Bild (c) FLUT

Nominiert für den ÖSTERREICHISCHEN MUSIKVIDEOPREIS 2017: „Linz bei Nacht“ von FLUT

Zum bereits fünften Mal wird von VIENNA SHORTS (VIS) in Kooperation mit SCREENSESSIONS der ÖSTERREICHISCHE MUSIKVIDEOPREIS vergeben. In diesem Jahr befindet sich unter anderem MANUEL HAUER für FLUT mit dem Video zu „Linz bei Nacht“ unter den Nominierten.

Manuel Hauer ist der Sound-Maker am Synthesizer der oberösterreichischen Band Flut. Das Quintett macht erfrischenden 80er-Jahre-Pop/Rock, und was wäre dieser ohne einen klassischen Synth? Für das Musikvideo zu „Linz bei Nacht“ jedoch stand Manuel hinter der Kamera, führte Regie und Drehbuch. Die Band hat sich mit ihrer Single und einer Debüt-LP bereits einen Namen gemacht – ihre Songs sind eingängig und durchwegs spannend, genauso wie die Musikvideos dazu.

Low-Key-Verbrecherjagd in Linz

Der Begriff low key passt wohl am besten zur Produktion des Oberösterreichers: Der Fotografiebegriff für vorherrschende dunkle Farbtöne wird auch gerne umgangssprachlich für „zwanglos“ oder „locker“ verwendet – beides passt hervorragend zum Musikvideo. Aber nicht nur die Aufmachung ist low key, auch der Inhalt: Ein junger Mann (gespielt von Frontsänger Johannes Paulusberger) begeht einen Raubüberfall in Linz und wird erwischt. Die Verbrecherjagd beginnt, ein laut dem Lied sehr typisches Szenario für das nächtliche Linz. Die Ironie dahinter – Linz ist keineswegs bekannt für seine Verbrechen – macht das Lied zu einer Art musikalischen Satire, die stets mit einem Augenzwinkern in die Kamera blickt.

Das Setting ist, was für eine Überraschung, Linz. Die Produktion ist technisch im Stil der 80er-Jahre gefilmt, aber nicht mit einem abgenutzten Vintage-Filter, sondern tatsächlich so unscharf und farblich nicht ausdifferenziert, dass es genauso gut ein Musikvideo zu Falcos „Der Kommissar“ sein könnte. Die Kleidung, die Bewegungen, die Schauspieler, das Setting: All das ergibt die perfekte Kombination für einen frühen Tatort-Film. Schließlich wird der Verbrecher gefangen und verhört, er sieht dabei nicht sonderlich amüsiert aus, schaut genervt in die Kamera – aber wie in jedem Krimi kommt auch er hinter Gitter.

Manuel Hauer hat mit dem Video zu „Linz bei Nacht“ eine perfekte Visualisierung der Musik hingelegt: Alles ist stimmig und, egal wie oft man es sieht, es wird einfach nicht langweilig.

Antonia Seierl

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