Nominiert für den ÖSTERREICHISCHEN MUSIKVIDEOPREIS 2017: „Palmen am Balkon“ von GRANADA

Zum bereits fünften Mal wird von VIENNA SHORTS (VIS) in Kooperation mit SCREENSESSIONS und POOLINALE der ÖSTERREICHISCHE MUSIKVIDEOPREIS vergeben. In diesem Jahr befindet sich unter anderem BERNHARD KAUFMANN für das Video zu „Palmen am Balkon“ vom GRANADA unter den Nominierten.

Die Band Granada ist in Österreich mittlerweile nicht nur sehr beliebt, sondern spätestens seit ihrer Nominierung für den FM4 Award bei den Amadeus Austrian Music Awards 2017 auch bekannt. Gegründet wurde das Fünfer-Gespann von Thomas Petritsch, Sänger von Effi, die Debüt-EP „Granada“ erschien im September 2016. Stilistisch ist die Musik der Band ein bunter Mix aus Punk, Pop und Polka mit österreichischer Note – geprägt von Witz und Ironie. Obwohl der Gründer seine Wurzeln in der Steiermark hat, tendiert er oft zum Wienerlied, wie nicht nur die von ihm verfassten Texte, sondern auch die Musik zeigen. Das Musikvideo zum Lied „Palmen am Balkon“ wurde von Bernhard Kaufmann vom Label „Karmarama“ produziert.

Ferien auf Balkonien

Eigentlich bietet das Video nicht viel Action, aber fad ist es auch nicht: Die Szenerie bleibt immer gleich, man sieht einen Flachbildfernseher mit Filmausschnitten und dahinter, sich zu dem Filmmaterial bewegend, Thomas Petritsch. Es wirkt wie ein erweitertes Fernsehbild, die zweidimensionale Ebene des Fernsehers und darüber der dreidimensionale Kopf, der mal mehr mal weniger das Bild des Films weiterführt. Die von Zeit zu Zeit auftretenden Imperfektionen der versucht synchronen Bewegungen des Sängers mit dem Filmmaterial machen das Gesamtbild ironisch, vor allem weil alle möglichen Körper gezeigt werden: die von Bodybuildern, Step-Aerobic-Sportlern, Nudisten etc. – den Kopf stellt der Sänger hinter dem Gerät „zur Verfügung“. Mit dem Text zum Lied lässt sich die Szenerie perfekt vereinen: Die Lyrics handeln davon, dass man keinen besonderen Ferienort oder Strand braucht, denn man sei „eh am Sand“. Diese Spielerei mit dem österreichischen Ausdruck für „in äußerst schlechter Verfassung sein“ gibt dem Ganzen eine ironische Note, genauso wie das Zusammenspiel der überzeichneten Filme und des immer ernsten, eher nicht so amüsierten Kopfes darüber.

Das Musikvideo hat alles, was ein Musikvideo haben sollte: etwas Schönes (die Bilder auf dem Fernseher), etwas Lustiges (den Versuch, den Kopf mit den Bildern zu synchronisieren) und etwas zum Nachdenken (die Lyrics verbunden mit dem Videomaterial). Das Konzept ist gut – da hat Bernhard Kaufmann wirklich fabelhafte Arbeit geleistet.

Antonia Seierl


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