
„Eat Skull“ ist ein schönes Beispiel dafür, dass die anspruchsvolle gitarrenorientierte Musik nicht zwangsläufig in irgendwelchen oberflächlichen Gefilden hängen bleiben muss, geht sie einmal eine Symbiose mit dem, was unter dem Begriff Pop abläuft, ein. Wolfgang Möstl, der bekanntermaßen eher im Indierock sozialisiert worden ist, wagt sich mit Mile Me Deaf auf für ihn bisher unbekanntes Terrain. Sich bewusst zurücknehmend, versucht der Sänger und Gitarrist mehr mit (Ohrwurm-) Melodien und einer an den Pop angelehnten Einfachheit zu punkten, denn durch die pure Energie, durch welche sich vor allem die Veröffentlichungen seiner Stammband Killed By 9Volt Batteries auszeichnen.
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Es ist zwar nicht so, dass sich der Steirer in seinem Nebenprojekt von seinen musikalischen Wurzeln ganz Abschied nimmt, immer noch ist seine Liebe zu dem nicht allzu glatt polierten Rocksound der 90er hörbar, dennoch wirkt das Ganze in gewisser Weise dann doch etwas zugänglicher und gefälliger, wie man es sonst von Musik des 27-Jährigen gewohnt ist. In der Umsetzung seiner musikalischen Visionen von einer Reihe langjähriger Weggefährten unterstützt, lässt Wolfgang Möstl in seinen eigenen Nummern auch vermehrt Akustikgitarren, Mundharmonikaklängen und diversen trashige Keyboardsounds Raum, was im Resultat zu einem Mehr an Abwechslung führt.
Stilistisch ansiedeln lässt sich das Dargebotene am ehesten irgendwo zwischen qualitätsvollem Indiepop mit Rockschlagseite, charmant lässigen Lo-Fi-Ansätzen, leichten Folkanleihen und dezent eingesetzten Noise-Eruptionen, eine bunte Mischung, die durchaus auch deswegen ihren Reiz hat, bringt sie doch Wolfgang Möstls kreative und freigeistige Eigenwilligkeit auf wirklich spannende Art zum Ausdruck. „Eat Skull“ ist auf jeden Fall ein Album geworden, dass sich auch erfrischende Weise von dem sonst so fabrizierten Einheitsbrei abhebt und definitiv Lust auf mehr macht. (mt)
Gefördert vom:
Mile Me Deaf