Martin Klein & Coshiva im RKH

Mit Martin Klein und Daniela Wimmer alias Coshiva sind am 19. März zwei Acts auf der Bühne des Wiener Radiokulturhauses zu sehen, die eindrucksvoll beweisen, dass Mainstreamsound und Anspruch keinesfalls immer Gegensätze bilden müssen. Eingängige in jazzige Arrangements gekleidete Singer/Songwriter-Melodien treffen auf zwei wunderbare Stimmen.

Martin Klein dürfte vor allem seit seinem Support der schwedischen Rocker Eskobar in der Wiener Arena einer etwas breiteren Öffentlichkeit ein Begriff sein. Auch sein Song “Dont´ let it get you down” wird vielen nachhaltig in den Ohren hängen geblieben sein, was eigentlich kein Wunder ist, wurde er im vergangenen Herbst im Programm des Radiosenders FM4 doch auf und ab gespielt. Obwohl in seiner Jugend noch von laut gespielter Rockmusik fasziniert, verschlug es Martin Klein vorerst in die Welt des Jazz. Nach jahrelangem Üben innerhalb der eigenen vier Wände landete Klein am Musik-Konservatorium in den Niederlanden, wo er unter dem begnadeten blinden Jazz-Pianisten Bert van der Brink sein Spiel perfektionieren konnte.

Bevor es mit der Musikkarriere aber dann so richtig losging, verdiente sich der Tiroler sein Geld als Casinopianist und Musiker in Theaterprojekten. Mit der Zeit entfernte sich Martin Klein immer mehr von seinen jazzigen Wurzeln und tauchte immer mehr in die Welt der Singer/Songwriter ein. Er begann eigene Songs für Klavier und Gesang zu komponieren, wobei er sein Hauptaugenmerk darauf legte, seinen Kompositionen mit dezent eingesetzten Mitteln Eingängigkeit und Tiefe zu verleihen. Ergänzt durch Kleins wunderbar zerbrechliche Stimme, steigert sich die Intensität des Dargebrachten um ein Vielfaches.

In Stil anders, von der Qualität her aber ohne Zweifel auf gleich hohem Niveau angesiedelt ist auch der zweite Act des Abends. Daniela Wimmer, besser bekannt unter dem Namen Coshiva, hat es in den vergangenen Jahren auf eindrucksvolle Art und Weise geschafft, sich in der heimischen Musikszene einen Namen zu machen. Eindrucksvoll deswegen, weil sie dabei ihren eigenen Weg gegangen hat. Betrachtet man ihre bisher zwei Veröffentlichungen, zwischen denen nebenbei bemerkt, eine halbe Dekade liegt, erkennt man eine deutliche Entwicklung – weg von der Rolle einer energiegeladenen “Rockröhre” hin zu einer sensiblen Singer/Songwriterin.

Das im vergangenen Jahr erschienene Album “Butterfly” hat die Sängerin ganz in Eigenregie produziert. Sie feilte an einem Gesamtsound, der im Vergleich zu dem des Erstlingswerks, in deutlich reduzierterer und jazziger Form daherkommt. Damit schuf sich Daniela Wimmer für ihre oft zerbrechlich wirkende Stimme zusätzlichen Raum und Platz, um sie auch wirklich vollständig zur Geltung kommen zu lassen.(mt)