Love & Fist zu Gast im Forum Stadtpark in Graz

Ein wirklich großer Wurf in Sachen Popmusik ist dem Duo Stefan Deisenberger und Jakob Kubizek mit seinem Debütalbum „Love & Fist“ gelungen. Was das Duo bietet, sind wunderbar arrangierte Songs voller großer berührender Melodien und viel Tiefgang. Die nächste Gelegenheit, diese außergewöhnliche Band live zu erleben, gibt es am 8. Dezember im Grazer Forum Stadtpark.

Gut Ding braucht Weile. Vor nun einer Dekade fassten Stefan Deisenberger und Jakob Kubizek den Entschluss, musikalisch gemeinsame Sache zu machen. Am Debütalbum selbst arbeiteten sie vier Jahre lang. Die Songs wurden im Schaffensprozess vermutlich dutzende Male einer Überarbeitung unterzogen, was, kennt man den perfektionistischen Ansatz der beiden Musiker, wenig verwunderlich ist. Aber die Zeit, welche sie sich Stefan Deisenberger und Jakob Kubizek genommen haben, hat sich ausgezahlt. Wie gut das Duo harmoniert, bewies es ja schon mit der Formation Superformy, die mit „Pop Will Save The World“ für einen echten Hit sorgen konnte.

Love & Fist – Some Wounds by mica

Auf „Love & Fist“ reiht sich ein erstklassiger Song an den anderen. Die insgesamt elf Stücke sind gespickt mit einprägsamen  und  wunderbar melancholisch angehauchten Melodien, die man nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekommt. Opulent arrangiert steht die Musik des Duos unverkennbar in der Tradition solch großer Songwriter wie Scott Walker, Lee Hazelwood oder Hank Williams, wobei gleichzeitig ein gänzlich unabhängiger und eigenständiger Weg beschritten wird, der zu keinem Zeitpunkt Gefahr läuft, in den Untiefen des Mainstreams hängen zu bleiben.

Stilistisch irgendwo zwischen Easy Listening, Rock, Experimental und ein wenig Elektronik angesiedelt, erschaffen Stefan Deisenberger und Jakob Kubizek einen zum Teil atmosphärisch verdichteten Gesamtsound, der enorm vielschichtig und facettenreich daherkommt. Mal erklingt dieser hochdramatisch (coldhearted happiness), mal reduziert entspannt (some wounds, wunderbarer Refrain Teil), mal so richtig in der Tradition der legendären The Smiths (memories).

Foto: Bernd Preiml