
„Tripod: Encounters“, so der Titel des Ende des vergangenen Jahres erschienenen Erstlingswerks des Grazer Saxophonisten und Klarinettisten, zeigt sich als schönes Beispiel dafür, dass der Jazz erfreulicherweise nicht immer in einer allzu großen Komplexität aufgehen muss. Nicht, dass Patrick Dunsts , der unter anderem bei Größen wie Karlheinz Miklin, Don Mensa, Gerald Preinfalk und Wolfgang Puschnig sein Handwerk gelernt und verfeinert hat, musikalische Vorstellungen in irgendeiner Art sich dem Banalen annähern, dass auf keinen Fall, seine Kompositionen sind anspruchsvoller und herausfordernder Natur, was er aber ganz exzellent beherrscht, ist, diese sehr rund, fast schon wie in einem Fluss erklingen zu lassen. Für ihn steht mehr der Wille im Vordergrund, mit seiner Musik die Gefühle anzusprechen, denn über eine ausufernde Verkopftheit, die eigenen instrumentalen Fähigkeiten, wie auch die seiner Mitmusiker offen zur Schau zu stellen.
Es ist der Gruppenklang, welchen der Saxophonist und Klarinettist ins Zentrum des Geschehens rückt. Und dieser findet seinen Ausdruck vor allem in seiner sehr breiten musikalischen Vielfalt. Mal lassen es der Grazer und sein Ensemble langsam, ruhig und melodiebetont angehen, dann wieder drücken sie etwas aufs Gas, um im nächsten Moment spontan eine Kehrtwende hin zum eher Experimentellen oder Kammermusikalischen zu vollziehen. Hinzu kommt, dass sich Patrick Dunst stilistisch nicht nur alleine innerhalb der Grenzen des Jazz bewegt, sondern seine Fühler sehr wohl auch hin zu anderen, vor allem welt- und filmmusikalischen Spielarten ausstreckt. Dieser Art lässt er Stücke entstehen, die sehr stimmungsvoll, atmosphärisch und elegant in ihrer Note, weite Spannungsbögen bilden, in denen man sich als Hörer schon auch einmal verlieren kann. (mt)