Neue Musik trifft im Tanzquartier Wien auf zeitgenössischen Tanz

DEMOCRACYTanz und Performance bewegen sich gern an der Schnittstelle zu Musik. Unterschiedlicher könnten die musikalischen Einflüsse und Inspirations- quellen kaum sein, die Teil der kommenden Performances im Tanzquartier Wien sind. Mehrere Schlagzeug-Sets, eine Harfe, Violine, Elektronik und ein Chordophon kommen dabei zum Einsatz – und teils selbst in Bewegung. Live auf der Bühne: Experimentelle Musik von Jorge Sanchèz Chiong für Harfe (Katharina Hofbauer), Violine (Matteo Heitzmann) und Elektronik bei Anna Mendelssohn, das Werk Dark Full Ride von Julia Wolfe für vier Schlagzeug -Sets (Ensemble Tactus) bei Maud Le Pladec und Sounds von Peter Jakober für ein uraltes Saiteninstrument aus Ägypten, das mit heutigen Mitteln nachgebaut wurde, bei Paul Wenninger. Für die Uraufführungen von DEMOCRACY von Maud Le Pladec am 31. Oktober und DINGEN von Paul Wenninger und Peter Jakober am 2. November verlost mica – music austria jeweils 1×2 Karten. Bei Interesse bitte eine Mail an office@musicaustria.at. Betreff: DEMOCRACY bzw. DINGEN.

Anna MendelssohnANNA MENDELSSOHN
Here And Now
Uraufführung
Fr. 18. Okt. + Sa. 19. Okt.
20.30 h in TQW / Halle G

Ausgehend von der Präsentation eines fiktiven Buches widmet sich Anna Mendelssohn in ihrer neuen Arbeit einem der großen Themen unserer Zeit: Was für eine Zukunft wünschen wir uns? In einer Welt, die geprägt ist von tiefen Transformationen in der politischen und gesellschaftlichen Ordnung, scheint das Bedürfnis nach präzisen Anleitungen, nach Propheten und Visionären, wieder aktuell zu sein. Die zahlreichen Publikationen der letzten Jahre bieten dazu eine Fülle an Entwürfen: von apokalyptischen Szenarien über neue Utopien bis hin zu Kampfaufrufen. Die Komposition zu Here and Now für Harfe (Katharina Hofbauer) und Violine (Matteo Heitzmann) kommt von Jorge Sánchez-Chiong.

LÉDA – MAUD LE PLADEC
DEMOCRACY (Work in progress)
Uraufführung
Mi. 30. Okt. + Do. 31. Okt.
20.30 h in TQW / Halle G
In Kooperation mit Wien Modern.

Die US-amerikanische Komponistin Julia Wolfe gehört zu den wichtigsten Stimmen ihrer Generation. Beeinflusst von Beethoven, Motown und Led Zeppelin besticht ihr musikalisches Universum durch seinen rauen Ton, seine Energie und eine Radikalität, die es ermöglicht, die Musik mit dem ganzen Körper zu erleben.
In DEMOCRACY, dem zweiten Teil des Langzeitprojekts To Bang on a Can der Choreografin Maud Le Pladec, werden die TänzerInnen mit Wolfe’s Werk Dark Full Ride konfrontiert. In ständiger Interaktion mit der live entstehenden Klanglandschaft beschwören sie kraftvolle Momente von kollektiver Zugehörigkeit: eine Art Polyphonie, bei der die einzelnen Stimmen unabhängig und zugleich aneinander gebunden sind, ohne jemals harmonisch zu sein. DEMOCRACY ist eine Einladung an das Publikum, die unbeständige Natur eines kollektiven Körpers und seiner widersprüchlichen Kräfte zu erleben.
Live mit dem TaCTuS Ensemble (Ying-Yu Chang, Paul Changarnier, Quentin Dubois, Pierre Olympieff)

PETER JAKOBER / PAUL WENNINGER
DINGEN
Uraufführung
Fr. 1. Nov. – Sa 2. Nov.
21.30 h in TQW / Studios
So. 3. Nov.
19.30 h in TQW / Studios
In Kooperation mit Wien Modern.

Der Choreograf Paul Wenninger und der Komponist Peter Jakober folgen in DINGEN den Spuren eines Fundes: eines Chordophons, eines riesigen Saiteninstruments, das 1835 in Aksum, im heutigen Äthiopien, während einer Ausgrabung entdeckt wurde. Wenige Skizzen und überlieferte Geschichten beschreiben Form und Anwendung des Musikgeräts, das ausschließlich von zwei Männern gespielt wurde und dem nachgesagt wird, dass es göttliche Liebe und Reinheit überbringe.
Für DINGEN haben die beiden Künstler das Instrument mit heutigen Mitteln nachgebaut, um es in einer Situation zwischen Konzert und Performance, in verschiedenen Gefügen und aus dem Blick unterschiedlicher künstlerischer Positionen zu inszenieren. Die eigens für das Instrument geschriebene Komposition von Peter Jakober, sowie Performance, Raumakustik und Choreografie beeinflussen, generieren und bedingen einander dabei gegenseitig in einer Arbeit mit archäologischem Gespür, die sich mit und durch den Körper entfaltet.
Foto DEMOCRACY © Konstantin Lipatov
Anna Mendelssohn © Tim Tom

http://www.tqw.at