und Künstlerin mit nationaler und internationaler Ausstellungstätigkeit. Seit 2019 ist sie als erste Präsidentin des Wiener Künstlerhauses tätig.

MMag. Julia Malischnig ist als Gitarristin, Sängerin und Musikpädagogin international tätig. Sie ist Initiatorin und Intendantin des internationalen Gitarrenfestivals La Guitarra esencial am Millstätter See und La Guitarra im Festspielhaus Erl in Tirol.

 

Link:
Kärntner Kulturstiftung