Bild Namby Pamby Boy
Namby Pamby Boy (c) Severin Koller

NAMBY PAMBY BOY mit neuem Album am Start

NAMBY PAMBY BOYs selbstbetiteltes neues Album ist ein Stück Musik, auf dem die Suche nach dem eigenwilligen Klang zum übergeordneten Leitmotiv erkoren wurde. Die dreiköpfige Formation wird ihrem Ruf, eine der interessantesten Bands des Landes zu sein, einmal mehr auf unvergleichbar lässige Art gerecht.

Namby Pamby Boy war schon immer eine Truppe, die vom vielschichtigen Sound ihrer Musik her weit aus dem Rahmen des Gewöhnlichen gefallen ist. Sich stilistisch mit jeder musikalischen Tradition genüsslich überwerfend, haben sich die drei experimentierfreudigen und innovativ denken Freigeister Fabian Rucker (Reeds), Philip Nykrin (Fender Rhodes) und Andreas Lettner (Schlagzeug) von Beginn an einen sehr, sehr weiten Wirkungsbereich definiert. Ursprünglich entstammen sie – wie soll es eigentlich anders sein – aus dem Jazz, zumindest hat ihn jeder für sich in der klassischen Form erlernt. Eine Rolle spielt er in ihrem gemeinsamen Bandprojekt Namby Pamby Boy jedoch nicht. Zumindest keine tragende.

Eine eigenwillige Interpretation des Begriffs „Crossover“

Ihre Musik zeigt sich – grob beschrieben – als ein buntes Sammelsurium an vielem Verschiedenem, wodurch die exakte Benennung des Stiles dieses Dreiergespanns eigentlich nicht wirklich möglich ist. Es ist die hohe Kunst des Crossovers, die Rucker, Nykrin und Lettner auf mitreißende Art betreiben, die Zusammenführung von Elementen des Jazz mit solchen der elektronischen Musik, des Hip-Hop, Trip-Hop, Funk, Rock, der Klassik zu einem lebendigen, vielschichtigen und unverkennbar eigenständigen Ganzen.

Der Sound, den Namby Pamby Boy auf ihrem neuen Album praktizieren, zeigt sehr viele unterschiedliche Facetten. Er ist einer voller Groove und Dynamik, einer genauso stiller wie auch klanglich verdichteter Räume, einer zwischen sich richtig hochauftürmenden Flächen und reduziert gehaltenen Passagen. Der in seiner Note immer etwas neben der Spur liegende Weg, den Rucker und seine beiden Kollegen in ihren Nummern abschreiten, führt durchaus auch einmal durch dunkle und düstere Umgebungen, dann wieder geht es plötzlich in eine erfrischend schräge oder – vollkommen entgegengesetzt – in eine einfach nur gediegen schöne Richtung. Man weiß eigentlich nie, wo man letztlich landet. Und genau dieser Aspekt macht die ganze Sache auch zu so einer spannenden und interessanten.

Mit ihrem neuen Album ist Namby Pamby Boy ein richtig großer musikalischer Wurf gelungen. Die Musik des Dreiers hat ihren ganz eigenen Vibe, sie ist lässig, eigenwillig und zugleich anspruchsvoll. Wirklich sehr empfehlenswert.

Präsentieren werden Namby Pamby Boy ihr neues Album am 8. April im Wiener Konzerthaus.

Michael Ternai

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