Bild Florian Oberlechner
Bild (c) Florian Oberlechner

OBERIAN – „Caliban Island“

Die Tiroler Formation OBERIAN macht auf ihrem Album „Caliban Island“ (Listen Closely) vor, auf welch spannende und vielschichtige Weise man sich den Weg durch die Vielfalt der Musikstile bahnen kann.

Albumcover Caliban Island
Albumcover “Caliban Island”

Wer annimmt, auf diesem Album die gewöhnliche Jazzkost präsentiert zu bekommen, dem sei schon Vorab gesagt, dass das definitiv nicht der Fall ist. Ganz im Gegenteil. Was die fünfköpfige Formation Oberian nämlich auf „Caliban Island“ aus dem Hut zaubert, verhält sich im musikalischen Sinne nämlich vollkommen konträr zu dem, was man als gängig bezeichnet. Es geht in den Nummern von Florian Oberlechner (Akkordeon, Gesang, Elektronik), Martin Ohrwalder (Trompete, Elektronik), Max Schrott (Schlagzeug, Glockenspiel), Walter Singer (Kontrabass) und Anna Widauer (Gesang) höchst unkonventionell und erfrischend unvorhersehbar zu. Und das wirklich auf allen Ebenen. Da wäre zunächst schon einmal die höchst eigenwillige Instrumentierung der Truppe, die aus dem gewohnten Rahmen fällt und für ein Klangerlebnis der besonderen Sorte sorgt.

Musik, die einen immer wieder zu überraschen weiß

Auch die die musikalische Sprache der Tiroler Band offenbart sich als eine hochgradig eigene. Sie lebt von ihrer immensen stilistischen Vielfalt, die auf ganz wunderbare Weise mit vermeintlichen musikalischen Gegensätzen spielt. Die Verspieltheit des Jazz trifft auf die Gediegenheit der Kammermusik, die Energie des Rock auf das von allen Zwängen losgelöste freie Spiel, ein facettenreicher Folkklang auf noiseartige Ausbrüche, eingängige Melodien auf futuristisch anmutende experimentelle Sounds, gerade auf vertrackte Rhythmen und und und. Das Spannende an der ganzen Geschichte ist, dass man wirklich nie weiß, wohin die Reise führt, welche Entwicklung ein Stück nimmt und wo es endet. Man darf sich immer wieder aufs Neue überraschen lassen.

Florian Oberlechner und seine Band zeigen auf „Caliban Island“, was Glanzvolles entstehen kann, löst man sich einmal von allen musikalischen Zwängen. Das Album ist ein Blick über den Tellerrand des Gewöhnlichen hinaus, es ist eine aufregende und spannungsgeladene Reise durch die weite Welt der verschiedenen musikalischen Stile. Und aus diesem Grund macht es auch so viel Freude.

Michael Ternai

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