nana d. – Anything

Nana DMädchen-Pop mit Köpfchen, so lässt sich das neue Album von nana d. „Anything“ kürzest beschreiben. Als vielversprechende Singer/Songwriterin hat die junge Linzerin 2009 ihr Debüt mit der Platte „Anywhere“ gefeiert, das nicht nur im Inland von den Kritikerstimmen gelobt wurde. Die drei Jahre haben einige Änderungen ihres Stils mit sich gebracht. „Anywhere“ trug das Überthema des Verlustes und des Weglaufens vor unangenehmen Begebenheiten. Sie sang die zehn Lieder mit einer kehligen, tiefen Stimme begleitet von folkigen Klängen. Unterstützen ließ sie sich von indischen Trommeln, der Blues-Gitarre und dem immer wieder eingesetzten Scheppern von Becken. Es war ein sehr erdiges, bodenständiges Werk, auf dem nana d. ihre Vielseitigkeit in den Mittelpunkt rückte.

Vielseitige Details bestimmen auch „Anything“. Das Erdige ist aber gewichen, und auch das Leitmotiv ist diesmal sehr positiv. „Anything Goes“ bedeutet die Sonnenseiten des Lebens zu betrachten und die eigenen Grenzen auszuloten. Was man nicht mag, wird ignoriert oder getadelt, denn das hat keinen Platz in einem optimistischen Gemüt. Sehr mädchenhaft ist dieses Motto, das von der Musik passend unterstrichen wird. Es liegt ein Hauch 1950er-Retro in der Luft, fast als würde man das Rauschen der Petticoats und das Klicken der Jukebox als Hintergrundgeräusche erwarten. Mit ihrem süßen, sanften Gesang vermittelt sie Leichtigkeit. Nicht wirkt gekünstelt und gewollt, was den Charme des Ganzen ausmacht.

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Man könnte sie in die Schatulle des Akustik-Pop stecken, doch so einfach ist es auch wieder nicht. Die ersten Lieder „Sad Girls“, „I will lose against you“ und „Close your eyes“ beginnen mit einer poppigen Melodie, die von ein wenig E-Gitarre und sich wiederholendem Refrain begleitet werden. Man könnte fast ein wenig Marit Larsen und Kate Nash darin entdecken, doch nana d. verzichtet auf übertriebene Arrangements. Country-g sind „The Only One“ und „Turn Around“. Ersteres weckt entfernte Erinnerungen an Alanis Morrissette. Das zweite behandelt mit pointierten Lyrics und in Honky Tonk Manier das ewige Leiden mit einem untreuen Mann. „Better not“, „Little Sister“ und –passend-„Lullaby“ sind Schlaflieder voller Erinnerungen und subtiler Akustikgitarre.

Ein interessanter Side-Kick ist das nach altem Radio klingende „I’d really like to“. Es ist der mädchenhafteste Song des Albums, was von der Ukulele und dem zuckersüßen Text unterstrichen wird, der Hörer kann sich einfach nicht gegen ein Kopfnicken zum Takt wehren. Was nana d. besonders gut kann, ist das Erzeugen von Ohrwürmern. Und auf „Anything“ sind mindestens fünf, die nur darauf warten in die Köpfe zu gelangen und vielerorts munter vor sich hin gesungen zu werden.

18.10.2012 – nana d. CD-Release Show – 20.30 Local Bar, Wien
http://www.local-bar.at/veranstaltungen.html
Anne-Marie Darok

http://nanadmusic.com/