Bild Luchs
Bild (c) Luchs

LUCHS – „TOTELLI“

Musik, die nach ihren ganz eigenen undefinierbaren Regeln abläuft, ungemein viel Stimmung entwickelt und gerade deshalb auch so aufmerksam zuhören lässt – genau eine solche ist es, die das oberösterreichische Trio LUCHS auf seinem Ende des vergangenen Jahres erschienenen Erstlingswerk „TOTELLI“ (Jazzwerkstatt Record) auf aufregende Art zu Gehör bringt.

Eines vorweg, der musikalische Entwurf, den sich das oberösterreichische Trio Luchs gezeichnet hat und praktiziert, ist einer, der am ehesten wohl unter den Kategorien „Ungewöhnlich“ und „Unkonventionell“ seinen Platz findet. Denn stilistisch wirklich eindeutig bestimmbar ist das, was Florian Sighartner (Violine, Elektronik), Astrid Wiesinger (Alt-, Sopransaxofon, Bassklarinette) und Beate Wiesinger (Kontrabass, Elektronik) auf sehr spannende Weise fabrizieren, nicht. Vielleicht am nächsten kommt man der Sache, wenn man von einer sehr eigenwilligen Mischung aus Jazz, Kammermusik, Klassik, Pop, diversen Formen der Weltmusik und etwas Elektronik spricht. Wobei auch dieser Versuch der Beschreibung ein eher oberflächlicher ist. Es passiert in den Stücken des Trios nämlich viel, viel mehr. Abgesehen von dem doch etwas anderen musikalischen Mix offenbart sich nämlich genau das, was die drei eben aus diesem machen, als das Besondere.

Ausflüge in ferne musikalische Welten

Cover Totelli
Cover “TOTELLI”

Das oberösterreichische Dreiergespann geht in seinen Stücken bewusst zurückhaltend an die Sache heran. Vielmehr als Florian Sighartner, Astrid Wiesinger und Beate Wiesinger alles mit dichten Sounds zukleistern, arbeiten sie mit dem eher Wenigen, das sie aber durch ihr Zutun zu etwas musikalisch ungemein Atmosphärischen und Bildgewaltigen anwachsen lassen. Die Musik von Luchs ist eine, die auch wunderschöne Weise die Fantasie anregt und für kurze Momente an ferne Orte entfliehen lässt, an denen man sich ganz der sanften Verträumtheit hingeben kann. Die zum Erklingen gebrachten Melodien erzählen aufregende und geheimnisvolle Geschichten, solche, die – immer wieder geschickt von dramatischen improvisatorischen Ausbrüchen durchbrochen – ihren ganz eigenen packenden und unvorhersehbaren Charakter entwickeln.

Luchs zeigen auf ihrem Debüt „TOTELLI“ auf jeden Fall einen Ansatz, der vom Klang und Musikalischen her auf eine eigene Art gefällt. Und dieses Gefallen wird umso großer, je intensiver man sich mit den Dargebotenen beschäftigt. Ein richtig schönes erstes Ausrufezeichen. Wirklich empfehlenswert.

Michael Ternai

Links:
Luchs
Jazzwerkstatt Records