Neue Musik vermitteln (I)

Kaum je war es so einfach, Musik zu hören, wie heutzutage. Das Konzertprogramm ist breit gestreut und die neuen Medien erlauben einen raschen Zugriff auf die zur jeweiligen Stimmung und Vorliebe passenden Klänge. Selbst junge Menschen sind schon, oft bevor sie noch in die Schule kommen, im Umgang mit CD-Player und Co. vertraut, so dass sie selbständig ihre geliebten Kinderlieder oder Hörspielkassetten rauf und runter hören können. Wozu also noch Musikvermittlung? Von Doris Weberberger.

Speziell der Bereich der Neuen Musik ist oft nur schwer zugänglich, was nicht nur mit den Vorurteilen, Neue Musik sei zu kompliziert, zu tun hat, sondern auch damit, dass man kaum mit ihr in Berührung kommt. Denn schließlich lernt man meist weder in der Schule von zeitgenössischer Musik, noch auf dem Instrument, wenn man eines lernt, und auch in Radio und Fernsehen ist das Vorkommen von Neuer Musik verschwindend gering. Während sich Erwachsene durch sehr gefestigte Hörgewohnheiten nur schwer zu neuen Hörerfahrungen verleiten lassen, ist das junge Publikum sehr offen für Musik aller Art. Junge Menschen also auch für Neue Musik zu begeistern ist demnach wesentlich einfacher als Erwachsene. Dem entsprechend sehen sich MusikvermittlerInnen vielfach mit der Aufgabe betraut, jungen Menschen ein möglichst breites Spektrum an unterschiedlichen Musikrichtungen anzubieten. So lernen die Kinder und Jugendlichen eine große Bandbreite kennen und können aus diesem Angebot selbst aussuchen, was ihnen gefällt. Wesentlich intensiver wird Musik jedoch dann erfahren, wenn sie nicht nur durch passives Hören wahrgenommen wird, sondern durch das Einbeziehen unterschiedlicher Sinne und durch aktives Gestalten. Aus diesem Grund sind die meisten Workshops und auch Konzerte für junge Menschen interaktiv gestaltet. Besonders gefordert und gefördert wird die Kreativität, wenn die Kinder und Jugendlichen dazu angehalten werden, selbst zu komponieren.

Durchgehend ist zu beobachten, dass sich die überwiegende Zahl der Vermittlungsprojekte mit jener Musik auseinandersetzt, die im Konzertrepertoire vorherrscht. Folglich überwiegt das Angebot zu „klassischen“ Werken; doch auch die Vermittlung von Neuer Musik ist im Zunehmen begriffen.

Etliche Methoden der Musikvermittlung, die sich jeweils auf eine bestimmte Komposition konzentrieren, lassen sich auf Werke unterschiedlicher Stilrichtungen anwenden und finden so gelegentlich auch Verwendung bei der Begegnung mit Neuer Musik. Andere Projekte wiederum versuchen von vornherein, verschiedene Stilrichtungen innerhalb einer Veranstaltung einzubeziehen und binden auch Neue Musik ein. In den überwiegenden Fällen wird der Zugang zu klassischen Werken vermittelt; doch durch die Hinwendung auf allgemeine Aspekte von Musik, vereinzelte Einblicke in Werke jüngerer Zeit und die Anregung zum eigenen Komponieren bilden sie Anknüpfungspunkte zu Musik heutiger Tage.

Im Falle konkreter Musikvermittlungsprojekte lassen sich diese nach unterschiedlichen Aspekten einteilen:
Institutionen stimmen ihre Projekte auf ihr Aufgabengebiet ab: Orchester bieten den Besuch von Generalproben, Workshops, in denen die Teilnehmenden mit den Instrumenten vertraut gemacht werden und bei denen die Instrumente teilweise auch ausprobiert werden können.
Konzerthäuser stellen Programme zusammen – inzwischen sind in den meisten Institutionen Konzertabos für junges Publikum zu finden, durchgehend abgestimmt auf unterschiedliche Altersgruppen.

Damit verbunden sind vielfach KünstlerInnengespräche oder auch Führungen durch die einzelnen Häuser, bei denen man Einblicke hinter die Kulissen bzw. in das Tun der einzelnen beteiligten Berufsgruppen bekommen kann.  Im Zunehmen begriffen sind Vermittlungsprojekte, bei denen junge Menschen nicht nur zuhören, sondern selbst ausprobieren, Musik mit unterschiedlichen Sinnen wahrnehmen können und selbst zum Komponieren motiviert werden. Teilweise werden diese Werke junger KünstlerInnen bei Abschlusspräsentationen aufgeführt.

Um einer möglichst breiten Schicht an jungen Menschen den Zugang zur Musik zu ermöglichen, sind die Preise für Konzertkarten weithin niedrig gehalten; zahlreiche Workshops sind kostenlos, bei manchen ist ein geringer Unkostenbeitrag zu entrichten.

Im Folgenden werden Musikvermittlungsprojekte vorgestellt. Den Anfang stellt das Projekt „Klangnetze“ dar, das zwar in dieser Form nicht mehr weitergeführt wird, aber trotzdem auf Grund der Auseinandersetzung speziell mit Neuer Musik und die pädagogische Innovation hier Platz finden soll. Und obwohl das Projekt nun sein knappen zehn Jahren nicht mehr existiert, setzen viele damals beteiligte KomponistInnen und MusikerInnen die Arbeit mit den daraus erlernten Methoden und gemachten Erfahrungen in weiteren Veranstaltungen fort.

Anschließend werden die Vermittlungsprogramme in folgende Kategorien eingeteilt:
–    Projekte speziell zu Neuer Musik
–    Konzerthäuser/Veranstalter
–    Oper/Musiktheater
–    Orchester
–    Festivals

Wenn Projekte nicht eindeutig einer Kategorie zuzuordnen sind, wird die Aneinanderreihung durch inhaltliche Schwerpunkte bestimmt.


Projekte speziell zu Neue Musik

Klangnetze
Das Musikvermittlungsprojekt Klangnetze wurde 1992/93 von Karsten Witt, dem damaligen Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft, initiiert. Bereits 1993 werden die „Klangnetze“ einer Neugestaltung unterzogen: Christian Scheib und Lothar Knessl unterstützen das Projekt als Musikkuratoren des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Wie zuvor führt der Österreichische Kultur Service (ÖKS) die Organisation weiter, Hans Schneider übernahm die Leitung. Durch diese Umstrukturierung wird das Konzept der „Klangnetze“ erweitert, indem nicht nur MusikerInnen, sondern auch KomponistInnen für die Umsetzung der Projekte gewonnen werden. Zudem wird das musikalisch Spektrum erweitert. Zielgruppen des bis 2001 geführten Projekts waren Klassen aller Schulstufen in ganz Österreich – auch Berufsschulen, in denen kein Musikunterricht mehr vorgesehen ist.

Ursprünglich waren die Klangnetze an das von Richard McNicol propagierte, in Großbritannien und Deutschland angewandtem Vermittlungsprojekt „sound patterns“ angelehnt, das durch die Konzentration auf bereits anerkannte Kompositionen geprägt ist. Bereits nach kurzer Zeit wandten sich die MusikerInnen und KünstlerInnen der Klangnetze von dieser bestandsorientierten Pädagogik ab und entwickelten ihren eigenen Zugang: Prinzip der Klangnetze wurde es, die SchülerInnen auf Klänge und Geräusche aller Art zu sensibilisieren, sie zu motivieren, selbst Neues zu schaffen und musikalische Kommunikation zu fördern. Pädagogisch beziehen sich die Klangnetze u.a. auf Jean Piaget und dessen konstruktivistische Haltung, dass man sich durch Handeln Wissen aneignet und so seine eigene Welt konstruiert. Diesem Ansatz folgend soll Lernen nicht anhand von schon Bestehendem erfolgen, sondern der Rahmen geboten werden, in dem durch selbstbestimmtes Schaffen eine individuelle Wirklichkeit erzeugt werden kann. Durch das Erforschen ungewohnter Klänge und Geräusche, das praktische Erfahren der eigenen Handlungsmöglichkeiten, das kreative Schaffen, das Improvisieren, das Komponieren wird Musik geschaffen. Dabei spielt der Prozess in der Gruppe eine wesentliche Rolle, denn das eigene Erfahren wird nicht als unabhängig von den Anderen gesehen, sondern als Resultat eines gemeinschaftlichen Agierens. Dieser Zugang stellt bewusst einen Kontrapunkt zu der in Schulen praktizierten Methode dar, sich bereits existierendes Wissen anzueignen und setzt sich das Ziel, „den Unterrichteten die Möglichkeit zu eröffnen, ein persönliches Instrumentarium zu entwickeln, das je eigene Leben zu gestalten, die eigene Wirklichkeit mit den Ohren zu erfinden.“ (Christian Scheib: Aufklärung im Gewöhnlichen, in: Hans Schneider / Cordula Bösze /Burkhard Stangl (Hg.): Klangnetze. Ein Versuch, die Wirklichkeit mit den Ohren zu erfinden, Saarbrücken: Pfau 2000, S. 67-73, hier S. 73.)

Bei dieser Art des Lernens ergänzen sich die Ästhetik Neuer Musik mit ihrer Hinwendung zu geräuschhaften Klängen und offenen Formen mit den Möglichkeiten der SchülerInnen, die, auch ohne ein klassisches Instrument gelernt zu haben, mit Alltagsgegenständen oder experimentellen Spielweisen traditioneller Instrumente Klang gestalten. Dabei geht es nicht darum, einfach „drauflos“ zu spielen. Die Haltung der „Klangnetze“ ist zwar dadurch gekennzeichnet, dass die Teilnehmenden erforschen und ausprobieren sollen und nicht vorgegeben ist, was sie spielen sollen. Damit ist allerdings nicht unkontrolliertes Tun gemeint, sondern die Sensibilisierung auf das, was damit ausgedrückt werden soll. Der Prozess des Hörens, des Improvisierens, des Gestaltens wird durch die KünstlerInnen in Bahnen gelenkt, anhand derer Teilnehmende ihre Gestaltungsmöglichkeiten austesten können. Unterschiedliche Übungen sollen die Sensibilität für das Hören und Produzieren von Klängen aller Art fördern. Um diesem Ziel gerecht zu werden, bewegen sich die Übungen zwischen den beiden Polen der genauen Anleitung, die gleichzeitig genügend Gestaltungsfreiheit lässt. Durch Übungen, die musikalische Kommunikation fördern, machen die SchülerInnen kreative Erfahrungen, die sie zunehmend erweitern, mehr mit ihren eigenen Ideen füllen und zu einem eigenen Stück verarbeiten können. Dieses Erweitern ist gekennzeichnet durch die Reflexion darüber, was in den einzelnen Arbeitsschritten geschehen ist, was ein Bewusstsein für das eigene Tun fördert. Auch wird darauf geachtet, dass die SchülerInnen das, was sie einmal gespielt haben, auch wiederholen können, was wiederum einen bewussten Umgang mit dem Klang erfordert. Sollte dies nicht durch das Erinnern möglich sein, dienen Bilder oder Notationen unterschiedlichster Art als Gedächtnisstützen. Dieses Vorgehen ermöglicht es auch, einen komplexeren Verlauf zu kreieren. Im Vordergrund steht jedoch nicht ein Ergebnis, das am Ende des Projekts präsentiert werden kann, sondern der Prozess des Schaffens. Diese Ergebnisoffenheit verhindert Erfolgsdruck und gibt dennoch die Option, ein geschaffenes Werk im Rahmen eines Abschlusskonzertes vorzustellen.

Verlauf eines Projekts:
–    Einführungsseminar: In einem dreitägigen Einführungsseminar lernen LehrerInnen die KünstlerInnen (KomponistInnen und MusikerInnen) und deren Arbeitsweise kennen. Die Vorstellung zur Umsetzung des Projekts werden ausgetauscht und eigene Methoden entwickelt. Hier bilden sich die Teams, bestehend aus zwei KünstlerInnen und einer Lehrerin, die in der Projektphase eine Klasse betreuen.

–    Projektphase: Eine Klasse wird in der Projektphase im Ausmaß von 20 Schulstunden, die je nach Möglichkeiten als Doppelstunden oder geblockt auf zwei bis drei Monate verteilt sind, betreut.

–    Abschlusskonzert: Anschließend an die Projektphase besteht die Möglichkeit der Teilnahme an einem Abschlusskonzert. Diese ist jedoch nicht verpflichtend und wird nur nach Übereinkunft von LehrerInnen, MusikerInnen und SchülerInnen wahrgenommen.

–    Reflexionsphase: Bereits während der Projektphase besteht die Möglichkeit von Zwischentreffen zur gemeinsamen Reflexion des Teams. Nach Abschluss des Projekts findet eine Reflexionsrunde statt, in der Verbesserungsvorschläge gemacht werden können. Man tauscht sich darüber aus, was geglückt ist, was weniger gut gelaufen ist und wie man dies besser machen könnte.

Literatur:
Hans Schneider / Cordula Bösze /Burkhard Stangl (Hg.): Klangnetze. Ein Versuch, die Wirklichkeit mit den Ohren zu erfinden, Saarbrücken: Pfau 2000.
Katharina Wurglits: Das Musikvermittlungsprojekt „Klangnetze“, Diplomarbeit: Wien 2000.

Auch wenn das Projekt nicht mehr stattfindet, tragen die daran beteiligten KünstlerInnen die Ideen und Methoden der „Klangnetze“ in anderen Projekten weiter. Ein Beispiel dafür ist das folgende Projekt:

Tonkünstler Niederösterreich / Ernst Krenek Forum – „timing“

In Kooperation der Tonkünstler Niederösterreich und des Ernst Krenek Forum fand in der Saison 2009/10 erstmals der Kompositionsworkshop „timing“ statt. Dieses beruht auf dem  Konzept der „Klangnetze“ und wurde von den beiden an den Klangnetzen beteiligten Künstlern Konrad Rennert und Katharina Klement durchgeführt. Veränderungen des Konzepts betreffen u.a. das Einbeziehen von MusikerInnen der Tonkünstler. Über fünf Wochen hinweg arbeiteten die KünstlerInnen und MusikerInnen jeweils zwei bis drei Stunden mit SchülerInnen unterschiedlicher Altersgruppen. Begleitet wurden sie jeweils von vier MusikerInnen der Tonkünstler, die ihre Instrumente aus unterschiedlichen Instrumentengruppen vorstellten. Dem Titel des Workshops zufolge ging es um Zeit und Zeitwahrnehmung, die sich auf diversen Ebenen abspielt und unterschiedlich wahrgenommen wird. Zu eigenen Zeichnungen entwickelten die SchülerInnen in einem gemeinsamen Prozess mit MusikerInnen und KomponistInnen eigene Werke, die im Anschluss Freunden und Verwandten präsentiert wurden – dabei musizierten die SchülerInnen ihre Werke zum einen selbst, zum anderen interpretierten MusikerInnen der Tonkünstler Schüler-Kompositionen. Die Workshops werden auf Anfrage weitergeführt und für Grafenegg 2011 auch als Familien-Workshops adaptiert.

Tonkünstler-Tonspiele
Christina Krug
Kulturbezirk 2
3109 St. Pölten
Tel.: +43/2742/90 80 70-734
Fax: +43/2742/90 80 71
E-Mail: tonspiele@tonkuenstler.at

Ernst Krenek Forum

Johnny spielt weiter
Welche Emotionen Klänge erzeugen, können junge Menschen bei Johnny spielt weiter nachgehen. Im Zentrum des vom Ernst Krenek Forum gemeinsam mit dem ZOOM Kindermuseum und dem Komponisten Jorge Sanchez-Chiong entwickelten Projekts gehen VolksschülerInnen (oder auch ältere Interessierte) auf die Suche nach körperlichen Ausdrucksformen für die Interpretation der Musik von Kreneks Oper „Johnny spielt auf“ und der durch Patterns und Loops gekennzeichneten Bearbeitung durch Sanchez-Chiong.

Weitere Projekte finden speziell mit einzelnen Klassen statt.

Anmeldung und weitere Informationen:
Veronika Grossberger
Tel.: +43/2732/71 57 013
v.grossberger[a]krenek.com
www.krenek.com


Arnold Schönberg Center

Arnold Schönberg – Educational visions
Bei der dreitätigen Fortbildung für (angehende) LehrerInnen diverser Fachrichtungen werden Methoden vermittelt, die es Lehrenden ermöglichen sollen, Arnold Schönberg und seine Zwölftontechnik nicht nur theoretisch, sondern  auch sinnlich erfahrbar zu machen. Dazu dienen Tanz, Malen zu Musik, improvisatorische Ensemblespiele und das selbständige Komponieren mittels Zwölftontechnik, was auch die Vielseitigkeit Schönbergs widerspiegelt. Anhand von Werken von Schönberg wird sein Schaffen in den historischen, kulturellen und religiösen Kontext gestellt und so ein umfassendes Bild der Zeit gezeichnet. Die Besichtigung des Schönberg-Hauses in Mödling und ein Gespräch mit dem Sohn des Komponisten Lawrence Schoenberg geben zudem einen persönlichen Eindruck.

Idee: Lawrence Schoenberg (Los Angeles)
Konzept, Leitung: Karin Wagner (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Eike Feß (Arnold Schönberg Center, Wien), Iris Blumauer (Jeunesse – Musikalische Jugend Österreichs)

Anmeldung: direktion@schoenberg.at

Schönberg macht Schule – Vermittlungsprogramme für Schulklassen

Schönberg klingt schön!

Ein moderiertes Mitmach-Konzert für die 1. – 5. Schulstufe. In einer Darbietung von  Klavierwerken von Arnold Schönberg werden SchülerInnen an das klangliche Erscheinungsbild von Werken des Komponisten bekannt gemacht. Gleichzeitig wird die Verbindung zur Malerei und zu Wassily Kandinsky thematisiert. Anschließend können sie in der Klassengemeinschaft auf einer übergroßen Klaviatur die vier Grundformen einer Zwölftonreihe selbst spielen. Dazu wird jedem Kind ein Ton zugeordnet, den es zum richtigen Zeitpunkt mittels Klangrohr  auslösen kann. So wird die Zwölftontechnik auch sinnlich erfahrbar. Die Vielseitigkeit Schönbergs zeigt sich nicht nur in Komposition und Malerei, sondern auch in der Rolle des Märchenerzählers.

Schönberg ist Klasse!
Ein Workshop-Konzert für die 5. – 9. Schulstufe. Mediale Dokumente aus dem Archiv zeigen den SchülerInnen die Lebenswelt des Komponisten, auch private Einblicke werden durch ein Video mit Schönbergs Tochter Nuria Schoenberg-Nono gewährt. Selbst aktiv werden SchülerInnen in der Schreibwerkstatt, wo sie sich mit der dichterischen Vorlage von Richard Dehmel zu Schönbergs „Verklärter Nacht“ auseinandersetzen.
Live gespielte Klavierstücke werden mittels „Lichtmalen“ visualisiert und dadurch die Struktur der Stücke optisch verdeutlicht.

Idee, Konzept und Durchführung: Hanne Muthspiel-Payer, Elisabeth Aigner-Monarth. tak.tik – werkstatt für musikvermittlung, www.taktik.at

Arnold Schönberg Center
Schwarzenbergplatz 6, Eingang Zaunergasse 1 – 3
1030 Wien
Tel.: +43/1/712 18 88
E-Mail: office{at}schoenberg{dot}at

Die Wiener Taschenoper

Die Wiener Taschenoper gibt Werke für Kinder in Auftrag und trägt dazu zur Entstehung Neuer Musik für Kinder bei. Zu den bisherigen Projekten zählen: „Das tapfere Schneiderlein“ von Wolfgang Mitterer, „Die Gänsemagd“ von Iris ter Shiphorst oder „A House Full of Music“ nach John Cage, dem in der Kategorie „Bestes Konzept/Idee“ der Stella Award zuerkannt wurde. Die Werke werden im Dschungel Wien im MuseumsQuartier aufgeführt. Um die SchülerInnen intensiver an Musiktheater bzw. Oper heranzuführen, finden Schulworkshops statt. Bei „A House Full of Music“, in dem die Philosophie von Cage auf humorvolle und unterhaltsame Weise dargebracht wird, werden Klassen in nachbereitenden Workshops noch genauer auf das Hören von Alltagsgeräuschen sensibilisiert und erforscht, wie der eigene Klassenraum klingt. In den vorbereitenden Gruppen zur „Gänsemagd“ werden die einzelnen Bereiche einer Oper vorgestellt, indem je ein Aspekt in einer Szene von den SchülerInnen realisiert wird. Während in einer Szene getanzt wird, dürfen die Kinder in einer anderen Szene schauspielen, singen oder ein Bühnenbild schaffen. So werden unterschiedliche Sinne angeregt und der umfassende Bereich Oper auf unterschiedlich Ebenen erfahrbar gemacht. Außerdem wird durch dieses Erleben die Handlung nachvollziehbarer und es wird vor allem den jüngeren Kindern erleichtert, in der nachträglich besuchten Aufführung der Handlung zu folgen. Zudem wird auf der Website Begleitmaterial für LehrerInnen zur Verfügung gestellt – mit Libretto, schulgerechten Erklärungen zur Thematik des Werkes und mit Spielvorschlägen kann das junge Publikum auf den Theaterbesuch eingestimmt werden.

Für 2011 ist die Uraufführung von „Das kleine Gespenst“ nach dem Roman von Ottfried Preußler und mit Musik von Walther Soyka geplant; als Fortsetzung der Reihe „Komponisten für Kinder“ ist nach „A House Full of Music“ ein Werk zu Karlheinz Stockhausen in Aussicht. Primär ist das Programm für Kinder im Volksschulalter konzipiert, aber auch die unteren Klassen der Mittelschulen werden angesprochen.

In Zusammenarbeit mit Wien Modern findet eine Schiene des Festivals für neue Musik für Kinder im Dschungel Wien statt.

Konzept/Leitung Musikvermittlung: Elisabeth Pöcksteiner

Wiener Taschenoper
Museumsplatz 1
1070 Wien
www.taschenoper.at
E-Mail: mail@taschenoper.at
Tel.: +43/1/522 31 90
Fax: +43/1 /522 31 99

Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum
Im MuseumsQuartier Wien
Museumsplatz 1
1070 Wien
http://www.dschungelwien.at/

Wien Modern: http://www.wienmodern.at/

Klangspuren Schwaz

Klangspuren Lautstark
In der Musizier- und Komponierwerkstatt „Klangspuren Lautstark“ haben Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren im Zeitraum von 9 Tagen die Möglichkeit, ihre eigenen Kompositionen zu entwerfen. Dazu gibt es keine Vorgaben – das Anregen der eigenen Kreativität und das Komponieren eines Werkes nach ihren Vorstellungen steht im Mittelpunkt. Um diese Vorstellungen auch umsetzen zu können, steht ihnen fachkundiges Personal zur Seite, das die jungen KomponistInnen in ihrem Vorhaben unterstützt. In Kleingruppen wird musiziert. Bei einem Abschlusskonzert präsentieren die Teilnehmenden die dabei entstandenen Werke von den Teilnehmenden selbst. Je nach Alter sollte Erfahrung am Instrument bestehen, die Jüngeren sollten Notenlesen beherrschen.

Konzept und Leitung: Cathy Milliken

Klangspuren Mobil
Bei den Klangspuren Mobil besucht ein Bus voller Instrumente eine Schule. Den SchülerInnen wird erklärt wie ein Klang entsteht. Anschließend können die SchülerInnen die Instrumente selbst erkunden. Ohne ihnen gezeigt zu haben, wie die Instrumente auf klassische Weise gespielt werden, können sie selbst ihre Erfahrungen sammeln und unterschiedliche Möglichkeiten der Klangerzeugung ausprobieren.

Klangspuren Barfuß
Einmal pro Woche wird erkundet, wie die Welt klingt. Bei Spaziergängen und Besichtigungen wird die Aufmerksamkeit auf die Reize der alltäglichen Welt gelenkt und  ermöglicht neue Sinneserfahrungen: Wie klingt das Fällen eines Baumes? Wie klingt das Grasmähen mit einer Sense? Wie klingt eine Riesenseifenblase, die platzt?

Infos und Anmeldung für alle Klangspuren-Projekte unter
Tel.: +43/5242/73582
Fax:  +43/5242/73582-20
E-Mail: info(at)klangspuren.at
www.klangspuren.at
Klangspurengasse 1 / Franz-Ullreich-Straße 8a
6130 Schwaz


Klangforum Wien

Unter den Klangkörpern, die Vermittlungsprogramme anbieten, ist das Klangforum jenes Ensemble, das einzig Zeitgenössisches auf dem Programm hat. Bei ausgewählten Generalproben des Klangforum Wien dürfen SchülerInnen aus Oberstufenklassen dabei sein. Einführungsgespräche dienen einem besseren Verständnis des Gehörten; bei Bedarf wird Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.

Zudem ist derzeit ein neues Musikvermittlungsprojekt in Planung.

Weitere Angebote richten sich an bereits in Ausbildung befindliche Instrumentalisten oder Komponisten.

Klangforum Wien
Emilija Jovanovic
Klangforum Wien
Diehlgasse 51
1050 Wien
Tel. : +43/1/521 67-10
Fax: +43/1/521 67-31
E-Mail: e.jovanovic@klangforum.at

Musik zum Anfassen

Ein unterschiedliche Lebensbereiche umfassendes Konzept vertritt der Verein „Musik zum Anfassen“. Der praktische Zugang zu Musik zeigt, dass mit Musik Spaß und Emotionen verbunden sind und es wird Sensibilität für das Schaffen in Gemeinschaft ermöglicht und erprobt. Dabei richtet sich das Angebot nicht nur an SchülerInnen, sondern je nach Projekt auch an andere Gruppen wie MigrantInnen, Gehörlose, Blinde usw.

Bei Orchester zum Anfassen, einem Orchesterprojekt mit den Wiener Symphonikern, wird in fünf aufeinander aufbauenden Workshops Musik von der elementaren Ebene bis hin zum komplexen Orchesterwerk erfahrbar: Von der Stille angefangen, über das Wahrnehmen von Musik bis hin zum Rhythmus werden von einem Moderator und den MusikerInnen grundlegende musikalische Aspekte thematisiert. Dabei werden die SchülerInnen mit Aufgaben bedacht und so aktiv in das Geschehen eingebunden. Auch dürfen die Instrumente selbst ausprobiert werden – so lernen die VolksschülerInnen spielerisch Klang und Spielweisen der unterschiedlichen Instrumente kennen. Zeitgenössische Musik findet insofern ihren Platz, als teilweise bei der Vorstellung der Instrumente auch jüngere Werke zu hören sind. Außerdem werden die SchülerInnen dazu angeregt, selbst Neues zu schaffen. In der vierten Workshop-Einheit wird ein klassisches Werk vorgestellt. Als Abschluss wird eine Probe des zuvor erarbeiteten Werks im Wiener Konzerthaus besucht, wo sich die SchülerInnen durch den persönlichen Kontakt mit den Personen in den Workshops mit den MusikerInnen auf der Bühne identifizieren können. In der Pause besteht die Möglichkeit, dem Dirigenten Fragen zu stellen.

Musik zum Anfassen an der Universität für Musik und darstellende Kunst schöpft Synergieeffekte aus, indem angehende MusikpädagogInnen Projekte für und mit den Teilnehmenden gestalten und so Erfahrung in der beruflichen Praxis sammeln. Dabei wird Musik nicht als isolierte Kunstform betrachtet, sondern in Bezug zu unterschiedlichen Teilen des Lebens gestellt. Meist werden dazu aktuelle Themen herangezogen, seien es Aufführungen bestimmter Werke oder außermusikalische Ereignisse wie die Fußballeuropameisterschaft 2008. Im Studienjahr 2010/11 gibt das in Kooperation mit dem Technischen Museum Wien stattfindende Projekt Einblicke in die Verbindung von Musik und Technik und welchen Einfluss die Technik und die damit einhergehende Mechanisierung auf das Kunstschaffen ausgeübt hat. Zahlreiche Werke des 20. Jahrhunderts werden in diesem Zusammenhang behandelt. Zudem schaffen Teilnehmende ihre eigenen Kompositionen, die in einer Abschlusspräsentation aufgeführt werden.

Das Projekt Oper zum Anfassen, deren bisher letzte Ausgabe 2008 am Theater an der Wien stattfand, erhielt 2008 für die Produktion zu The Rake’s Progress von I. Strawinski den von KulturKontakt Austria vergebenen Preis IRIDA und für Giulio Cesare von G.F. Händel 2007 den junge-ohren-wettbewerb.

Mag. Dietmar Flosdorf
Musik zum Anfassen
Fon / Fax: +43 1 789 83 98
flosdorf@musikzumanfassen.at
www.musikzumanfassen.at