MONSTERHEART – „Sleep“

Sie ist vielseitig, verspielt und irgendwie geheimnisvoll: Anna Attar ist MONSTERHEART, eine Kriegerin mit einem Monsterherz, das sie vorantreibt. So beschrieb sie zumindest ihre Namensfindung in einem Interview. Vorangetrieben haben sie ihr Herz und ihre Liebe zur Musik auf jeden Fall, denn „Sleep“ (Seayou Records) ist nicht nur eine neue Single, sondern auch der Vorbote für ein neues Album.

Das wird zwar erst im Herbst erscheinen, aber bis dahin hat man ja Zeit, so viel wie möglich in die veröffentlichten Singles zu interpretieren. Wenn man sich „Sleep“ anhört, kann man zum Beispiel mutmaßen, dass man eine sehr langsame Platte voller Balladen vorfinden wird. Oder wird alles doch eher in die düstere, melancholische Richtung gehen?

Sie hat ein melancholisches Monsterherz

Mutmaßungen sind schöne Träumereien, die die Wartezeit verringern sollen, aber sie repräsentieren fast nie ein ganzes Album. Und vor allem nicht, wenn man von einer so vielseitigen Interpretin spricht, wie Monsterheart es ist. Schon seit ihren Anfängen 2011 hat sie einen Hang zum Morbiden, der sich aber nicht wirklich durch die Musik manifestiert, sondern durch die Lyrics. Lieder über Werwölfinnen, Vampirprinzessinnen und Ballerinen säumten ihren musikalischen Weg.

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Und dabei hatte und hat alles einen sanften, gedämpften Sound an sich. Fast so, als hielte man sich in einem Zimmer auf, während in einem anderen Musik läuft. Die Musik ist laut genug, dass man alle Nuancen hört, aber auch weit weg genug, dass ein vages Gefühl überbleibt. Ein paar Ausnahmen bestätigen diese Regel wie etwa „At Night“, ein Song, der auf ihrem Debütalbum „W“ erschienen ist. Dieses Lied ist um einiges angeknipster und tanzbarer als andere.

Ein sanftes Schlaflied für den Ehemann

Cover “Sleep”

Also alles, was „Sleep“ nicht ist. Und das ist keinesfalls negativ gemeint. Es ist nur einfach so, dass „Sleep“ als Schlaflied fungiert und als solches sehr ruhig, sehr zurückhaltend und sehr beruhigend ist. Tatsächlich hat Attar diesen Song als Schlaflied für ihren Mann geschrieben. Das gedämpfte Klavier führt mit langsamer Melodie durch das Lied. Monsterhearts Stimme ist mit einem starken Echo versetzt, was die Vocals verträumt und von weit weg klingen lässt.

Rein musikalisch hat „Sleep“ viel mit Beach House am Hut, einem amerikanischen Dream-Pop-Duo, am Hut. Mit knapp drei Minuten hat man genug Zeit, sich fallen zu lassen und müde zu werden, aber nicht lang genug, um der Trance überdrüssig zu werden. Wie auch immer das kommende Album von Monsterheart aussehen wird, „Sleep“ wird es auf jeden Fall erden.

Anne-Marie Darok

Links:
Monsterheart (Facebook)
Seayou Records