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MELA – „The Moony Sessions“

Die Wiener Cellistin und Songwriterin MELA veröffentlichte Anfang 2015 ihre erste EP, „The Moony Sessions“, die bei ihrem Publikum auf großen Anklang stieß. In ihrer Musik vereint MELA Klassik, Soul, Jazz und Pop, und das auf eine besondere, verträumte Art und Weise. Mit „Story of Inconsequence“ erschien Ende April nun das neue und sehr gelungene Video der Liedermacherin.

Mela (Mela Marie Spaemann) ist eine Frau mit vielen Talenten – sie kann hervorragend Cello spielen, singen und Songtexte schreiben, im Sprechgesang ist sie auch gut. Die junge Künstlerin hat Musik in Wien und Zagreb studiert, wandte sich zuerst einer Karriere als Solistin zu, bevor sie sich als Songwriterin etablierte. Ihr erstes Album ist verträumt, ruhig und strahlt durch ihre bestechend schöne Stimme, den beruhigenden Celloparts und den experimentellen Loops.

Die Schönheit der Schlichtheit

Das Album startet mit einem wundervollen Cello-Pizzicato und einer Konversation über Heimat, bevor Mela anfängt zu singen. Die Stimmung ist ruhig, etwas nostalgisch – das Cello unterstützt dies mit seinem weichen Klang. Etwa bei der Hälfte des Lieds ändert sich die Atmosphäre in Richtung Hoffnung und Aufbruch, nur um dann wieder in die anfängliche Melancholie zu verfallen. Das darauffolgende Lied, „Mosquito“, beginnt mit einem Bibelzitat über die Schaffung der Welt und geht flüssig in den Songtext über, der von den fliegenden Moskitos handelt. Der Song ist verspielt und richtig sommerlich – das Cello schwingt sich in die Höhen der A-Saite und wird dabei von einem rhythmischen Pizzicato-Loop untermalt.

Die Nummer drei des Albums, „Fairytale“, ist verträumt und sanft. Das Cello bleibt die ersten Takte still, einzig ein gesummter Loop untermalt Melas Stimme. Beim Refrain steigt das Cello dann letztendlich ein und spielt eine verwunschene, märchenhafte Melodie. Die ZuhörerInnen fühlen sich dabei wie einem Märchen von Hans Christian Andersen – ruhig, wunderschön, aber ein wenig melancholisch. Das nächste Lied, „Whirled“, hat eine besondere, experimentelle Energie, die durch das Layering von verschiedenen Cello-Loops geschaffen wird. Das letzte Lied der EP steigt direkt mit Gesang ein und malt das Bild von Vögeln am Frühlingshimmel. Das Cello spielt eine sich immer wieder im Rhythmus ändernde Melodie, die mal wundervoll ruhig und dann wieder verspielt und voller Energie ist. Die Lyrics – „Utopia, where you make room for you“ – passen wunderbar zum Sound, das Lied ist stimmig. Das Album ist schlicht, aber dafür umso schöner. Es ist der Beweis, dass es nur eine Person braucht, um gute Musik zu machen, und Mela hat es als One-Woman-Band wirklich drauf.

„The Moony Sessions“ wurde 2015 veröffentlicht. Mela arbeitet derzeit an einem weiteren Album, wer Interesse hat, kann sich das Musikvideo zu ihrem neuesten Lied – „The Story of Inconsequence“ –schon vorab auf YouTube ansehen.

Antonia Seierl

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Marie Spaemann