My Name Is Music – Super Acceleration

Manch Dinge kündigen sich in gewisser Weise schon im Vorfeld an. Wie auch etwa, dass eine Band, die über die Jahre hinweg mit einem erstklassigen Output nach dem anderen aufwartet, einmal dazu befähigt sein wird, einen ganz großen Wurf abzuliefern. Bei dem Wiener Zweiergespann My Name Is Music hatte man immer schon das Gefühl, dass es dazu imstande ist. Mit den beiden Alben “Revolution” (2010) und “We are Terrorists” (2011) auch international erste Ausrufezeichen setzend, haben sich Phoebe Hall und Niki Altmann für ihr neues Werk „Super Acceleration“ (Las Vegas Records) bewusst mehr Zeit gelassen, um sich auch intensiver der Songarbeit widmen zu können. Eine Investition, die sich, lauscht man einmal dem Ergebnis dieses Prozesses, mehr als gelohnt hat. Die insgesamt elf neuen Nummern strotzen nur so vor Ideenreichtum, sie haben Drive, Witz, Charme, einen hohen Lässigkeitsfaktor und vor allem Qualität, auch weil das Duo es vortrefflich versteht, sich über die Oberflächlichkeit des Pop hinwegzusetzen. Stilistisch sich zu allen Seiten hin offen zeigend, ist der Sound der Wiener Band einer der sehr vielschichtigen, variantenreichen und dem Mainstream unangepassten Art. Synthesizer-Klänge treffen auf verzerrte 70er Rockgitarren, tanzbare Beats auf punkiges Garagen-Feeling, Gameboy-Sounds auf balladeske Indie-Einwürfe und, und, und. Die hohe Kunst des Crossovers nennt man das wohl.

Das Schöne und Spannende am Popentwurf von My Name Is Music ist, dass sich dieser in seiner Ausrichtung eben nicht an den üblichen und tausendfach praktizierten Formaten orientiert. Phoebe Hall und Niki Altmann bewahren sich die Freiheit, ihre ganz eigene individuelle Klangsprache zu definieren, welche vor allem in einer großen musikalischen Vielfalt ihren Ausdruck findet. Sowohl stilistisch, wie auch in Punkto Arrangements sich keinerlei Einschränkungen unterwerfend, bedient sich das extravagante Wiener Zweiergespann nach Belieben aus dem Pool der Musikgeschichte und formt aus den verschiedenen Elementen abwechslungsreiche Songs, die von eingängigen und sich schnell in den Gehörgängen festsetzenden Melodien getragen, einer etwas anderen Note sind, als man es sonst gewohnt ist.

Als ob es nicht Selbstverständlicheres gibt, tänzeln My Name is Music in ihren Nummern durch die von ihnen entworfenen verschiedenen Klangwelten, die mal bestimmt von rockigen Gitarren, mal von Synthesizer-Spielerein unterschiedlichster Schattierungen oder elektronischen Gameboy-Sound Einwürfen immer irgendetwas anderes in Petto haben. Den besonderen Reiz von „Super Acceleration“ macht aber vor allem der Umstand aus, dass man nie wirklich sicher sein kann, in welche Richtung sich ein Stück des Zweiergespanns letztlich tatsächlich entwickeln wird. Das Spektrum der Songs reicht von dynamischen und energiegeladenen Krachern (Frankenstein`s Monster) über schräge Popnummern (Computer Game) bis hin zu entspannten und ruhigen Balladen (Three Steps Behind).

Zusammenfassend kann man sagen, dass My Name Is Music mit „Super Acceleration“ vermutlich ihr bisheriges Meisterstück gelungen ist, erwächst es von Mal zu Mal doch immer mehr zu einem wirklich packenden Hörerlebnis, zu einem, an welchem Liebhaber der etwas aus dem Rahmen fallenden Popmusik auf jeden Fall ihre große Freude haben werden. (mt)

Termine   
01.05. tba
10.05. Spinnerei, Traun, AT
15.05. A 38, Budapest, HU
24.05. Flex, Vienna, AT
01.06. Kc Dunaj, Bratislava, SK
15.06. Kein Bock auf Nazis Festival, Kusel, DE
21.06. United Islands Festival, Prag, CZ
06.08. Festival Živá Ulice, Pilsen, CZ

 

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