Bild (c) Max Nagl

MAX NAGL ENSEMBLE – „Live at Porgy & Bess Vienna Vol.2“

Vorhang auf und Manege frei für ein musikalisches Spektakel der Extraklasse. Der Saxofon spielende und komponierende Zirkusdirektor MAX NAGL und sein fabelhaftes Ensemble begeben sich auf ihrer eben erschienenen Live-CD „Live at Porgy & Bess Vienna Vol.2“ (rude noises) auf eine ungemein ereignisreiche und ebenso fesselnde musikalische Reise quer durch die unterschiedlichsten Formen des Jazz und über diese hinaus.

Max Nagl und sein mit Pamelia Stickney (Theremin), Joana Lewis (Violine), Anne Harvey-Nagl (Violine), Clemens Salesny (Alt- und Tenorsaxofon, Klarinette), Daniel Riegler (Posaune), Clemens Wenger (Keyboard), Raphael Preuschl (Bass) und Herbert Pirker (Schlagzeug) außergewöhnlich hochklassig besetztes Ensemble liefern mit der im Jänner im Rahmen eines Konzerts im Porgy & Bess entstandenen Live-CD ein wahres Meisterstück in Sachen musikalischer Offenheit, Grenzenlosigkeit und Qualität ab. Und das noch dazu in einer solch leichtfüßig verspielten und selbstverständlich wirkenden Art, dass es eine wahre Freude ist.

Unterschiedlichstes mitreißend in Einklang gebracht

Cover “Live at Porgy & Bess”

Das All-Star-Ensemble schöpft unter der Leitung des in Gmunden geborenen Saxofonisten musikalisch aus dem Vollen und lassen im Geiste des Jazz fern jedes einengenden Scheuklappendenkens alles passieren. Es wird mit dem musikalisch Unterschiedlichsten in erfrischender und zugleich sehr kunstvoller Art jongliert, es werden Stile und Spielformen miteinander in Einklang gebracht, die auf den ersten Blick nicht weiter auseinanderliegen könnten. Das gediegene und elegante Klassische wird ebenso bedient wie natürlich auch das Moderne oder im Klang Großformatige. Ebenso wenig verschließt man sich dem mehr Freien, Experimentellen und dem schräg Anmutenden. Da und dort erklingen dann plötzlich in verfremdeter Form Melodien aus dem Wienerlied, an anderer Stelle wird es dagegen einfach nur in schönster Weise kammermusikalisch oder auf sehr auf eigene Art fast schon rockig und funkig. Auch fehlt es in keiner Weise an Groove und Swing.

In Summe ergibt sich ein musikalisches Bild, das vor Vielfalt und Facettenreichtum nur so strotzt. Der Sound, den das Max Nagl Ensemble in seinen Stücken zu Gehör bringt, trägt etwas sehr Zirkushaftes und Geheimnisvolles in sich, etwas, was in hohem Maße die Fantasie anregt und eine sehr eigene Stimmung malt. Man fühlt sich aufgefordert, hinzuhören und der Geschichte mit ihren vielen spannenden Höhepunkten zu folgen. Ein wirklich schönes Musikerlebnis.

Michael Ternai

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Max Nagl