mica-Interview mit Soia

Die junge Wiener Sängerin SOIA hat vor kurzem bei dem in Philadelphia beheimateten Label Record Breakin´welches sich auf Soul in seinem aktuellen Variantenreichtum spezialisiert hat gesignt. Demnächst wird hier, ihr in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Mez entstandenes Debüt erscheinen. In ihrer Stimme reflektiert sich einerseits  ihre Vorliebe zum Jazz  insbesondere der Sängerin Billy Holiday welche sie als großes Vorbild nennt, des Weiteren kann man erahnen, dass Erykah Badu viel und gerne von ihr gehört wurde. Ihr Stil bewegt sich zwischen Soul-Funk und Jazzy Improvisationen sowie Nu-Soul und Hip-Hop. Aus diesen Elementen entsteht  eine erfrischende Melange die spartenübergreifend ihre Hörerschaft erreicht. Mit Petra Anlanger sprach die Künstlerin über den Weg bis zum Album, ihre Arbeitsweise, sowie ihre Zukunftspläne.

Du arbeitest jetzt seit 1 ½ Jahren hauptsächlich mit dem Produzenten Mez  zusammen. Welches Projekt  war für dich die erste musikalisch relevante Zusammenarbeit?

Soia: Mit 17 oder 18 habe ich mit meinem Exfreund die Band Cakoon gegründet, die eher in Richtung Jazz, Klezmer Musik gegangen ist und mit der wir auch öfter im Klub Ost gespielt haben. Danach habe ich eigentlich länger keine Musik mehr gemacht und erst später mit ein paar kleineren Projekten begonnen. Irgendwann habe ich eben den Mez kennengelernt.

Eure erste Kooperation trug den Titel „Obtaining“. Wie seit ihr aufeinander aufmerksam geworden?

Soia: Ich war bei einem Konzert der Hawthorne Headhunters im Roxy und habe dort spontan auch ein bisschen gesungen. Und da ist er auf mich aufmerksam geworden und hat mich dann über Facebook angeschrieben. Ich habe ihn dann besucht, um mit ihm „Obtaining“ aufzunehmen.

Ihr arbeitet ja zurzeit an eurem Debut „Mood Swings“ Hierfür habt ihr bei dem in Philadelphia beheimateten Label Record Breakin´ gesignt.  Wie kam dies zustande?

Soia: Also der Musik Blog „ Bama Love Soul“ hat mich immer unterstützt und meine Lieder gepostet. Wir haben auch ein Lied für ihre Compilation gemacht,  nämlich „ Lost in Memory“. Dj „Rahdu“ von „Bama Love Soul“ hat uns dann an das Label weitervermittelt.

Woher nimmst du die Inspiration für deine Texte, und wie läuft eure Zusammenarbeit  in der Regel ab?

Soia: Meine Texte schreibe ich meistens relativ spontan und versuche keine Liebeslieder zu machen, sondern mich auf andere gegensätzliche oder unterschiedliche Themen zu spezialisieren. Es gibt keinen roten Faden, außer, dass ich viele verquerte Metaphern benutze und versuche  etwas Widersprüchliches reinzubringen. Es hat sehr viel Kraft, wenn man einen eigentlich brutalen Inhalt oder etwas eigentlich Hässliches auf schöne Art besingen und vermitteln kann. Ich mag diesen Widerspruch, den dieser Kontrast erzeugt. Wir arbeiten jetzt schon  seit 1 ½ Jahren zusammen und es ist eigentlich bei jedem Lied anders. Meistens fängt er mit einem Beat an und dann komponieren wir gemeinsam oder ich improvisiere und wir versuchen es dann gemeinsam herauszuarbeiten.

Nach deinem Studium der Biotechnologie arbeitest du ja nun auch in diesem Bereich. Inwiefern lassen sich dein künstlerisches Schaffen und diese Arbeit vereinbaren, oder stellen beide Elemente evtl. sogar eine Bereicherung für einander dar?

Soia: Also, das sind eigentlich sehr gegensätzliche Lebensbereiche, die ich versuche zu kombinieren, in dem ich nur 30 Stunden in der Biotechnologie  arbeite.
Zum ersten Mal wirklich vereinigen konnte ich die beiden Sachen beim Dreh des Musikvideos im vergangenen Jahr  zu dem Lied „Voice“. Das haben wir während meiner  Diplomarbeit im Labor auf der Boku (Universität für Bodenkultur) gedreht. Das war das erste Mal, dass das irgendwie zusammen gepasst hat.

Gibt es schon einen Release Termin Für das Video?

Soia: Das wird zeitgleich mit dem Album bzw. der EP, je nachdem wie man es nimmt, wahrscheinlich im Juni 2013 rauskommen.

Neben deiner Zusammenarbeit mit Mez  gibt es ja noch andere Projekte. Wie würdest du dein Selbstverständnis von dir als Künstlerin definieren?

Soia: Also, jeder Künstler ist ein Individuum und ich würde mich irgendwie schon als solo Künstlerin sehen. Aber das Projekt, das mir gerade am wichtigsten ist, ist eben Soia & Mez. Er ist mein Hauptproduzent und auf jeden Fall die Person, mit der ich an nähesten zusammenarbeite und am meisten gemacht habe. Ich mache auch andere kleine Projekte mit Freunden. Jetzt mache ich zum Beispiel ein Live – Set  mit dem Simp, mit dem ich auch 2 Lieder produziert habe. Ich bin offen für jegliche Kooperation mit anderen Leuten und würde auch gern einmal auch mehr mit Instrumentalisten zusammenarbeiten, um das Ganze irgendwie aus dem Produzierten herauszubringen. Das haben wir auch schon mit einem Lied mit Cello gemacht das ich mit einem anderen Produzenten gemacht habe und das hat mir sehr gut gefallen und das würde ich auch gerne in Zukunft wieder machen.

Wer war das?

Soia: Das war der NVIE MOTHO, der Moritz ein Freund von mir. Es ist ein noch ein unveröffentlichtes Lied, das aber sehr schön geworden ist. Mit sehr schönem Cello mit der Anna Starzinger.

Darf man bald drauf hoffen?

Soia: Ja. Es muss noch einmal drüber gefahren werden. Aber dann wird’s wahrscheinlich online gestellt.

Gab es auf deinem musikalischen Weg einen besonderen Schlüsselmoment?

Soia: Es gab wahrscheinlich mehrere Schlüsselmomente oder keinen, wie man es nimmt. Ich habe mich noch nie so 100% auf die Musik fokussiert, wie es  in den letzten 1 ½ Jahren der Fall gewesen ist. Der Schlüsselmoment war wahrscheinlich „Obtaining“, weil es das erste Lied war, das mir wirklich 100%ig  gefallen hat, auch weil ich glaube, die Stimme gefunden zu haben, die wirklich zu mir passt.

Du trittst ja sowohl mit Band, Dj  sowie Beatbox auf. Welches Fundament bevorzugst du?

Soia: Am schönsten ist es natürlich, wenn man mit der ganzen Band auftritt. Manchmal kann das nicht finanziert werden, dann trete ich mit Dj auf, aber es ist schon am schönsten, wenn all meine Jungs irgendwie da sind und man live auch jammen  kann und improvisierte Elemente in die Performance reinkommen. Wenn man die Energie von den anderen  wirklich spürt und sich das irgendwie gegenseitig beeinflusst.

Wie sehen deine aktuellen Zukunftspläne aus?

Soia: Jetzt warte ich mal, bis das Album rauskommt. Und dann werde ich an einem neuen Album arbeiten – mit dem Mez hoffentlich.

Welches Tool erscheint dir bei der Vermarktung deiner Musik als besonders hilfreich?

Soia: Naja, die ganzen Musik Blogs sind schon eine große Schnittstelle für das Publikum und grad in Österreich ist alles relativ klein und eingeengt und durch einen Blog kannst du schneller internationale Aufmerksamkeit bekommen  und ein größeres Publikum an deiner Musik teilhaben lassen. Das ist auf jeden Fall das wichtigste Tool, das es gibt. Daneben sind es natürlich auch die Leute und Künstler, die einen unterstützen, Tipps geben und sich gegenseitig irgendwie aushelfen und  inspirieren.

Gibt’s abschließend noch etwas, dass du gerne über deine Arbeit erzählen möchtest?

Soia: Nein, das muss man sich einfach anhören.

 

Fotos: Ina Aydogan

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