Nenad Vasilic (c) Igor Ripak

NENAD VASILIC – „Bass Room“

Nach „The Art of The Balkan Bass“ (2015) veröffentlichte der aus Serbien stammende und seit vielen Jahren in Wien lebende Bassist NENAD VASILIC Mitte September wieder ein rein von den Klängen des Basses getragenes Album. Betitelt ist dieses mit „Bass Room“ (Galileo Music).

Seit über 20 Jahren ist der umtriebige Bassist und Komponist nun schon aktiv und blickt somit auf eine beachtliche Anzahl an internationalen Veröffentlichungen, Projekten und Erfolgen zurück. Sein neues Album „Bass Room“ widmet er einmal mehr ganz dem Bass und fasziniert dabei durch das Vereinen verschiedener musikalischer Welten auf mehreren Ebenen.

MUSIKALISCHE UND KULTURELLE VIELFALT

Albumcover “Bass Room”

Wie auch sonst oft lässt Nenad Vasilic auf der aktuellen CD unterschiedlichste Einflüsse und Stilistiken zusammenkommen. Traditionelles Balkanliedgut findet sich auf diesem Album ebenso wieder wie Klassik oder zeitgenössischer Jazz. Neben den aus der Folklore stammenden Liedern sind unter den 13 Titeln auch mehrere Eigenkompositionen, sowie spannende Interpretationen von Deep Purples „Burn“, Duke Ellingtons „Just Squeeze Me“ und einer Cello Suite von Johann Sebastian Bach hörbar. Letztere wird nicht, wie man vermuten könnte, auf einem Kontrabass, sondern auf einem Fender-Jazz-Bass, also einem E-Bass, zum Besten gegeben. Hier begeistert der knarzige, ausgewogene Sound des eingesetzten Instruments, ebenso wie die wenigen zwei-, und dreistimmigen Dissonanzen dieser Bearbeitung.

Während die technische Spielweise als eher konventionell betrachtet werden kann, wird an anderer Stelle virtuos mit den verschiedenen klanglichen Möglichkeiten des Basses gespielt. Das Instrument wird nicht nur gezupft oder gestrichen, sondern auch mit Händen oder Bogen geschlagen bzw. darauf geklopft (bspw. auf dem Titel „Bass Drops“). Fallweise werden Stifte an den Saiten befestigt („Burning“), um einen verzerrten Klang zu erzeugen, oder der Korpus als Perkussionsinstrument gebraucht. So werden auf diesem Album, wie bereits erwähnt, unterschiedliche musikalische bzw. künstlerische Sphären, auf mehreren Ebenen in Einklang gebracht. Dies bezieht sich auf die Auswahl der vertretenen Stücke und deren musikalischer Hintergrund, gleichfalls wie auf die genutzten Instrumente und Herangehensweisen.

Trotz dieser Bandbreite weiß Nenad Vasilic ein in sich geschlossenes Hörerlebnis zu kreieren, welches sich abwechslungsreich und mitreißend gestaltet und die HörerInnen auf eine musikalische Reise durch unterschiedliche Kulturen schickt. „Bass Room“ wird sicherlich nicht nur bei Freunden der tiefen Register für Begeisterung sorgen.

Alexander Kochman

Links:
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Galileo Music