Österreichische Acts beim Eurosonic Festival: A.G. Trio

In der heimischen wie auch internationalen Clubszene schon bereits seit einigen Jahren höchst aktiv, dauerte es bis zum Frühjahr 2012, bis das A.G. Trio aus Linz, nach etlichen Remixen für andere renommierte Künstler, EP-Veröffentlichungen und zahlreichen Konzertreisen im Ausland, auch ein eigenes Full-Length Album an den Start bringen konnte. Und wie man sich das von den Soundtüftlern eigentlich erwarten und erhoffen durfte, überzeugte dieses in höchstem Maße. Denn das auf Etage Noir Special, dem Elektro-Sublabel von Parov Stelar’s Etage Noir Recordings, erschienene Erstlingswerk „Action“ hält nämlich genau das, was der Titel auch vorspricht. Nummern, die so richtig abgehen, sich in den Gehörgängen festsetzen, die vom ersten Ton an zünden und einfach dazu einladen, abzutanzen. Markus Reindl, Roland Bindreiter und Jürgen Oman, die drei Köpfe hinter diesem Musikprojekt, lieferten mit ihrem Album gleichzeitig den Beweis, dass in Sachen tanzbarer Clubmusik noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist, dass es immer noch möglich ist, in dieser Richtung auch jene etwas ausgefalleneren Wege zu beschreiten, die nicht zwangsläufig in den Gefilden des bereits tausendfach Gehörten enden. Dass ihr Weg sich mehr und mehr als ein erfolgreicher darstellt, zeigt auch die Einladung zu dem im Jänner 2013 in niederländischen Groningen stattfindenden Eurosonic Noorderslag Festival.

Es war wohl mehr dem Zufall, denn irgendeinem Plan geschuldet, dass die ursprünglich als Solo-Musiker tätigen Markus Reindl, Roland Bindreiter und Jürgen Oman einst zusammengefunden haben. In den frühen 2000er Jahren unabhängig voneinander für ein Festival im serbischen Novi Sad engagiert, beschlossen sie spontan, es einmal gemeinsam auf der Bühne zu versuchen und sich an einem improvisierten Set zu üben. Das Experiment gelang, auch weil das Publikum das von den drei Linzern Dargebotene überaus dankbar annahm und mit viel Applaus abfeierte. Dieses Konzert, das auch anderenorts viel Aufmerksamkeit erregen konnte, immerhin folgten Ausflüge zu namhaften Festivals nach Mexiko, Deutschland und Südkorea, darf daher als Geburtsstunde des A.G. Trios angesehen werden, das sich seitdem mit Nachdruck vor allem der Entwicklung einer eigenen Sprache im Kontext der elektronischen Tanzmusik widmet.

Sich in ihrem Stil irgendwo zwischen modernem Dancefloor, New Wave und dem Synthie-Pop der 80er Jahre in der Tradition solcher Gruppen wie Bronski Beat, Soft Cell oder Camouflage bewegend, entwirft das experimentierfreudige Dreiergespann für sich einen Sound, der wohl bestimmt vom treibenden und elektronischen Beat, für den Kontext Clubmusik dann doch ungewöhnlich vielschichtig, verspielt und erfrischend „unglatt“ aus den Boxen schallt. Die Stücke der gebürtigen Oberösterreicher sind dynamischen und abwechslungsreichen  Charakters und driften auch trotz ihres hohen Ohrwurmcharakters niemals ins Seichte oder Belanglose ab. Markus Reindl, Roland Bindreiter und Jürgen Oman zeigen, dass der Spagat zwischen Partytauglichkeit und eigenem Anspruchsdenken bestens funktionieren kann, bricht man erst einmal mit den gewohnten Mustern. Ein erfolgreicher Ansatz, wie die Top-Platzierungen der EP ́s „Things You Wanna Play“ und „Replay“  in den amerikanischen und kanadischen Dance-Charts, sowie die allerorts positiven Reaktionen auf das Album „Action“ eindrucksvoll belegen.

Das A.G. Trio scheint gerade drauf und dran zu sein, sich als ein ernstzunehmender heimischer Musikexport-Schlager zu etablieren, was man ihnen schon alleine aufgrund der wirklichen hohen Qualität ihrer Outputs wirklich wünschen mag. Auf jeden Fall zeigen sich die Zeichen günstig, auch beim Eurosonic Noorderslag Festival erfolgreich zu reüssieren. (mt)

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