Bild Little Big Sea
Bild (c) Little Big Sea

Mystische Träumerei – LITTLE BIG SEA im mica-Porträt

Die aus Niederbayern stammende und in Wien ansässige Band LITTLE BIG SEA veröffentlichte im März 2016 ihre Debüt-EP „Portugal“ und ist nun auf dem besten Weg, die österreichische Dream-Pop-Szene ordentlich aufzumischen.

Kennengelernt haben sich Marlene Weber (Gesang), Gunther Müller (Synths, Keys) und Lukas Kunze (Beats) eher zufällig: Gunther hörte Marlene singen und fragte sie nach einer Zusammenarbeit. So unspektakulär das klingt, so spektakulär ist das Ergebnis: Zu dritt produzieren sie Dream Pop, der sich ein bisschen nach The xx anhört, aber trotzdem eine individuelle Stimmung hat. Ihre Lieder hören sich an wie über grüne Felder schwebende Nebelschwaden an einem verregneten Herbsttag, die sanfte Stimme von Marlene hat eine derart hypnotisierende Wirkung, dass man automatisch die Augen schließt und sich der Tagträumerei hingibt.

Ein Klangteppich aus Samt

Little Big Sea haben das Talent, den Zuhörerinnen und Zuhörern das Gefühl zu vermitteln, sie schon ewig zu kennen. So klingen die Lieder sowohl vertraut als auch völlig fremd – eine Mischung, die wahnsinnig reizvoll ist. In Österreich erfreut sich die Band bereits an einer beständigen Fangemeinschaft, aber diese wird sich in nächster Zeit sicherlich erweitern. Interessant ist, dass die Sängerin Marlene ursprünglich aus der Folk-Ecke kommt, was man sich bei ihrem aktuellen Gesang niemals denken würde. Lukas Kunze hingegen hat sich vor dem aktuellen Bandprojekt eher mit Hip-Hop beschäftigt, auch Gunther Müller kommt eigentlich aus einem anderen Genre. In der Kollaboration haben sich alle drei Musiker weiterentwickelt und etwas völlig Neues geschaffen.

Die am 9. März 2016 auf Bandcamp veröffentlichte Debüt-EP „Portugal“ enthält drei eigene Lieder und drei Remixes von Liedern von Eoae, Karma Art und kukaslunz. Das Album ist ideal für jede Jahreszeit, denn der verträumte Sound der Band passt immer: Egal ob man „Portugal“ an einem heißen Sommertag hört oder „Jackalopes“ während eines Spaziergangs durch den Schnee – die atmosphärische Wirkung bleibt. Für Leute, die gerne in einen musikalischen Schlummer fallen und von Waldfeen und Nebelgestalten träumen, ist diese Musik wie geschaffen. Darüber hinaus kann man nur hoffen, dass Little Big Sea weiterhin so wunderbare Musik produzieren und die Ohren der ZuhörerInnen mit den experimentellen Synths, verträumten Beats und Marlenes samtiger Stimme verwöhnen.

Antonia Seierl

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