Netzzeit – "Out of Control": Symposion

Netzzeit – “Out of Control”:  SymposionIn Platons Symposion wurde beschrieben, wie Philosophen im Rahmen eines Trinkgelages mit dem expliziten Zweck der Berauschung tranken.  Auch viele Kompositionen der Neuen Musik haben durchaus rauschhaften Charakter. Aus dieser Idee erwuchs die 2001 erstmals gezeigte Kultproduktion von netzzeit mit dem Klangforum Wien. Das netzzeit-Festival 2007 Out of Control startet mit einer Neuausgabe des Projekts mit ganz neuem Programm. Ein Rausch, um verstehend zu hören

Seit seiner ersten Ausgabe in der Saison 2001/2002 eine Kultproduktion des Wiener Musiktheaterkalenders, ist das Symposion ein Fest für alle Sinne. Musik unserer Zeit wird unter den langsam sich verändernden Wahrnehmungsbedingungen geruhsamer Alkoholisierung erlebt.

Der dramaturgische Aufbau des Programms korrespondiert mit verschiedenen gedachten Stadien eines möglichen Rauscherlebnisses. Die Einladung zum Trinken mit dem Trinklied vom Jammer der Erde evoziert die enge Verbindung von Rausch und Endlichkeit. Die weiteren Musikstücke zeichnen einen Weg von leichter Animation zu ersten geringfügigen Orientierungsschwierigkeiten, hin zu gehobenen Stimmungen verschiedener Qualität bis zu exzessivem Rauscherleben, Wiederholungszwang und einem schließlich lösenden Übergang in einen wachen Dämmer. Das Musikprogramm dieser Nacht wird und soll, mit individuellen Unterschieden, in Wechselwirkung mit den geschilderten Befindlichkeiten treten.

Das Symposion findet in der Halle E im Museumsquartier statt. In der Mitte der Halle befindet sich das Podium für das Ensemble, umgeben von bequemen Futons und Bänken, die Gäste bewohnen diese Installation nach Belieben. Die konzentrierte Wahrnehmung der Musik steht im Mittelpunkt. In den längeren Pausen zwischen den einzelnen Musikstücken werden in einem vom Konzert abgetrennten Bereich Wein und Speisen gereicht. Der ständige Wechsel zwischen Konzertraum und Trinksaal ist Bestandteil der Inszenierung: Ein Wandel zwischen apollinischer und dionysischer Welt, deren Grenzen im Lauf der Nacht verschwimmen und verschwinden.

Die Kompositionen stammen von Gustav Mahler, Bernhard Gander, Beat Furrer, Enno Poppe, Georg Friedrich Haas, Giacinto Scelsi, Iannis Xenakis, Terry Riley, James Clarke; die Weine von Alois Mauser, Elisabeth, Johann, Petra und Günther Brandl, Hannes Harkamp,R. und M. Woditschka, Christine und Johannes Hirsch, Ludwig Neumayer, Reinhold Krutzler, Judith Beck, Alfred und Helga Weber, Gerhard, Harald und Adolf Frank, Emmerich Granner. Es spielt das Klangforum Wien unter Johannes Kalitzke (netzzeit/hr).

Vorschau auf weitere Termine:

Out of Control, das von netzzeit veranstaltete Festival für neues Musiktheater beginnt mit dem Symposion (16./17. Februar, 17 Uhr. Museumsquartier Halle E. Eintritt, Speisen und Weine ? 80,-) und wird im März fortgesetzt: Die bei der Münchener Biennale uraufgeführte Oper La philosophie dans le labyrinthe von A. Cattaneo/E. Sanguineti geht im Museumsquartier am 8./16./17. März über die Bühne, im April folgt als Uraufführung im Schauspielhaus Wien Heaven’s Night, ein Stück Theater von Günter Vierow, /7./10.-14. April).

Vorverkauf Theaterkartenbüro Jirsa, 1080, Lerchenfelderstr. 12. Tel. +43/1/400 600. Fax +43/1/400 60 109
www.viennaticket.at / office@viennaticket.at Abo für alle Veranstaltungen: ? 90. Alle Infos unter www.netzzeit.at

Fotos Symposion: Netzzeit- Klangforum Wien (© Claudia Prieler)

 

 

 

 

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