Bild Michael Lagger
Michael Lagger (c) Lizz Krobath

MICHAEL LAGGER – „MILA“

Der Grazer Meister zeitgenössischen Klavierspiels MICHAEL LAGGER präsentiert uns mit „Mila“ (Session Work Records) wieder einmal ein Album voll musikalischer Eigenständigkeit und frei von jeglichem Schubladendenken. Auch die literarische Ebene, welche LAGGERS künstlerische Tätigkeit schon seit Jahren prägt, ist hier wieder geschmackvoller in Szene gesetzt.

Cover Mila
Cover “Mila”

Michael Lagger ist trotz seines jungen Alters schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Verschiedenste Preisauszeichnungen, Förderungsstipendien und Auftritte auf internationalen Jazzfestivals, sowie CD-Veröffentlichungen sind nur ein kleiner Auszug aus dem künstlerischen Lebenslauf des Pianisten. Für das aktuelle, seiner Tochter gewidmete Werk holte sich Lagger wieder die instrumentale Unterstützung von seinen beiden Langzeitkollegen Lukas Raumberger (Bass) und Philipp Kopmajer (Schlagzeug). Mona Camilla und Tjaša Fabjančič bedienen währenddessen die literarische bzw. stimmliche Komponente und verleihen „Mila“ durch ihre eigenständigen Interpretationen eine zusätzliche, äußerst spannende Ebene.

TRAUMWELTEN ZUM NACHDENKEN

Die großteils aus der Feder Laggers stammenden Stücke verbinden Jazz, Zeitgenössisches und klassische Elemente auf einem beachtlichen Niveau. Hier wird mit geschmackvollen Harmonien und Melodien ebenso leichtfüßig gespielt, wie mit rhythmischen, dynamischen oder stilistischen Variationen. Das Quintett schafft es dabei, schwebende und von Leichtigkeit geprägte Passagen mit starken Rhythmen und Vokaldarbietungen fließend verschmelzen zu lassen. Neben der bemerkenswerten instrumentalen Darbietung ist auch die literarische Ebene als überaus tragend zu bezeichnen. Die Darbietungen Camillas und Fabjančičs selbst verfasster Texte, sowie eines Gedichts von Rainer Maria Rilke sind überaus ausdrucksstark und ebenfalls maßgeblich für die Tiefe dieses außergewöhnlichen Albums.

Resümee: „Mila“ lädt ebenso zum Träumen, wie zum Nachdenken ein und beweist nebenbei wie wunderbar das Abschaffen von Genredenken und musikalischen Zwängen klingen kann.

Alexander Kochman

++++

Links:
Michael Lagger
Session Work Records