Notprogramm für die Kulturindustrie

Wien (OTS)Die Verbände der Film-, Musik- und Verlagswirtschaft verfolgen mit großer Sorge die Notfallmaßnahmen rund um den Ausbruch des Coronavirus.

Die anberaumten Maßnahmen sowie insgesamt die Situation, die das Corona-Virus ausgelöst hat, erreichen für viele Kulturinitiativen, Kreativ-Unternehmerinnen und Unternehmer und Kunstschaffenden ein existenzgefährdendes Ausmaß. Kinos, Konzertsäle und Theater schließen, Festivals, Veranstaltungen und Dreharbeiten werden abgesagt oder auf die nächsten Jahre verschoben. Verschiebungen werden dabei ebenso gravierende Folgen wie Absagen haben, da sie spätere Termine blockieren und zu einer entsprechenden Kettenreaktion führen. Weiters ist mit einem generellen Rückgang an Ticketeinnahmen, auch nach der Veranstaltungssperre, zu rechnen. Viele Veranstalter, Theater und Kinos reduzieren schon jetzt – verständlicherweise – den Umfang der jährlichen Veranstaltungen für 2020 und 2021.

So kämpfen die österreichischen Programmkinos bereits jetzt ums Überleben. Ein Ausfall im Ausmaß von 1-2 Monaten birgt die Gefahr, hier eine tragische Kettenreaktion auszulösen.

Dasselbe gilt für Musikerinnen und Musiker, ihre Agenturen und die Konzertveranstalter und die Buchverlagswirtschaft, die in den nächsten Wochen und Monaten angesichts der Absagen ums nackte Überleben kämpfen werden.

Ebenso droht die Absage und Verschiebung von Filmprojekten (die ersten Produktionen sind bereits abgesagt worden), und wir müssen damit rechnen, dass sich diese Tendenz fortsetzt und Regisseurinnen/Regisseure, Filmschaffende, Dienstleister sowie Produktionsunternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr und mehr betroffen sein werden.

Die finanziellen Ausfälle sind unerwartet und weitreichend, sodass gerade die Existenzen der kleinteiligen Wirtschaft schwer betroffen sind. Laufende Kosten stehen weniger bis keinen Einnahmen gegenüber. Die Möglichkeit von Ersatz ist in der kurzen Zeit nicht gegeben. Projekte, für die seit Monaten Vorarbeiten geleistet wurden, fallen aus. Nicht unerwähnt sollte man lassen, dass gerade Kulturschaffende in den Kulturbranchen oft am Existenzminimum leben und keine Rücklagen aufbauen können.

Die Verbände der Film-, Musik- und Verlagswirtschaft ersuchen daher umso dringender, für entsprechende Kompensationen und rasche Unterstützungen zu kämpfen!

Es braucht dringend einen Katastrophenfonds und Rettungsschirm für die besonders betroffene Musik-, Film- und Kino und Verlagsbranche.

Die bisher für den Tourismusbereich vereinbarten staatlichen Hilfestellungen sowie die wertvollen Unterstützungen der AWS mit Überbrückungskrediten ist leider für die Bedürfnisse der betroffenen Branche wenig geeignet und wäre durch Direktzahlungen zu ergänzen.

Wenn die österreichische Kultur nicht um ihre große Vielfalt gebracht werden soll, ist Handeln dringend gefordert!

Die Verbände der Film-, Musik- und Verlagswirtschaft danken für den bisherigen Einsatz in dieser einzigartigen Situation.

Die unterzeichnenden Verbände:

AKM Autoren, Komponisten und Musikverleger registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung
association of austrian filmproducers
austrian music export
austro mechana Gesellschaft zur Wahrnehmung mechanisch-musikalischer Urheberrechte Gesellschaft m.b.H.
Fachvertretung Wien Film- und Musikwirtschaft, WKO Wirtschaftskammer Wien Gewerbe Handwerk
FILM AUSTRIA Vereinigung kreativer Filmproduzenten
IG Filmdienstleister
literar mechana Wahrnehmungsgesellschaft für Urheberrechte GesmbH
music austria – MICA
Musiker-Komponisten-AutorenGilde
Österreichische Interpretengesellschaft
ÖSTERREICHISCHER MUSIKFONDS
VAM Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien
Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden
VTMÖ – indies.at Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und MusikproduzentInnen Österreich

Rückfragen & Kontakt:

VAM Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien GmbH
Neubaugasse 25 /Stiege 1/Tür 9
1070 Wien
www.vam.cc

 

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