Nominiert für den ersten Österreichischen Musikvideo Preis: "Kohlhauser" von Koenig Leopold

Erstmals vergibt in diesem Jahr die VIS – Vienna Independent Shorts in Kooperation mit Screensessions, poolinale und dem mica – music austria den Österreichischen Musikvideo Preis. Unter den Einreichungen findet sich auch das Video zu „Kohlhauser“ von Koenig Leopold.

Die beiden begnadeten Musiker und Entertainer der völlig anderen Art beweisen in ihrem Video zu “Kohlhauser”, einer Auskopplung aus der aktuellen Koenig Leopold EP “Aalfang”, einmal mehr ihren Hang zur abgedrehten Selbstdarstellung. Musikalisch servieren sie in Kohlhauser eine Mischung aus Sprechgesang und eindringlichem Geschrei gepaart mit elektronisch-synthetischen Klängen, die sich am rhythmisch zerhackten und dennoch tanzbaren, dubstepartigen Beat orientieren. Einige Sequenzen erinnern an übersteuerte Videospiel-Melodien, die sich vor allem durch eine in hohen Tonlagen angesiedelte, unüberhörbare, sinustonartige Penetranz bestechen.

Der Schauplatz, ein heller Wald mit strahlend grünem Moosboden, wird seiner Natürlichkeit und Harmonie beraubt. Während Lukas König den Boden pflückend in gebückter Haltung seinen braunen Bikini zur Schau stellt, rezitiert Leo Riegler auf der Erde liegend in ähnlichem Aufzug und mit starkem Dialekt die Geschichte eines gewissen Kohlhauser, dessen Fleisch und Käse wohl von hoher Qualität sein sollen. Im Laufe des Stückes verliert mit zunehmender Intensität der geräuschhaften Elementen der Musik die sprachliche Ebene an Boden, das Wort an Bedeutung und auch die bildliche Charakteristik verändert sich. Die durch den Wald laufenden Könige zielen mit Schusswaffen aufeinander, lassen die Hand in den eigenen Schritt gleiten und verwirren auch den, der noch an eine Geschichte glaubt. Die beiden Herren ziehen sich ihre wohlbekannten, hellblauen Anzüge an und beenden das Video nicht musikalisch, sondern szenisch, nonakustisch.
Antiehdas bastelt visuell ein phasenweise durch den Farbfilter der Illusion gejagtes Video, das sich durch eine Mischung aus filmreifen Einstellungen und Material mit homemade Charakter auszeichnet. Was bleibt ist ein sehr gelungenes Zusammenspiel zwischen Ton und bewegtem Bild, das die Absurdität dupliziert und viel Mut zu Andersartigem beweist.

Lucia Laggner
 

Vienna Independent Shorts

 

 

 

 

poolinale