mica-Interview mit The Merry Poppins

Balkan-Tourneen, Konzerte in Cairo, eine eigen Club-Reihe und jede Menge sonstiger Aktivitäten zeichnen die Salzburger Combo The Merry Poppins schon seit Jahren aus. Als kreative Drehscheibe sind sie aus dem aktuellen Musikgeschehen der Mozartstadt jedenfalls nicht mehr wegzudenken. Dabei lässt ihr Stilmix, wenn auch gerne als “Balkan-Grooves” mit “orientalischen Klängen” bezeichnet, gar nicht so leicht in eine Schublade stecken. Didi Neidhart traf die Combo um David Lageder (Vocals), Thomas J. Aichinger (Guitar, Trombone), Mathias Vorauer (Double Bass), Robert Aichinger (Drums), Herbert Könighofer (Sax, Clarinet, Percussion) und Martina Könighofer (Management/Booking) zum mica-Interview.

Der Titel eurer ersten CD “Mildenburg 11” bezieht sich auf ein altes herrschaftliches Gebäude unweit des Salzburger Volksgartens, in dem ihr wohnt und arbeitet. Wie ist es zu dieser Homebase gekommen?

Martina: Die Mildenburg gibt es so ja nicht mehr. Mit Ende letzten Jahres musste die “Kreativ-Kommune” das Feld räumen.
Für uns als “Außenstelle Wien” (Herby, Saxophon und Martina, Management) ist das sehr traurig, da unser Ankerpunkt, den wir immer in Salzburg hatten, dadurch irgendwie weggefallen ist. Bislang war es immer so, dass wenn wir hinkamen, weil es z.B. ein Konzert mit The Merry Poppins, Proben oder einfach was zu besprechen gab, immer eine Menge Leute da waren, uns eine großartige Gastfreundschaft zuteil wurde und wir einfach eine super Zeit verbringen konnten.
In der Mildenburg hat sich kreatives Schaffen und logistisches Herumgechecken mit dem Pflegen sozialer Kontakte perfekt vereinen lassen. Das kommt jetzt leider oft ein bisschen zu kurz. Wenn wir uns jetzt mit der gesamten Band treffen, geht das stets mit irgendeiner “Mission” einher – und die angenehmen, einst “automatischen” side-effects, wie gemütlich mit den NachbarInnen und Kunstschaffenden aus dem Mildenburg-Dunstkreis im Garten abhängen, müssen nun erst organisiert werden. Somit ist mit dem Ort, der “Homebase”, für mich als Gast eine Menge an Möglichkeiten zu zwischenmenschlicher Spontaneität abhanden gekommen, andererseits bedeutet das aber auch weniger Ablenkung und mehr Produktivität bei dem, was man sich vorgenommen hat.

Tom: Die Mildenburg(gasse) 11 war ein “jugendlicher Archetyp”. Eine schrullige Villa mitten in der Stadt mit einem Riesengarten. Es gab Musik rund um die Uhr mit Frühstück am Dach inklusive. Und sie war in fünf Jahren nicht einmal abgesperrt (weil es könnte ja immer noch jemand kommen). Das war Studio, Proberaum, Kreativzelle, Anlaufstelle in Sachen Partykultur, tanzen im Regen, Kürbisfarm, Tomatenplantage, Partnervermittlung (positiver Nebeneffekt), Putzplan, Matrazenlager im Stiegenhaus, ein weisser Kater, “wir glauben an das Gute im Menschen, ein Nachbar mit Pool, Rasenmähen im Sommer, Schnapsbrennen in Winternächten, “mein Bruder kann Schlagzeug spielen – du singst und schreibst Texte?”, also machen wir ein Album. Das wurde dann die erste Merry Poppins-CD.

Herby: Es war eine glückliche Fügung, dass Mathias dieses Objekt 2004 entdeckt hat und die Initialzündung für das KünstlerInnenkollektiv ermöglichte und startete. Die Vorteile waren zum einen die Größe des Objektes (zu Spitzenzeiten haben bis zu 15 Menschen im Gebäude ihre Bleibe gefunden), und zum anderen die Leistbarkeit in zentraler Lage, quasi down town.
Überaus angenehme Nachbarn begegneten unserem Treiben mit Gelassenheit, denn es gab schon auch mal bis zu sieben Partys pro Woche, und beinahe jeden Tag wurde rum um die Uhr musiziert, geübt und geprobt. Es war alles sehr unbeschwert. Aber die Ära Mildenburg, die Bands wie The Merry Poppins, The Pond Pirates oder Moby Stick hervorgebracht hat, ist nun einmal vorbei. Es gibt keinen Grund traurig zu sein. Was bleibt sind tolle Erinnerungen und Freundschaften die über diese Zeit hinweg halten und aufrecht sind. Ein bisschen Wehmut schwingt da natürlich mit.

The Merry Poppins – Mr. Popkin by mica

Wie viele MusikerInnen und Bands agieren im Mildenburg-Umfeld?

Herby: Viele, Circa 25 MusikerInnen in acht Bands: The Merry Poppins, The Pond Pirates, Moby Stick, Hemmas Herren, Datellaz, Nigrita And The Mellowbeats, Renato Unterberg, The Sheep Brothers, Zwillingstraum.

Mit dem “Klub Mildenburg” betreibt ihr eine eigene Reihe im Salzburger Jazzit. Was kann man sich darunter vorstellen?

Martina: Das Jazzit und sein Team unterstützten die Band von Anfang an, sei es durch zur Verfügung stellen der Räumlichkeiten für Recording Sessions, CD-Präsentationen und Konzerte, oder die Kooperation beim Debüt-Album der Band. Ein wesentlicher Aspekt des Supports durch einen lokalen Veranstalter ist natürlich die Ermöglichung der von Mathias Vorauer (The Merry Poppins) und Andreas Neumayer (Jazzit) ausgetüftelten aktuellen Reihe Klub Mildenburg. Die monatliche Veranstaltungsreihe bietet The Merry Poppins und MusikerInnen aus deren direktem künstlerischen Umfeld eine optimale Repräsentationsfläche bietet.

Mathias: Ausgehend von dem speziellen Vakuum an Austausch-Möglichkeiten junger österreichischer und internationaler Bands entstand die Idee einer monatlichen Konzertreihe Anfang 2010. Durch die verschiedensten Band-Freundschaften, die sich die Mildenburg-Combos über die Jahre aufgebaut haben, war es nun möglich, diese auch nach Salzburg einzuladen und selbige als Vorband zu supporten (ZAA, La Cafetera Roja, u.a.), gleichzeitig aber auch eine Plattform für neue Projekte innerhalb und außerhalb Salzburgs zu schaffen (The Tellaz, u.a.).
Das große Ziel dieser “Klub Mildenburg”-Reihe ist es, jeden Monat einen Abend mit Unikat-Charakter zu gestalten, aber auch die Ausbreitung des Konzeptes in andere österreichische/europäische Städte, um so einen überregionalen Band-Austausch zu verwirklichen der bisher unmöglich erschien.

Wie kam es zur Gründung von The Merry Poppins bzw. wie habt ihr euch gefunden?

Herby: Eine Freundin aus Salzburg – Maria Moser – gab mir im Dezember 2004 den Proberaum-Mitschnitt ein Band. Der Sound war gut, die Ideen frisch, die Mucke frech; ausbaufähig – dachte ich mir. In Folge habe ich mir dann The Merry Poppins im Salzburger Jugend- und Kulturzentrum MARK live angehört (damals mit Martin Schmiederer am Altsaxophon). Das Konzert hat mir dann noch besser gefallen als die Proberaum-Sachen. Über den Sommer 2005 hab ich mir dann intesive Gedanken über The Merry Poppins gemacht, Ideen gesammelt und wir haben dann am 5.11.2005 ein Drei-Jahreskonzept in der Mildenburg ausgearbeitet, niedergeschrieben und wie du siehst – auch umgesetzt!

Eine Nummer eures Debüts “Mildenburg 11” ist dann ja auch ins koreanische Werbefernsehen gekommen.

Martina: Der koreanische Verlag FeelMusic ist an uns herangetreten und hat die Synch-Rights für den Track “Kevin Berry” erworben. Angeblich ist der Song bei einer Bank-Werbung gelaufen. Wir haben die Werbung aber leider nie zu Gesicht bekommen.

Ihr habt in den letzten Jahren ausgedehnte Tourneen durch Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Bosnien, Herzegowina und Ungarn gemacht. Dazu kamen Einladungen zum Cairo Jazzfestival, dem Jazzfestival in Saalfelden und unlängst eine Israel-Tour. Wie ist es dazu gekommen?

Martina: Ich versuche beim Booking immer, mich optimal zu vernetzen. Das klingt jetzt abgedroschen und „eh klar“, aber es trägt schon Früchte, wenn man viel unterwegs ist. In meinem Fall in den letzten Jahren eher virtuell, bedingt durch den größten Poppins-Fan –  Herby’s und meine Tochter Mia. In sozialen Netzwerken wie früher MySpace und jetzt Facebook, etc. gibt es da unendlich viele Möglichkeiten. Persönliche Kontakte, Interessen und Bezüge spielen bei der Auswahl der Destinationen natürlich eine große Rolle. Oft seh ich  – wie heute zum Beispiel – ein günstiges Flugangebot nach Moskau, denk mir „Hey, Moskau mit den Poppins wär doch was“ – und dann fang ich an zu recherchieren: Wie schaut die Musikszene dort aus, was gibt es für Subventionsmöglichkeiten …und beginne zu träumen. Oft versanden solche Ideen und Wünsche auch wieder, aber wenn man dran bleibt und kreativ in den Umsetzungsstrategien ist, sitzt man früher oder später im Flieger nach Kairo, Moskau oder im Bandbus und cruised „der Sonne entgegen“.

Wie schauen solche Balkan-Tourneen in finanzieller Hinsicht aus? Förderungen, Einnahmen, etc.?

Martina: Ohne den finanziellen Support durch die österreichischen Kulturforen in den jeweiligen Ländern und – wie bei der ersten Balkan-Tournee und unserem Auftritt am Bansko-Jazzfestival durch den Salzburg Kulturfonds – wären solche Tourneen schlichtweg nicht realisierbar. Die VeranstalterInnen können oft nicht mit fetten Gagen aufwarten, die kämpfen selbst, genau wie das potentielle Publikum. Wir versuchen immer, so gut es geht einen fairen Ausgleich zu schaffen. „Warm Up-Tours“ in Österreich haben sich bewährt, das hilft dem Tourbudget ein bisschen und ist auch gut für die Band. Die Suche nach SponsoringpartnerInnen aus der Wirtschaft erweist sich als unendlich zäh und schwierig, was oft enttäuschend ist, gerade wenn man sich die Österreichischen Firmen am Balkan so ansieht.
Allein Red Bull hat uns bislang stets mit dem Brandwagen und Sachsponsoring unterstützt, was eine große Hilfe war. Und Gastgeschenke, zur Verfügung gestellt durch die EZA und Heindl, hatten wir auch schon oft dabei. Solche vermeintlichen Kleinigkeiten machen oft viel aus. Und natürlich sind wir auf das Entgegenkommen und „Wirkliche Wollen“ aller Beteiligten angewiesen, von unserem “Bus-sisten” Armin, über unsere Fans und UnterstützerInnen am Balkan und hier, bis zu den Musikern selbst. Big Up!
Bei meinen Recherchen bei den Vorbereitungen der Balkan-Tourneen von The Merry Poppins, bin ich auf kaum eine andere österreichische Band – außer der Wiener Tschuschenkapelle – gestoßen, die so was machen. Leider gibt es angesichts der Budgetkürzungen in Österreich meines Wissens kaum mehr öffentliche Fördergelder für internationale Tourneen von Bands. Das ist sehr schade, denn ich denke, dass alle bisherigen Auslandstourneen erstens extrem prägend und wichtig für die künstlerische Weiterentwicklung der Band waren und zweitens auch extrem wichtig für die Band als soziales Gefüge. Bei so vielen gemeinsamen Stunden im vollgepackten Bandbus MÜSSEN viele Sachen einfach zu Tage treten, Konflikte gelöst werden. Das schweißt im Idealfall zusammen. Es muss ja kein Dschungelcamp draus werden, aber mal “in die Wüste geschickt” zu werden, schadet gar nix!

Mit welchen Erfahrungen seid ihr da zurückgekommen? Auch als Band, der immer wieder “Balkan-Grooves” und “orientalische Klänge” attestiert werden?

Tom: Überall wollen junge MusikerInnen einfach nur Musik machen, jedoch oft unter völlig anderen Umständen (als wir).
Die serbische Reggae-Band hat zwei Kriege im rucksack, ägyptische MusikstudentInnen engagieren sich in Kairo für ein internationales Musikfestival, Roma in Bulgarien wünschen ich eine E-Gitarre wünschen, Kinder in Dresden haben genug von musikalischen Hassparolen (und haben sich gerade eine E-Gitarre gekauft) usw… D.h., die Gemeinsamkeiten sind schnell entdeckt. “Unterschiede” sind meistens rahmenbedingungen.
Ob wir “Balkan Grooves” spielen? Für die (alternative) Jugend in Ex-Jugoslawien ist das “volkstümliche Musik” (Salzburger Spatzen in Belgrad?).
Und zu den “orientalische Klänge”: Ali, ein bekannter Musiker aus (Süd-)Ägypten meinte, wir klingenwie: “Frank Sinatra mit Rockband”.
Der eine “orientalische” Halbton, ab und an, lockt ihn überhaupt nicht aus der Reserve. Hier in Österreich hört man ihn sofort (erwischt!). Mr. Ali beschäftigt sich mit der ganzen welt (Sitar, Djembe, Mozart, Indianergesänge, Didgeridoo, …..). Aber wer kennt hierzulande schon einen arabischen Musiker ?

Auf eurer Homepage steht als Selbstbeschreibung “Eine 50er Jahre Cabaret Band, die zu viel Reggae gehört hat? Balkan-Pop? Jazz?”, in der Presse ist von “Reggae trifft auf Balkan-Grooves” oder „Pop-Polka“ die Rede. Wie seht ihr das selber?

Herby: Egal. Es ist einfach zum Abtanzen!

Bei euch können sehr viel unterschiedliche Einflüsse rausgehört werden. Klezmer, Rhythm & Blues, Swing, Dixie, Reggae/Ska, Jugbands, Jive, Polka, Ragtime, Country & Western, After Hours-Jazz, etc.
Greift da der Balkan-Vergleich nicht etwas zu kurz? Ich muss immer eher an “Americana” denken, also an jene Stilmixe, die durch die verschiedenen Einwanderungsbewegungen in die USA gekommen sind. Darunter natürlich auch viele aus Osteuropa, aber nicht nur. Trifft sich bei euch nicht eher das Donau-Delta mit dem Mississippi-Delta?

Martina: Ich habe einmal in einem Promotext die Musik von The Merry Poppins als “glokalisiert“ bezeichnet. Ich beziehe mich da auf Roland Robertson (1995, “Glocalization: Time-Space and Homogenity-Heterogenity.” S. 25-44 in: M. Featherstone, S. Lash and R. Robertson (eds.), “Global Modernities”. London: Sage). Musikalische Strömungen, die mittlerweile als globale Phänomene bezeichnet werden können (zum Beispiel aus der afrikanischen Diaspora, wie Reggae, Dub, oder HipHop) werden den jeweiligen lokalen Konditionen angepasst umgesetzt. Jeder einzelne der Musiker bringt da natürlich seine individuelle Lebensgeschichte mit ein, aber es gibt dazu auch eine starke Bandgeschichte, die dann diese jeweiligen “lokalen Kondis” ausmachen. Und wenn eine Band öfters unterwegs ist, also die Grenzen des Lokalen nach außen verschiebt, sich mit KünstlerInnen und dem Publikum auseinandersetzt, so entsteht da ein interessanter Mix. Mir würde ja eine Delta-Tour gefallen: Mississippi-, Donau-, Nil-, Amazonas-… name it, we do it!

David: Ich bin kein Musikspezialist und konsumiere eigentlich extrem selten Musik. Deswegen kann ich mit vielen dieser Begriffe nichts anfangen. Wir haben nie gesagt: So, jetzt machen wir eine Blues- (oder Rock-, etc.) Band. Deswegen ist wahrscheinlich auch so ein vielseitiges Programm entstanden. Ich gebe also die Frage zurück. Das sind Themen für Musikkritiker und Journalisten.
Es ist für uns sehr schwer, das was wir machen zu beschreiben und wir wollen es eigentlich gar nicht in irgendwelche Schubladen pressen.
Mir fällt nur auf, dass es sehr viele anspricht und gefällt (vom Kleinkind bis zur Omi) und deshalb die unterschiedlichsten Menschen bei unseren Konzerten zusammenkommen. Und dass wir fast überall spielen können, von Gala bis Punk.
Das ist das Schöne daran und wenn man dann während und nach dem Konzert in fröhliche, lachende Gesichter blickt, ist das die beste Bestätigung für das eigene  Schaffen. Dass ein spezieller “vibe” bei unseren Veranstaltungen zu spüren ist, lässt sich nicht bestreiten…“

Das sind ja auch alles mitunter populäre Stile, die es alle schon vor Elvis, also vor Rock’n’Roll gegeben hat (wo u.a. Jazz noch Popmusik war). Ist das ein konzeptueller Ansatz bei euch, oder eher Zufall?

Herby: Das ist Zufall. Oder besser: das IST der Poppins-Style. Du komponierst 10 Songs und nicht jeder passt dann natürlich zu The Merry Poppins. Aber das überlegst du dir erst nachdem dich die Muse geküsst hat und der Song zu Papier gebracht worden ist.

Worin liegen die Unterschiede zu Bands, die diese Stile so zusagen “originalgetreu” nachzuspielen versuchen und euch?

Tom: Eine Coverband ist eine Diashow, und produziert die Gegenwart mit der Vergangenheit. Sie erzählt Geschichten (a long, long time ago…) die sie selbst nichterlebt hat. Natürlich dreht es sich dabei oft um die Dinge die alle Menschen betreffen. Aber wenn man die nicht selbst formuliert, dann ist das wie einen Liebesbrief abschreieben. Als “echte” (reale) Band ist man da zeitlich viel aktueller, muss aber auch persönlich für das geradestehen, was man von sich gibt und kann sich nicht hinter “dem Stil” oder einem “Ghostwriter”  verstecken – nicht mal vor sich selbst. Und diese Ehrlichkeit wird immer belohnt. Irgendwie…

Wie wichtig sind Aspekte wie Cabaret, Vaudeville, Zirkus, also die Band als quasi fahrendes Volk für euch?

David: Mit Musik zu reisen ist für mich das Interessanteste überhaupt. Man lernt Länder ganz anders kennen, wenn man sie nicht als Tourist bereist. Bekommt andere Eindrücke und Blickwinkel. Kann sich mit Gleichgesinnten austauschen. Und es fällt auf, dass – egal ob man jetzt in Sarajevo, Kairo oder Hallstadt spielt – sich die kulturellen Unterschiede zum Großteil auflösen wenn man sich gemeinsam der Musik hingibt.

Seht ihr euch als Teil des Balkan-Groove-Hypes, oder doch eher anders?

Kein Balkan-Groove-Hype. Okay, wir spielen am Balkan und natürlich beeinflusst das. Aber so viel Balkan höre ich jetzt auch wieder nicht raus, bei The Merry Poppins.

Gibt es bei euch Beatnik-Affinitäten bzw. hat “Inspector Malosso”, die titelgebende Hauptfigur eurer zweiten CD  solche? Kommt mir manchmal so vor.

Herby: Na ja, so hab ich es noch nie gesehen aber es ehrt uns natürlich, wenn du The Merry Poppins eine Affinität zu Helden wie Ginsberg, Dylan oder Jim Morrison zusprichst.

Martina: Die fiktive Figur des Inspector Malosso, der sich im gleichnamigen (Konzept)Album auf seine Nachforschungen begibt und den unterschiedlichen Charakterzügen des Menschen nachspürt, hat schon was von der Beat-Generation. Er ist “on the road”, trifft auf “Bob”, der nicht immer ohne Absicht gegen Mauern läuft, während “Mr. Popkin”, sich seine Urkindlichkeit bewahrend, sein Glück beim Entenfüttern findet…

Was ist für die Zukunft geplant. Also sowohl in Sachen The Merry Poppins wie Klub Mildenburg?

Wenn alles gut geht Ägypten und Israel im Mai, sonst Konzerte in Österreich und der Schweiz. Im Sommer Aufnahmen zur neuen CD, Einreichungen, Förderansuchen und Festivals. Und der Klub Mildenburg soll natürlich weitergehen.

 

Danke für das Interview.

Nächste Konzerte:
19.11. 2010: Jazzit, Salzburg
09.12. 2010: Backstage Bar, Wiener Neustadt
10.12. 2010: Hudri Bar, Wien
11.12. 2010: Musikcafe Egon, St. Pölten
13.12. 2010: Winterfest, Salzburg

http://www.themerrypoppins.com