Bild Max Nagl Quintet
Max Nagl Quintet (c) Pressefoto

MAX NAGL QUINTET – „Pdorvk“

Eines lässt sich über MAX NAGL definitiv sagen, er zählt – gemessen an der Zahl seiner Veröffentlichungen – ohne Zweifel zu den aktivsten Vertretern der heimischen Jazzszene. So etwas wie eine kreative Pause scheint der gebürtige Oberösterreicher nicht zu kennen. Sein nun erscheinendes neues Album „Pdorvk“ (rude noises) – aufgenommen im Quintet – ist heuer nach „>:<“ und „Moped“ seine bereits dritte Platte.

Und wie es Max Nagl eigentlich immer tut, schlägt er mit seiner neuen Veröffentlichung einmal mehr ein anderes musikalischen Kapitel auf. Irgendwelche Wiederholungen gibt es bei ihm keine.  Entstanden ist sein Quintett zunächst als Trio im Rahmen des Jazzwerkstatt Festivals 2017. Mit dem Saxofonisten und Komponisten mit an Bord waren zunächst Georg Vogel (Piano) und Gregor Aufmesser (Bass), ein Jahr später kamen noch Martin Eberle (Trompete) und Phil Yaeger (Posaune) hinzu. Inspiriert zu diesem Album wurde Max Nagl von der Musik des amerikanischen Jazzmusikers Anthony Braxton. Vor allem seine Aufnahmen aus den 1970er Jahren im Quartett mit George Lewis und Kenny Wheeler dienten ihm als musikalische Vorlage, wobei Max Nagl seine Bläser-Bass-Piano-Truppe schon in seine ganz eigene musikalische Richtung führt.

Eine eigene Sprache des Jazz

Was auf „Pdorvk“ dargeboten wird, ist eine Sprache des Jazz, die auf vielfältigste Art musikalische Bögen spannt und auf ausgesprochen spannende Weise das Pendel zwischen verschiedenen Stimmungen schlagen lässt. Die Nummern besitzen alle Merkmale, die sie zu packenden und abwechslungsreichen Hörerlebnissen werden lassen: sie erklingen in einem hochgradig eigenen Sound, sie folgen straight ahead bis vertrackt allen Formen rhythmischer Strukturen und lassen ebenso Raum für ruhige Momente wie auch für hochenergetische Ausbrüche. Die Improvisationen der Akteure fügen sich wunderbar ins Gesamtbild und verleihen der Musik einen sehr bildhaften Charakter, der die Hörer*innen einlädt in das Geschehen einzutauchen.

Max Nagl wird mit „Pdorvk“ seinem Ruf, einer der interessantesten Köpfe der heimischen Jazzszene zu sein, einmal mehr in überzeugender Manier gerecht. Bei seinen Projekten weiß man im Vorhinein wirklich nie, was kommt. Er weiß immer wieder zu überraschen, ungewöhnliche Türen zu öffnen und andere Akzente zu setzen. Und genau das macht auch dieses Album so spannend.

Michael Ternai

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