25 Jahre mica - music austria (c) Chiara Hammerer
25 Jahre mica - music austria (c) Chiara Hammerer

mica – music austria – Jahresrückblick 2019

Das Team von mica – music austria bedankt sich für ein tolles und erfolgreiches Jahr! Im folgenden Artikel werfen wir noch einmal einen Blick auf die Highlights 2019.

2019 stand für mica – music austria ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums: 25 Jahre Einsatz für die Sichtbarkeit des heimischen Musikschaffens im In- und Ausland, für die Professionalisierung der Branche und für die Entwicklung der Rahmenbedingungen des Musiklebens. mica – music austria verwirklicht dazu zahlreiche Projekte, die auch in Zukunft die österreichischen KünstlerInnen unterstützen werden.

Wir danken unseren Partnerinnen und Partnern, unseren Fördergebern und unseren vielen langjährigen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern. Insbesondere haben wir uns über die schönen Beiträge zu unserem Jubiläumsfest am 27. Juni gefreut und danken dem Leiter der Kunst- und Kulturabteilung im Bundeskanzleramt  Jürgen Meindl und der Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sowie Pia Palme, Yasmin Hafedh, Robert Rotifer, Hannes Tschürtz und Markus Binder  sehr herzlich für ihre humorvollen Einsichten zum österreichischen Musikleben und zur Rolle von mica – music austria darin.

mica - music austria (c) Tobias Ammer
mica – music austria (c) Tobias Ammer

Anlässlich unseres 25-jährigen Bestehens haben wir einen Jingle-Wettbewerb ausgerufen. Aus 18 Einreichungen ging aus einem anonymen Juryprozess mit dem gesamten mica-Team HI5-Schlagzeuger Chris Norz als Gewinner hervor. Seine 25-sekündige Komposition wird in Kürze in der Telefonschleife erklingen und die Wartezeit verkürzen. Die Aktivitäten von mica – music austria sind nun auch nach außen hin sichtbarer geworden: Die im Corporate Design folierten Schaufenster des mica-Bürogebäudes in der Stiftgasse in Wien machen die Services deutlich erkennbar.

MUSIKNEWS

Mit dem Erfolg der heimischen Musikschaffenden steigen auch die Zugriffe auf das Musikmagazin. Wir freuen uns über das große Interesse an Musik aller Genres. Die Interview-Charts führen Sigrid Horn (zu ihrem Album „Sog i bin weg“, Weltmusik), Singer-Songwriter Alicia Edelweiss (zu ihrem neuen Album), Mirela Ivičević (zu Neuer Musik als Denkart), der 19-jährige Rhythm and Blues-Musiker Lou Asril und Jazzer Alex Pinter (zu seinem Trioprojekt Birds against Hurricanes) an. Daneben haben uns auch zahlreiche Newcomer mit erfrischenden Debüts erfreut, etwa das Grazer Indie-Pop/Post-Punk Trio Just Friends and Lovers, die Wiener Cellistin Marie Spaemann oder das Wiener Synthie-PopTrio Vivin. Die Auswahl war nicht einfach, aber das mica-Team hat es schließlich geschafft, über einen sehr persönlichen Zugang, Lieblingsalben der letzten 25 Jahre zu präsentieren.

25Jahre mica - music austria (c) Chiara Hammerer
25Jahre mica – music austria (c) Chiara Hammerer

2019 war ein spannendes Jahr auch im Hinblick auf die Entwicklungen der Rahmenbedingungen des Musiklebens in Österreich und Europa, die mica – music austria mit informativen Interviews und Artikeln begleitet hat, wie etwa zur EU-Urheberrechtsrichtlinie und deren konkreten Auswirkungen, über das Prinzip „Agent of Change“ im Clubkultur-Kontext oder über die Chancen von Gamesound-Design. Insgesamt sind die Zugriffe auf www.musicaustria.at gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel gestiegen. Damit war das Jahr 2019 das erfolgreichste seit Bestehen der Seite.

BERATUNGEN, WORKSHOPS, MUSIC Research Lab

Musikverträge bleiben ein Dauerbrenner. Auch heuer wurden in den Beratungen wieder am häufigsten Vertragsprüfungen nachgefragt und das Online-Praxiswissen verzeichnet in diesem Bereich die meisten Zugriffe. Die Musterverträge wurden im Jahr 2019 grundlegend überarbeitet, in tabellarische Form gebracht und mit Auswahlmöglichkeiten versehen, die Gründe dafür erläutert mica-Vertrauensanwalt Wolfgang Renzl im mica-Interview. Weitere Highlights unter den Beratungsanfragen bleiben die Themen Förderungen, Tonträgerproduktion, Promotion und Verwertungsgesellschaften. Die Anzahl der Beratungen liegt seit 2017 konstant über 1200 pro Jahr. Mit insgesamt 30 praxisorientierten Workshops in Kooperation mit Institutionen in ganz Österreich konnte aktuelles berufspraktisches Wissen an ca. 600 Teilnehmende vermittelt werden.

Music Research Lab / Wobblersound (c) Philipp Greindl

Gemeinsam mit der Ars Electronica wurde heuer das „Music Research Lab“ präsentiert. An den zwei von mica – music austria gestalteten Tagen gaben die Themen „Gamesound“ und „Musikbusiness“ das Programm vor. Ziel ist, jungen MusikerInnen schon vor der Professionalisierung einen praxisbezogenen Einblick in die verschiedenen Berufsfelder zu geben. Die Gamesound-Designer David und Markus Zahradnicek (Wobblersound) und der Schlagzeuger Lukas Hasitschka (Wanda) waren zu Interviews geladen. Ein von Austrofred moderiertes Musikbusiness-Quiz stieß auch beim Laufpublikum auf großes Interesse.

Initiative der freien Musikszene Wiens und Forum Musik

Seit Herbst 2017 unterstützt mica – music austria die stil-, genre- und generationsübergreifende Initiative für eine freie Wiener Musikszene „mitderstadtreden“. Die Initiative beschäftigt sich mit Fragen rund um die Situation der freien Musikszene in Wien, ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Förderungen.  mica – music austria und „mitderstadtreden“ haben  gemeinsam einen Beitrag zu dem von der Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler in Kooperation mit Interessenvertretungen des Kunst- und Kulturlebens initiierten Symposium „Freie Szene – freie Kunst. Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen und Ideen für Wien“ gestaltet. Der mica focus, der in Kooperation mit „mitderstadtreden“ und Wien Modern am 29. November im Rahmen eines Konzertabends von Wien Modern stattfand, widmete sich in einer Podiumsdiskussion dem Thema „Freie Musikszene Wien“. Die gemeinsamen Anstrengungen zeigen Wirkung, so soll die Erhöhung des Wiener Kulturbudgets im kommenden Jahr vor allem auch in die freie Szene sowie in Fair-Pay-Maßnahmen investiert werden und somit den oftmals prekären Arbeitsbedingungen entgegenwirken.

Anlässlich der Wahl der österreichischen Bundesregierung wurde auch der „Forderungskatalog des Musiksektors“ des Forum Musik, der Plattform der Interessenvertretungen und Organisationen des österreichischen Musiklebens, überarbeitet und in die Regierungsverhandlungen eingebracht.

PLATTFORM MUSIKVERMITTLUNG

Musikvermittlung ist mittlerweile in allen Kultureinrichtungen angekommen. Dabei dienen digitale und soziale Medien zunehmend als wichtiges Werkzeug. Die vierte der biennal stattfindenden Tagungen der Plattform Musikvermittlung Österreich „Digital. Partizipativ. Sozial. Musikvermittlung 4.0“, die dieses Mal in Kooperation mit der Anton Bruckner Privatuniversität sowie dem Ars Electronica Center zwischen 28. Februar und 2. März in Linz ausgerichtet wurde, richtete ihren Fokus auf die aktuellen Entwicklungen und lenkte den Diskurs auf Wechselwirkungen demokratischer und kunstvermittelnder Ansätze der Partizipation. Präsentiert wurden Projekte von der Oper Wuppertal, dem Bruckner Orchester Linz, von der Elbphilharmonie sowie Music:Eyes und Tagtool.

Mit dem Projekt Hörminute stellt mica – music austria gemeinsam mit der Plattform Musikvermittlung Österreich die große Vielfalt an Musik in Österreich kostenlos für Volksschulklassen zur Verfügung. Wir freuen uns sehr, dass im November insgesamt 160 Hörminuten einer breiteren Öffentlichkeit im Rahmen einer Projektpräsentation am 13. November vorgestellt wurden. Zu den Kooperationspartnern der Hörminute zählen unter anderem KulturKontakt Austria, ORF/Radio Österreich 1, der Verein Kultur für Kinder, das Musikschulmanagement Niederösterreich, das Österreichische Volksliedwerk und die Österreichischen Musikvolksschulen.

INTERNATIONALISIERUNG UND MUSIKEXPORT

mica – music austria und der Österreichische Musikfonds kooperieren im Musikexportbereich unter der Marke Austrian Music Export. Die internationale Spitzenförderung „Focus Acts“, eine Kooperation von Austrian Music Export und dem Bundeskanzleramt bot heuer zum fünften Mal aufstrebenden heimischen Künstlern ein Sprungbrett auf den internationalen Markt. Den Toursupport erhielten 5K HD, Christoph Pepe Auer, Cari Cari, Dives, Petrol Girls, Sinfonia De Carnaval und Yukno. Auch die in Kooperation mit FAMA/WKO angebotene Showcaseförderung ermöglichte 2019 internationale Auftritte in Deutschland, England, Holland und Schweden bis in die USA.

5K HD (c) Hanna Fasching
5K HD (c) Hanna Fasching

Das Erfolgsprojekt NASOM – The New Austrian Sound Of Music wurde 2019 ein weiteres Mal gemeinsam mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) für Musikschaffende unter 35 Jahren angeboten. Für die 7. Neuauflage des Förderprogramms wurden 25 Ensembles bzw. Musikerinnen und Musiker in den Kategorien Jazz, Klassik, Neue Musik, Pop/Rock und Weltmusik ausgewählt. Erstmals wurde das Förderprogramm am 24. September im Wiener Porgy & Bess durch fünf der ausgewählten Ensembles sehr erfolgreich öffentlich präsentiert.

Den Jahresauftakt für Austrian Music Export bildete wie immer das Eurosonic Noorderslag Festival mit neun heimischen Acts. Bei der Verleihung der „Music Moves Europe Talent Awards 2019“ wurden mit AVEC und STELARTRONIC Anfang des Jahres gleich zwei heimische Acts in je einer der acht Kategorien des neuen europäischen Musikpreises ausgezeichnet.

Die diesjährigen Schwerpunktländer Ungarn und Schweden führten Austrian Music Export zum BUSH – Budapest Showcase Hub und Viva Sounds Festival in Göteborg und ermöglichten ein nachhaltiges Kennenlernen der jeweiligen Musikbranchen. Am Reeperbahn Festival in Hamburg wurden mit 17 Gruppen mehr österreichische KünstlerInnen als je zuvor gebucht. Auch die dort stattfindende „Austrian Heartbeats“-Veranstaltung für die mehr als 80 österreichischen Firmen war mit über 300 internationalen Delegierten ausgezeichnet besucht. Ende September ging im Wiener WUK die neunte Auflage des Waves Vienna über die Bühne. Abschließender Höhepunkt des Festivals war die Vergabe des „XA – Music Export Award“. Die Jury kürte die vielversprechende Band ANGER zum Gewinner.

Anger, Waves Vienna 2019 (c) Andreas Graf, Waves Vienna 2019 (c) Andreas Graf
Anger, Waves Vienna 2019 (c) Andreas Graf

Zahlreiche weitere Festivals boten im Lauf des Jahres eine Bühne für heimische KünstlerInnen und österreichische Empfänge. So traten österreichische Künstler vor internationalem Branchenpublikum u.a. bei MENT Ljubljana (Februar 2019), Sharpe Festival (Bratislava, April 2019), bei der c/o Pop (Köln, April 2019), am Great Escape Festival (Brighton, Mai 2019), dem Primavera Sound Festival (Barcelona, Juni 2019), sowie bei der Monkey Week (Sevilla, November 2019) auf. Auch in Kooperationen mit europäischen Projekten wie INES und Europavox konnten Auftritte ermöglicht werden.

Die Einladungen von VeranstalterInnen zum Jazzfestival Saalfelden und zum Kick Jazz Festival in Kooperation mit dem Wiener Porgy & Bess und der IG World Musik haben sich international etabliert und werden von den VeranstalterInnen als Fixpunkt mit einem effizienten Format innerhalb der internationalen Präsentationsformen wahrgenommen. Den auftretenden Bands und MusikerInnen funktioniert dieses Podium als Sprungbrett zur internationalen Szene.

Im Mai wurde im Rahmen eines Österreich-Schwerpunktes bei den Operadagen Rotterdam die heimische Szene an Musiktheatergruppen präsentiert und acht Werke in Form kurzer Präsentationen vorgestellt. An den Schwerpunkt anknüpfend, bot der Austrian Music Theatre Day in Kooperation mit den Musiktheatertagen Wien im September Gelegenheit zur Vernetzung. Unter dem Thema Ko-Produktion wurde bei unterschiedlichen Formaten intensiv genetzwerkt und im Rahmen eines international besetzten Panels diskutiert – auf dass daraus neue Kooperationen hervorgehen mögen.


Links:

Austrian Music Export
Hörminute
mitderstadtreden
Plattform Musikvermittlung Österreich