Bild Max Nagl
Max Nagl (c) Johannes Novohradsky

MAX NAGL – „>:<“

Der Ansatz des Jazz überführt in den musikalisch vollkommen offenen Raum – der Saxofonist und Komponist MAX NAGL macht auf seinem Album „>:<“ (rude noises) eindrucksvoll vor, was es heißt, das musikalische Regelwerk einmal vollends hinter sich zu lassen.

Nun, eines lässt sich über Max Nagl auf jeden Fall sagen, er ist jemand, der musikalisch wirklich jedes Mal zu überraschen weiß. Seine mittlerweile weit über 30 Alben, die er in den letzten drei Jahrzehnten veröffentlicht hat, sind Ausdruck einer unbändigen kreativen Energie wie der Weigerung auch nur für einen Moment in der ein und derselben musikalischen Position zu verharren. Der im oberösterreichischen Gmunden geborene Saxofonist und Komponist ist ein Freigeist, wie er im Buche steht, er ist ein Musiker, der sich in den unterschiedlichsten Stilen zurechtfindet und sich, sein Spiel und seinen Sound konsequent weitererfindet. Egal ob nun im Jazz, in Verbindung mit Pop und Rock oder in der Klassik, Max Nagl gelingt es, in welchem klanglichen Umfeld auch immer seinen unverkennbaren musikalischen Stempel aufzudrücken.

Ein schräger musikalischer Mix

Cover Max Nagl solo
Cover “Max Nagl solo”

So gesehen bildet auch sein mit „>:<“ seltsam betiteltes Album dahingehend keinen Ausreißer. Abermals vollführt der Saxofonist – der auf diesem Werk als Multiinstrumentalist in Erscheinung tritt – ein Glanzstück in Sachen musikalischer Eigenwilligkeit. Max Nagl lässt dem Experiment freien Lauf, er formt seine Nummern zu vielschichtig ertönenden Klanggebilden, die sich jeder stilistischen Zuordnung vollkommen entziehen und ihr ganz eigenes Leben entwickeln. Was man zu Hören bekommt, ist ein schräger Mix aus Computersounds lang vergangener Tage, diversen Jazzelementen, lauten Rockgitarren, geraden und ungeraden Beats, zarten und wuchtigen Improvisationen, elektronischen Spielerein und, und, und.

Startet man das Album, ist es, als käme ein Zirkus in die Stadt, der mit vielen, vielen Attraktionen aufwartet. Es entspinnt sich ein wildes Hin und Her, das eine ganz spezielle Stimmung entstehen lässt, eine, die in vielen Farben schimmert und eine nicht klar definierbare Anziehungskraft entwickelt. Max Nagl beweist auf „>:<“ einmal mehr sein ausgeprägtes Gespür für das doch etwas Andere, für Musik, die wirklich etwas Anderes erleben lässt und gerade deswegen so interessant ist.

Michael Ternai

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